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Interview mit Olli Schulz

2008-12-14 21:27:25

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  • The of home lame
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Olli Schulz, seines Zeichens Musiker und begnadeter Entertainer, stellte sich vor seinem Konzert im Wiener Flex den Fragen von FM5.

Der Soundcheck ließ bereits anklingen, dass der verheißungsvolle Titel Die große Olli Schulz Show den Erwartungen gerecht werden wird. Gleich danach führte man uns in den Backstageraum des Wiener Flex, wo Olli noch beschäftigt war die Ergebnisse seines Lieblingsfußballvereins, dem Hamburger SV, zu checken. Unglücklicherweise funktionierte auf dem MacBook nur „deutsches Netz“, weswegen er sich nicht in der Lage sah, die österreichischen Ergebnisse anzuzeigen. Also packte er den elektrischen Krempel beiseite um sich voll und ganz den Fragen von FM5 zu widmen.

FM5: Der Soundcheck war ok?


Olli Schulz: Soundcheck war wie immer blendend hier. Die besten Tontechniker gibt’s im Flex, da können wir uns nicht beschweren.

Du bist diesmal mit Home Of The Lame unterwegs. Wo ist der Hund Marie?


Der Hund Marie kann nicht, der wird von Tomte zermürbt.
Home Of The Lame
ist eine eingespielte Band, das ist wie damals Bob Dylan in den 80er Jahren, als er seine Band verloren hatte und mit Tom Petty & The Heartbreakers auf Tour gegangen ist. Das ist sozusagen die deutsche Variante. Olli Schulz und Home of the Lame.

Macht's Spaß?


Es macht sehr viel Spaß. Das ist heute der dritte Auftritt. Die ersten beiden waren schon sehr gut. Es sind immer noch Steigerungen möglich, aber es macht total viel Spaß.

Wirst du heute Lieder vom neuen Album vorstellen?


Fast das ganze Album. Es ist schon aufgenommen, gemischt, gemastert. Muss nur noch veröffentlicht werden. Irgendwann Februar, März, April. Frühjahr 2009.

Gibt’s schon einen Albumtitel?


Nein, noch keinen den ich hier sage. Auf der Bühne sag ich immer es heißt ‚Das kann unmöglich ich sein.’

Ist das tatsächlich ein Anwärter?


Ja, das ist ein Anwärter.

Gibt’s Unterschiede zu den Vorgängeralben? Es wurde ja von Mal zu Mal bandlastiger.


Das ist diesmal ein richtiges Bandalbum geworden. Ich hatte ganz tolle Musiker dabei. Ich hab mit Moses Schneider in Berlin aufgenommen. PC hat Gitarre gespielt, er spielt bei Warning Suicide Gitarre. Ben Lauber hat Schlagzeug gespielt, und der Keyboarder von Nena, Arne Augustin, ein wahnsinnig toller Typ, hat Klavier gespielt. Wir haben 80 Prozent der Platte live aufgenommen. Es wurde deutlich rockiger als die Platten davor.

Doch nicht in die Elektrorichtung?


Das hat irgendjemand mal ins Internet gesetzt, das hab ich nie behauptet! Höchstens mal als Gag. Dazu bin ich viel zu wenig versiert auf dem Gebiet. Wir hatten zwar mal einen Song, der hatte so einen Elektrobeat... Das find ich mal ganz witzig. Die neue Platte ist aber rein mit echten Instrumenten hergestellt.

Hat der Hund Marie auch mitgewirkt?


Ne, sonst wär’s ja eine Olli Schulz und der Hund Marie Platte. Das ist eine Soloplatte.

Es hat in letzter Zeit einige Veränderungen gegeben, was dein Management betrifft. Das erste Album erschien auf dem Grand Hotel, danach kam der Wechsel zu einem Major Label. Wie waren dort deine Erfahrungen?


Durchwachsen. Sie waren genauso gut und genauso schlecht wie beim Grand Hotel. Allerdings ging es der EMI zu der Zeit bereits nicht so gut, inzwischen ist die Firma pleite und ich bin auch nicht mehr bei der EMI. Die neue Platte kommt jetzt bei der Sony raus.

Im März 2008 hast du Songs einer Deutschpunkband gecovert.


