2007-04-02 00:10:53
Letztes Wochenende war für Begeisterte der elektronischen Musik wohl das beste: in Wiesen fand bereits zum zweiten Mal das Urban Art Forms statt. Und auch wenn das Wetter zum Vergessen war – dieses Musikfestival war es bestimmt nicht!
Wenn tief im burgenländisch-niederösterreichischem Grenzbereich – also dort, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen – genauer gesagt im Mekka des Musikfestivals, in Wiesen, aus Papas Auto Drum & Bass und andere Arten von elektronisch produzierter Musik dröhnen, dann heißt es wieder: die sonst im urbanen Raum als Ermittler zwischen Nüchternheit und Trance zum Einsatz kommende elektronische Musik begeht – ganz im Sinne des obligaten Aufeinandertreffens zwischen abgebrühtem Stadtmenschen und Landei – Stadtflucht. Das heuer bereits zum zweiten Mal abgehaltene Urban Art Forms-Festival mit dem programmatischen Subtitel „Electronic Dance Music“ hat gerufen – und folgerichtig eine Masse tanzwütiger Menschen in die Untiefen des Burgenlandes geholt. Auch wenn der Wettergott kein Einsehen mit dem hedonistischen Freizeitverständnis der durch bewusstseinserweiternde Mittel – ja, dieses Klischee muss bedient werden! – vollgepumpten Besucher hatte und der Regen- nur kurz zum Sonnenschirm mutierte, brach dieser Umstand keinem Katharsis begeisterten Menschen ein Bein (zum Tanzen) ab.

Tanzen, Techno, Trommelfell
Auf drei Bühnen (Tent-, D&B- und Aftershowstage) aufgeteilt, vermachte der Veranstalter dem Publikum eine Exposition der zurzeit wohl besten Künstler in dieses Sparte von Musik und ließ es im D&B-Zelt zu den opulenten Klängen von Drum & Bass-Veteranen wie Andy C, DJ Hype, Planet Pendulum, DJ Teebee, High Contrast und anderen Krachern des 1990 in London erfundenen und sich seither seinen Weg in die Clubs der Welt suchenden D&B abtanzen. Auch nicht mehr Abwechslung fand der technobegeisterte Hörer vor der Hauptbühne: dort wurde zu den extravaganten Soundwellen eines Jeff Mills, Ricardo Villalobos oder des genialen Marco Haas alias T.Raumschmiere & Band das Tanzbein geschwungen. Nebenbei stachen die unglaublich stil- und geschmacksvoll arrangierten Künste der VJs – genannt Visuals – ins Auge; weil das Auge ja mithört! Wer den Zustand seines Trommelfells (noch) nicht überbelastet und seine Gehirnzellen in noch geordneter Weise vorzufinden hat, dem sei folgendes empfohlen: nächstes Jahr wieder das schöne Wiesen aufsuchen. Letztendlich lohnen sich die schwarzen Ringe unter den Augen ja doch…
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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