2012-02-04 18:20:08
Am 03. Februar ging zum dritten Mal das Spot on Denmark in Wien über die Bühne. Diesmal in einer neuen Location, aber in altbewährter musikalischer Qualität.
Bereits das dritte Mal in Folge suchten die Dänen Anfang Februar Wien heim. Aber keine Angst, Werner Faymann muss keinen Außenpolitikexperten zu Rate ziehen und auch die Abfangjäger können getrost am Boden bleiben (was sie bei diesen Temperaturen ohnehin täten). Denn hier handelte es sich um keine feindliche Übernahme, sondern um ein äußerst fruchtbares Joint Venture, dass die heimischen Freunde der nordischen Barden regelmäßig in großer Zahl vereint.
Aufgrund des großen Erfolgs in den vergangen beiden Jahren, wurde das Spot on Denmark in diesem Jahr vom B72 ins WUK verlegt. Während sich 2011 die Mitglieder der siebenköpfigen Formation CODY auf engem Raum zusammendrängen mussten, hatten heuer nicht nur die Besucher mehr Bewegungsfreiheit.
Doch das sollte nicht die einzige Neuerung sein. Der neu gewonnen Platz auf der Bühne wurde sogleich für eine Kooperation zwischen einer dänischen und einer österreichischen Band genutzt. Womit wir auch schon beim Beginn des Abends wären: Dieses Zusammenspiel von Il Tempo Gigante und den hiesigen Publikumslieblingen Garish stand unter keinem guten Stern. Rolf Hansen, alias Il Tempo Gigante, hatte mit einer Verletzung an der Hand zu kämpfen, welche ihm das Gitarrespielen unmöglich machte.
So wurde kurzerhand umdisponiert und das Set auf Songs von Garish umgestellt. Rolf Hansen begleitete die Band mit Trompete und Gesang - obwohl er nach eigenen Angaben über keinerlei Deutschkenntnisse verfügt - erstaunlich akzentfrei und äußerst sympathisch. Die Musiker, die sich erst eineinhalb Tage zuvor kennen gelernt hatten, harmonierten perfekt und man glaubte ihnen aufs Wort, als sie von ihrer gegenseitigen Sympathie berichteten, die in den kurzen, aber intensiven Proben entstand. Und so konnten sie selbst mit einem lediglich fünf Songs umfassenden Set begeistern und sorgten mit "Dann fass ich mir ein Herz" für einen der schönsten Momente des Abends. Wer von Garish nicht genug bekommen kann, sollte sich den 16. April vormerken - an diesem Abend werden die Herren im Stadtsaal gastieren und vielleicht sogar Il Tempo Gigante auf der Bühne begrüßen.
Der darauf folgende Auftritt von Darkness Falls spiegelte den Gesamteindruck des Abends wieder: sehr gut - befriedigend - sehr gut. Aber alles der Reihe nach. Im Herbst 2011 veröffentlichten Josephine Philip und Ina Lindgreen ihr Debütalbum Alive In Us, welches mit seinen sphärischen Klängen besticht. An der live Umsetzung haperte es jedoch. Kleinere technische Unstimmigkeiten wären ja noch verzeihlich, nicht jedoch jene Monotonie, die sich nach den ersten Songs unweigerlich einstellte. Nach einem gelungenen Start blieb man in einem Klangsumpf aus nahezu nicht unterscheidbaren Nummern stecken und konnte sich erst durch einen Rhythmuswechsel (endlich!) gegen Ende des Sets, wieder befreien.
Reptile Youth, vom Waves Vienna noch unter dem Namen Reptile & Retard in Erinnerung, holten das Publikum bereits beim Anstimmen der ersten Töne aus seiner Lethargie und brachten selbst die Bewegungsmuffel zum Tanzen. Obwohl der erste Stage-Diving Versuch in die relativ lose stehende Menge mit einer beinahen Bruchlandung endete, ging Sänger Mads Damsgaard im weiteren Verlauf des Konzerts noch mehrmals mit dem Publikum auf Tuchfühlung. Reptile Youth's Musik vereint das Beste von Rock und Electronic und ihr bisheriger Erfolg basiert auf ihren energiegeladenen Performances. Kaum zu glauben, aber diese Band hat bis dato weder eine Single, geschweige denn ein Album veröffentlicht. An der Fertigstellung ebendessen wird jedoch fleißig gearbeitet und wir sind gespannt, wie sich die Wirkung der Songs, festgehalten in Nullen und Einsen, entfalten wird. Die Zuversichtlich ist groß, dass dies den Hörgenuss nicht vermindern, sondern vielmehr die Vorfreude auf den nächsten Auftritt erhöhen wird.
Wie schon in den vergangenen Jahren erwies sich das Spot on Denmark als Garant für das Entdecken von tollen neuen Bands und uns bleibt nicht mehr zu sagen als: Wir freuen uns auf die nächste Runde!
'Sie gehörte zu den Mädchen, die niemals etwas nur mögen oder gut finden, sondern schwärmen.'
K. Hagena, "Der Geschmack von Apfelkernen"
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Finger weg von meiner Paranoia. Die war mir immer lieb und teuer.
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