2009-11-10 21:27:09
Johnny Winter – Der weiße Gott des Blues gastiert am 14. November im Gasometer | Planet.tt!
Der amerikanische Sänger, Gitarrist und Produzent Johnny Winter ist seit über drei Jahrzehnten das Synonym für einen Bluesrockmusiker der Extraklasse. Rau und ungekünstelt verstand es der "weißeste Bluesgitarrist der Geschichte" mit enormem Einfühlungsvermögen diese schwarze Musik nachzuempfinden und authentisch umzusetzen.
Winter wurde 1944 in Leland, Mississippi geboren – er leidet seit seiner Geburt an Albinismus. Johnny wächst in der kleinen texanischen Stadt Beaumont auf, beginnt mit fünf Jahren Klarinette zu spielen, später wechselt er zur Ukulele und dann zur Gitarre. In seiner Jugend ist er sehr häufig in schwarzen Blues-Clubs anzutreffen und er besucht Konzerte mit Blues-Helden wie Muddy Waters, BB King oder Bobby Bland, die einen starken Eindruck bei ihm hinterlassen.Seine erste Band Johnny and the Jammers gründete er mit 14 Jahren gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Edgar am Piano. In den folgenden Jahren spielte er mit seinem Trio (Tommy Shannon am Bass und Uncle John Turner am Schlagzeug) in ländlichen Bars in Texas und sie begannen mit der Aufnahme von Singles in lokalen Aufnahmestudios. Sein Durchbruch gelang ihm 1968 durch einen Artikel in der Zeitschrift Rolling Stones und einem darauf folgenden Auftritt im Fillmore East in New York. Er erhielt einen gut dotierten Plattenvertrag mit Columbia, sein Debut-Album Johnny Winter erreichte 1969 die Charts. Er spielte im August 1969 beim Woodstock-Festival, sein Auftritt erschien allerdings nicht im Film, da sein Manager sich mit dem Filmproduzenten zerstritten hatte.
Wenig später gründete Johnny Winter eine Band mit ehemaligen Musikern der McCoys (inklusive dem Gitarristen Rick Derringer) – die Band wurde Johnny Winter And genannt; 1971 erzielte das Live-Album Live/Johnny Winter And Gold. In den nächsten Jahren tourte die Gruppe massiv in den USA, jedoch hatte Winter in dieser Zeit massive Probleme mit seiner Drogensucht. Nach seiner erfolgreichen Entwöhnung nahm er das sehr erfolgreiche Album Still Alive and Well auf – eine Mischung aus Hard Rock und Blues; diese Richtung verfolgte er auch im folgenden Album Saints and Sinners.
Mitte der 70er-Jahre gründete er gemeinsam mit seinem Manager das Platten-Label Sky Records, das über Columbia vertrieben wurde und produzierte 1976 seine ersten LP Captured Live auf diesem Label. Winter's Sound entfernte sich zunehmend vom Rock’n Roll in Richtung Blues und er erneuerte die Zusammenarbeit mit seinem Bruder Edgar, der inzwischen eine eigene erfolgreiche Karriere lanciert hatte.
1977 begann Johnny Winter’s Zusammenarbeit mit seinem großen Vorbild - der Blues-Legende Muddy Waters. Er produzierte das Waters-Album Hard Again, wo er auch neben Waters Gitarre spielte (Waters Veteran James Cotton spielt auf diesen Aufnahmen Harmonika). Diese Scheibe bekam den Grammy-Award 1977 für Best Ethnic or Traditional Recording und wurde ein Bestseller. Er setzte die Partnerschaft fort mit der Produktion von zwei weiteren Muddy Waters Studio-Alben und seiner eigenen LP Nothin' But the Blues, bei der er von Muddy Waters und Musikern seiner Band unterstützt wurde.
In den 80-er Jahren veröffentlichte er nach einer vierjährigen Aufnahmepause drei Alben auf dem Blues-Label Alligator. Neben seinen eigenen Aufnahmen aus dieser Zeit – Guitar Slinger (1984), das Grammy-nominierte Serious Business (1985), Third Degree (1986) - kooperiert er noch mit anderen Blues-Legenden wir Sonny Terry und Willie Dixon. Auf der LP Winter of '88, das er für die Labels Voyager/MCA aufgenommen hat, experimentiert Winter mit einem mehr zeitgemäßen Sound. 1988 wird Johnny Winter in die Blues Foundation Hall of Fame aufgenommen.
Die frühen 2000er-Jahre waren ruhig, was neue Aufnahmen betrifft, aber es gab mehrere signifikante Neuauflagen früher LPs. Das Magazin Rolling Stone veröffentlichte 2003 eine Liste der 100 Greatest Guitarists of All Time, Winter wurde darin als Nummer 74 gereiht. 2004 erscheint – nach nahezu 8 Jahren Pause - auf Pointblank/Virgin das Album I'm a Bluesman, das ihm eine Grammy-Nominierung einbrachte und in den USA den Status der bestverkauften Blues-Produktion des Jahres erreichte.
Der legendäre Gitarrenvirtuose Johnny Winter spielt seit Jahren mit wechselnden Besetzungen sehr erfolgreich in weltweiten Tourneen – so auch 2007 und 2008 in mehreren Destinationen in Europa. Beispielsweise spielte er 2007 ein Konzert auf dem Museumsplatz in Bonn, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Edgar und seinem Jugendfreund Rick Derringer auftrat. Er spielte sitzend - das Alter und die Krankheit zeigen ihre Spuren - aber mit technisch brillantem Gitarrenspiel und sichtbarer Spielfreude alte und neuere Songs. Das aufmerksame und begeisterte Publikum dankte es ihm mit rauschendem Applaus.
Der ist auch in den Konzerten der neuen Tournee, die in auch nach Wien bringt, zu erwarten. Wir freuen uns auf ein Wiedersehn mit dem Ausnahmekünstler und unsere Erwartungen sind hoch. Sobald er die Bühne betritt und sein hervorragendes Können unter Beweis stellt, wird er diesen mit Sicherheit gerecht werden.
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