2012-05-28 10:36:30
In der Serie Kafka aktuell werden Texte von Franz Kafka mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen umgeschrieben und angepasst. Im dritten Teil: Der Aufbruch interpretiert im Gedenken an unsere schnelllebige Zeit.
Ich befahl mein Auto aus der Garage zu holen. Der Diener verstand mich nicht. Ich ging selbst in die Garage, sperrte mein Auto auf und stieg ein. In der Ferne hörte ich eine Sirene lärmen, ich fragte ihn, was das bedeute. Er kannte nichts und verstand nichts. Beim Garagentor hielt er mich auf und fragte:„ Wohin fährst du, Herr?“ „Ich weiß noch nicht“, sagte ich, „nur weg von hier. Immer schneller weg von hier, nur so kann ich schnellstens mein Ziel erreichen.“ „Du kennst also dein Ziel?“ fragte er. „Ja“, antwortete ich, „ich sagte es doch: »Immer-schneller-weg-von-hier«, das ist mein Ziel.“ „Du hast kein Leben mit“, sagte er. „Ich brauche keines“, sagte ich, „die Reise ist so lang, dass ich sterbe, wenn ich auf dem Weg keines finde. Kein Leben kann mich retten. Es ist ja zum Glück ein wahrhaft ungeheures Leben.“
Ein Käfig ging einen Vogel suchen. F.K.
Euphorischer Pessimist. Zurückhaltender Optimist. Auf alle Fälle anders.
Ich bin nicht von dieser Erde und ich kenne niemanden. A.Z.
Leben ist wie Scherben essen und sich wundern, dass man Blut spuckt. D.B.
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