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Jon Krakauer - In die Wildnis

2008-03-14 12:34:29

  • in Die Krakauer Wildnis

Christopher McCandless reiste als Tramper quer durch die USA, um die Freiheit zu entdecken. In der Taiga Alaska fand er schließlich den Tod. 'In die Wildnis' von Jon Krakauer ist Tatsachenbericht und Nacherzählung zugleich.

Christopher Johnson McCandless wurde am 12. Februar 1968 in Virgina geboren. Er wuchs behütet in Annandale auf, einem vornehmen Suburb von Washington D.C. Sein erfolgreicher Vater Walt McCandless war für die NASA tätig und hatte sehr persönliche Vorstellungen von der Karriere seines Sohnes. Zwar war Chris ein gebildeter und tüchtiger Bursche, aber mit so manchen Regeln und Konventionen vermochte er sich nicht abzufinden. Auch pendelte sein Wesen oft zwischen Sturheit und Sanftmut, Trotz und Beharrlichkeit. Nur die Natur konnte ihm die nötige Ruhe vermitteln.

Nachdem er äußerst erfolgreich sein Studium an der Emory Universität in Atlanta beendet hatte, spendete er das gesamte Vermögen, das seine Eltern für ihn angelegt hatten, einer Hilsorganisation. Er packte wenige Habseligkeiten zusammen und brach von Zuhause auf. Die genauen Beweggründe blieben seinen Eltern verborgen, er ging ohne sich zu verabschieden.

Nur seine Schwester Carine, seine wichtigste Bezugsperson in der Familie, ahnte von den Dingen, die in ihrem Bruder vorgingen.
Zwar hatte sich Chris McCandless schon öfter auf spontane Reisen begeben, doch dieses Mal sollte es sein letzter Abstecher sein.

Tolstoi, Kerouac und London


Seine Leiche wurde am 10. September 1992 in Alaska gefunden.
Den genauen Zeitpunkt seines Todes konnte man nicht feststellen, da die Verwesung zu weit fortgeschritten war. Nur 33 Kilo wog der Kadaver, wie bei der Autopsie festgestellt wurde. Man ging davon aus, dass der Tod mit einer Vergiftung oder Nahrungsmangel zu tun hatte.

Inspieriert wurde McCandless auf seinem Trip von seinen Lieblingsautoren Leo Tolstoi, Jack Kerouac und Jack London und im Zuge seiner Reise gab er sich den träumerischen Namen 'Alexander Supertramp'.
(Bezug nehmend auf W.H. Davies Supertramp – Autobiographie eines Vagabunden).

Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen, wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen. (Henry David Thoreau, US-Philosoph)


Schriftsteller, Journalist und Extrem-Bergsteiger Jon Krakauer (In eisigen Höhen) rekonstruierte die Geschichte von Christopher McCandless.
Anhand von poetischen Tagebucheinträgen, unterwegs verschickten Postkarten, kryptischen Notizen und angestrichenen Buchpassagen sowie langen Gesprächen mit Familienangehörigen und Gefährten machte er sich ein Bild von dem Jungen, mit dem er scheinbar so viel gemeinsam hatte. Ein mutiger Seelengefährte mit gleichem Naturell, der zu früh starb.

1996 veröffentliche er schließlich seine peniblen Recherchen und fügte noch selbst erlebte Grenzerfahrungen hinzu. In die Wildnis wurde ein großer Erfolg und kletterte die Bestsellerlisten empor. Obwohl Krakauer nicht der allerbeste Schriftsteller ist, schafft er es doch, ein einfühlsames Portrait zu zeichnen. Die Ehrlichkeit, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, das Handeln gegen jegliche Vernunft und auch die Gefahr sind echt und spürbar.

In achtzehn Kapiteln und einem Epilog erhalten wir einerseits Einsicht in das Leben einens Jungen, dessen Tatendrang und Hunger nach Leben ihn in den Tod führten, andererseits begegnen wir einem Autor, der lange Zeit den nötigen Kick im Klettern und Bergsteigen suchte, um sich von den Problemen und Widrigkeiten seines Lebens abzulenken. Fast hätte es auch ihn erwischt.

Solch gewaltige Schritte fallen schwer oder bleiben den meisten Menschen verwehrt. Nichtsdestotrotz vermittelt In die Wildnis ein sensibles Bild eines Freigeistes, ohne dabei die tückischen Risiken auszulassen.

 

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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