Vergangenen Donnerstag ging das wohl letzte Festival des heurigen Sommers über die Bühne, das 2 Days A Week in Wiesen. Die sympathischen Emo-Rocker Jimmy Eat World aus Arizona waren als Headliner des zweiten Tages Schluss- und würdiger Höhepunkt des diesmal ganz im Zeichen von Punk und Hardcore stehenden Festivals.
In der Nacht auf den 1. September ging das wohl letzte Festival des heurigen Sommers über die Bühne, das 2 Days A Week in Wiesen. Die sympathischen Emo-Rocker Jimmy Eat World waren als Headliner des zweiten Tages Schluss- und würdiger Höhepunkt des diesmal ganz im Zeichen von Punk und Hardcore stehenden Festivals.

Das Programm war mit je neun Bands pro Tag dicht gedrängt, folglich musste man sich für die Headliner-Bands auf eine späte Startzeit einstellen. Für die Jimmy Eat World-Fans war es schließlich kurz vor halb eins so weit. Und das Ausharren hatte sich absolut gelohnt, denn mit ihrer schneidigen Performance, gleichzeitig ihre Livepremiere in Österreich, verpasste die Band aus Arizona den herbstlichen Temperatuen einen Tritt in den Allerwertesten und brachte für knapp eineinhalb Stunden Sonne in unsere Gemüter. Auch wenn sie für den wahren Punk- und Hardcorefan im Vergleich zu den insgesamt deutlich härteren Vorgängerbands wie etwa Rise Against anfangs möglicherweise ein wenig zu "weicheiig" wirkten, hatte das sympathische Vierergespann mit ihrer genialen Verschmelzung von harten Rockriffs und zündenden Melodien, gerne auch als "Emo-Rock" bezeichnet, das Publikum schnell für sich gewonnen - Crowdsurfing inklusive.

Jimmy Eat World haben es von lediglich 2000 verkauften Exemplaren ihres 1994 veröffentlichten Debütalbums bis zu ihrem bis dato fünften Longplayer zu mittlerweile millionenfachen Albumverkäufen gebracht. Trotz ihres Erfolges gelten die vier Musiker aber als bodenständig und frei von Starallüren, was sie mit ihrem Auftritt unter Beweis stellten. Wenn etwa Frontman Jim Adkins schüchtern ins Publikum lächelt und kurz darauf extatisch über die Bühne zappelt und dabei seine Fender Telecaster würgt, wirkt das einfach grundsympathisch und unaufgesetzt, und seine Mitmannen stehen ihm dabei um nichts nach. Während Zach Lind in die Felle drischt und mit Bassist Rick Burch ein Wahnsinns-Rhythmusgespann abgibt, verschmelzen die beiden Gitarristen/Sänger Tom Linton und Jim Adkins einer spielerischen Einheit, die ihresgleichen sucht. Auch wenn Adkins für mich eine der besten Stimmen im Rockbusiness hat, sind die gesanglichen Qualitäten von Linton ebenfalls nicht zu unterschätzen, der bei "Seventeen" und "Blister" den Leadgesang übernehmen durfte.

Das Liveset war ein feiner Querschnitt durch ihre letzten vier Alben, von "Static Prevails" bis "Futures", mit Schwerpunkt auf Mitsing-Abrock-Hymnen wie "Bleed American", "A Praise Chorus", "Sweetness" oder "The Middle". Und mit einigen feinen Neukompositionen machten sie schon gewaltig Appetit auf das voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinende neue Album. Leider, um hier meine Euphorie kurz etwas einzubremsen, leider klammerte die Band ihre gefühlsgeladene Seite und damit Songs wie "Drugs Or Me" oder das todtraurige "Hear You Me" aus - was aber vermutlich auch nicht optimal zur ausgelassenen (End-)Sommerkonzert-Stimmung gepasst hätte. Und auch der Überhit "Lucky Denver Mint", durch den sicherlich nicht nur ich erstmals auf die Band aufmerksam wurde, stand leider nicht auf dem Spielplan. Dafür bügelten sie mit einer aufgemotzten und gekürzten Version von "Goodbye Sky Harbor" diese "Versäumnisse" wieder aus und boten ein insgesamt rundes, mitreissendes Set, das nach leider nur zwei Zugabennummern ein zu frühes Ende fand. Daher zum Abschluss mein Appell an die Band: tolle Österreichpremiere, aber lasst euch in Zukunft gefälligst öfters mal hier blicken!
Fotos: (c) Stephan Brueckler