2012-07-11 21:27:40
Am 12. Juli 2012 feiern die Architekten des Sex, Drugs and Rock n' Roll ihren 50. Geburtstag. FM5 resümiert die epochale Geschichte der "Greatest Rock n Roll Band of all Time" und lässt das Schlusswort Keith Richards himself.
Am Sonntag, den 21. Dezember 1969, gaben die Rolling Stones ihr letztes Konzert in den Sechzigerjahren. Die Karten waren bereits seit Wochen ausverkauft und die Polizei war mit Wasserwerfern bewaffnet um Krawalle der Fans zu verhindern. So manche Kritiker waren damals der Ansicht, dass die Stones ihre besten Tage bereits hinter sich hätten und den Rest ihrer Karriere mit der Darbietung von Best-of-Nummernrevuen verbringen würden.
Diese Vermutung war falsch. Die Stones befanden sich Ende der Sechzigerjahre in ihrem künstlerischen Zenit. Brian Jones, der Multiinstrumentalist, der einst mit Ian Stewart die Band gründete, war von Drogen zerfressen ein Schatten seiner selbst und lungerte weinend im Londoner Olympic Studio herum, während der Rest der Band das Meisterwerk Beggars Banquet vollendete. Mit dieser Platte sollten die Stones, nach dem verpatzten Psychedelia-Album Their Satanic Majesties Request, zu ihren Wurzeln zurückkehren: dem Blues.
Beggars Banquet ist der erste von vier Geniestreichen, welcher zwischen 1968 und 1972 hintereinander veröffentlicht wurde. Jedes dieser Werke, von Beggars Banquet über Let it Bleed, Sticky Fingers und Exile on Main Street, vereinte die amerikanischen Einflüsse der Band. Der sumpfige, tiefschwarz-rauchige Mississippi-Delta-Blues von Muddy Waters wurde mit dem subversiv-wilden Rock'n'Roll von Chuck Berry verwoben und ergab so den unverkennbaren Sound der Rolling Stones. Die simplen Wegweiser in den Händen ihrer Genies ließen die Stones auf ihrem kreativen Höhepunkt die Popmusik in Eigenregie revolutionieren.
Jedes dieser, für unzählige Bands wegweisenden Alben, setzte dank dem Produzenten Jimmy Miller auch neue Maßstäbe im punkto Sound. In weiterer Folge verhalf der Avantgardismus der Stones auch dem tot geglaubten Genre Blues zu einem zweiten Frühling. 
Die Tourneen, welche den Alben folgten, waren eine Potenzierung unheiliger Prozessionen, der die Band per Wanderzirkus über den gesamten Erdball führte und ihren Ruf als die Rechte Hand des Teufels festigte. Ab dem Jahr 1969 begann die Band erstmals eigene Konzertutensilien mit auf Reisen zu nehmen und sorgte so für die Blaupause der heute bekannten Tourneen. Um eine Tournee auf die Beine zu stellen, musste die Band stets mit Firmen wie Holiday on Ice zusammenarbeiten, doch seit der legendären '72er Tour ist die Show in ihrer Gesamtheit ein Teil der mittlerweile zu einem multinationalen Konzern angeschwollenen Band. 
Damit war der Jet Set Rock'n'Roll geboren und in den Stones manifestierte sich der Prototyp der Rock'n'Roll Band. Die '72er Tour, welche vom Fotografen Robert Frank im bis heute verbotenen Film Cocksucker Blues festgehalten wurde, zeigt wie das vielzitierte Sprichwort Sex, Drugs and Rock'n'Roll seine Protagonisten findet.
Begonnen hatte alles sehr profan, denn selbst England glich Anfang der 1960er popmusikalischem Brachland. Nach den klassischen Proben im backsteinernen Hinterhof stieg die Bluesband The Rollin’ Stones mit Hilfe einiger Szeneveteranen wie Alexis Korner und Giorgio Gomelsky vom Außenseiter zum Geheimtipp im jazzverliebten London auf. Nachdem die Band in frühen Tagen ausschließlich Coverversionen ihrer kultisch verehrten Helden des Blues und Rock'n'Roll nachspielten, wurden Mick Jagger und Keith Richards von ihrem ersten Manager Andrew Loog Oldham zum Komponieren gezwungen. Das Ergebnis waren erste Hits wie "Get off my Cloud", "The Last Time", und mithin ein Platz im unaufhaltsamen Tornado namens "The British Invasion", welcher über die USA hinwegfegte und einer ganzen Generation die Sinne raubte. Wenig später verursachte diese Bewegung eine weltumspannende Jugendrevolte ungeahnten Ausmaßes, deren Soundtrack unter anderem die im Jahr 1965 veröffentlichte Single "(I can’t get no) Satisfaction" war, welche die jungen Briten endgültig in den Olymp der Popmusik katapultierte.
Am 12. Juli 2012 jährt sich die offizielle Geburt der „Greatest Rock'n'Roll Band of all Time“ nun zum 50. Mal. An jenem Tag im Jahr 1962 bestiegen fünf junge Männer zum ersten Mal gemeinsam eine Bühne, es war die des Marquee Club in der Londoner Oxford Street. Seitdem ist die Band ohne Unterbrechung aktiv. 
In einem Interview sagte Keith Richards einst: “You got the sun, the moon, the air to breathe and you got The Rolling Stones, we’ve always been there, and I intend to stay.“
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