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musik

Jewish Sounds From Around The World

2007-04-02 00:10:56

Die jüngst erschienene Kompilation „Shtetl Superstars - Funky Jewish Sounds From Around“ bietet aktuelle weltweite jüdische Musik und beweist damit wieder einmal, wie vielfältig sie ist.

Geräusche einer Dampflokomotive. Eine Frauenstimme ruft die am Bahnhof verweilenden Passagiere zum Betreten des Zuges auf. Der Zug fährt los – und das Eröffnungslied der soeben erschienenen Compilation jüdischer Klänge, genannt „Shtetl Superstars“ mit dem überdeutlichen Subtitel „Funky Jewish Sounds From Around The World“, nimmt auch ihren Lauf: der „Immigrant Song“ von der in Deutschland und Holland beheimateten Amsterdam Klezmer Band inklusive einer Hälfte des Herausgeberduos, Yuriy Gurzhy. Gemeinsam mit seinem Freund Lemez Lovas stellte er eine Auflistung in Form einer CD aktueller jüdischer Sounds auf, was sich soundtechnisch zwischen dem traditionellen Klezmer, Hip Hop, Ska, Reggae, Punk, Surf und Drum`n`Bass einpendelt.

Heterogen ist homogen

Gurzhy geht im Prolog des inkludierten Booklets der notorischen Frage, was denn jetzt eigentlich „jüdische“ Musik sei, nach: „Was ist das eigentlich – jüdische Musik? Wie klingt sie? Wo, von wem und wie wird sie heute gespielt? Eine eindeutige Antwort auf diese Fragen wird es nicht geben – die Juden haben sich über die ganze Welt zerstreut, sie haben sich mehrheitlich assimiliert und in den Kulturen anderer Völker fast aufgelöst. Die Vorstellung, dass eine typisch jüdische Band von heute aus Israel kommen und Klezmer spielen muss, ist sehr weit von der Realität entfernt, beinahe absurd.“ Den Beleg liefert uns die komplette CD, denn wenn die aus den USA und Israel kommende famose Balkan Beat Box mit „Adir Alam“ einen chillig-smoothen Sound abliefert, die Hip-Hop Hoodios ihren Song „Havanna Nagila“ zum besten gibt und der ebenfalls US-amerikanische Rapper Remedy einen zum Nachdenken  anregenden Song, „Never again“, der von den Verbrechen des Holocaust handelt, ausstellt, werden die dem geneigten Hörer ansässigen Ohren sagen: „Wow“! Hier wird verdeutlicht, dass es sich definitiv lohnt, solchen bewusst neben dem musikalischen Einheitsbrei – auch „Mainstream“ genannt – stehenden Songs ein Ohr zu leihen.


Oi Va Voi                                                                                         Foto: Oi Va Voi


Balkan Beat Box                                              Foto: Seth Kushner

Bezüglich der Vorurteile des Jüdisch-Seins bringt es Lovas, der Mitglied der wohl nicht unbekannten Kombo Oi Va Voi ist, auf den Punkt: „Eigentlich haben nur zwei von uns über sich gesagt, dass sie Juden seien. Die anderen haben das erst dadurch erfahren, dass sie in der Band mitspielen. Einer fand heraus, dass sein Onkel gerade dabei war, Rabbi zu werden und er selbst wusste nicht einmal, dass er jüdisch ist! Aber Jüdisch-Sein hat nicht nur mit Religion zu tun. Es ist eine Glaubensrichtung, die sehr stark in Kultur und Tradition verwurzelt ist, so kannst du dich kulturell mit dem Judentum verbunden fühlen, ohne regelmäßig in die Synagoge zu gehen.“ Eben. Und wenn uns dieser gehaltvolle Umstand nicht bewusst war oder ist, sollten wir uns diese Compilation zu Eigen machen: Wider dem Vorurteil!

Die CD „Shtetl Superstars – Funky Jewish Sound from around the World“ ist u.a. bei Hoanzl erhätlich.

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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