Ja da haben wir eine EP rausgebracht. Ausflug mit Razzia heißt die. Die gibt’s nur auf Vinyl, verkaufen wir auch heute. Da haben wir vier Songs einer Band gecovert, die ich sehr, sehr schätze. Das war meiner Meinung nach die beste deutsche Punkband der 80er Jahre. Sie hatten die besten Texte. Wir haben die Musik ein bisschen ummodelliert, das hab ich mit Max Schröder, dem Hund Marie, gemacht. Und das ist sehr schön geworden. Wir wollten das aber als Liebhaberstück rausbringen, deswegen gibt’s das nur auf Vinyl und in einer limitierten Auflage von 1000 Stück, glaub ich, und ist bei dem fantastischen Label Audiolit erschienen.

Wie waren die Reaktionen darauf?


Super waren die! Es ist natürlich so, dass dadurch, dass es nur auf Vinyl erschienen ist, und es nur ein kleines Label rausgebracht hat, nicht so groß die Werbetrommel gerührt worden ist. Aber wir sind da sehr stolz drauf und es ist auch mal ganz schön, eine Platte zu machen nur für Fans und für Leute die Bescheid wissen, welche Band wir meinen. Es war eher eine Herzensangelegenheit. Wurde alles in vier Tagen aufgenommen.

In der Großen Olli Schulz Show spielst du nicht nur, sondern du liest auch.


Ich lese aus einem Buch, das nächstes Jahr irgendwann erscheinen soll - sobald’s endlich fertig ist. Ich lese eine kleine Geschichte aus dem Buch vor.

Handelt es sich um einen Roman?


Es ist ein autobiografischer Roman, der in den 90er Jahren angesiedelt ist und meine Zeit als Stagehand und Roadie in Hamburg beschreibt. Ich hab dort jahrelang gearbeitet und die Kisten für sehr viele große Rockbands geschoben.

Da erlebt man so viele lustige Geschichten?


Ja, es ist nicht nur lustig, aber ein Großteil ist sehr witzig. Manchmal ist es sehr vulgär – heute werde ich eine sehr schlüpfrige Geschichte vorlesen, weil ich dachte man muss dem Publikum zu Beginn nicht gleich eine depressive Geschichte andrehen – obwohl es auch ein paar melancholische Momente geben wird.
Heute gibt’s zwar nur einen kleinen Teil, weil ich ja hauptsächlich unterwegs bin um die neue Platte vorzustellen und die Songs live testen will. Aber ich hab einfach Lust eine kleine Show zu machen, weil wenn ich jetzt nur die neue Platte spielen würde, wäre das vielleicht ein bisschen anstrengend. Wir spielen nämlich kaum alte Lieder. Ich war dieses Jahr schon acht Wochen auf Tour und hab grade echt die Schnauze voll von den alten Songs.

Du bist schon einmal auf Lesetour gegangen, nicht?


Ja, vier oder sechs Daten waren das.

„Rock’n’Roll verzeiht dir nichts“.


Weißt du wer Rock’n’Rolf ist? Das ist der Künstlername von dem Sänger und Gitarristen von Running Wild. Der heißt eigentlich Rolf und der hat sich diesen Spitznamen gegeben.

Sehr originell.


Ja, total! Es ist natürlich anders als Songs zu spielen. Ich war sehr nervös auf der Bühne, obwohl ich eigentlich eine echte Rampensau bin, aber das ist halt ein Medium, das ich noch nicht so verinnerlicht hab. Und das ist jedes Mal noch ziemlich schwierig einen Fluss beim Lesen rein zu bekommen. Ich finde gut lesen ist eine sehr große Kunst und ich kann nicht sagen dass ich die komplett beherrsche. Dafür sind die Geschichten reißerisch genug um das ein bisschen zu kompensieren.

Bibi Mc Benson
??


Bibi Mc Benson
ist ein Künstler, den ich unterstütze, der Platten macht und sich gerne auf mich bezieht. Das ist ein Psychopath und hat auch vor zwei Jahren hier in Wien einen sehr legendären Auftritt hingelegt und hat seitdem hier Hausverbot. Der hat nämlich das Publikum beschimpft und ist ein echter Hallodri, also jemand der sehr starke Alkoholprobleme hat und sehr viele Sexrock-Lieder singt. Hauptsächlich geht’s ihm nicht um die Musik, sondern darum, dass er die Mädels nach der Show flachlegen kann. Aber das schafft er nicht, weil er einfach ein unerträgliches Arschloch ist. Er verscherzt es sich wirklich mit allen. Ihr könnt mal Tomte oder Kettcar nach Bibi Mc Benson fragen. Er hat wirklich sehr wenige Sympathien. Nette Worte wirst du kaum über ihn finden.

Danke für das Gespräch.


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Bernd Faszl

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Christian Stipkovits

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Kommentare




 

17.08.2009
Herr Mittl

Sehr gut Bernd! :-D

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