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In der Kürze liegt die Würze

2007-04-02 00:15:34

Alles was kurz ist auch gut: kurzweilig, Kurzurlaub und so auch der Kurzfilm. Und wenns einem nicht gefällt, ist's auch schnell wieder um...

Alles was kurz ist, ist auch gut: kurzweilig, Kurzurlaub und der KURZFILM. Und wenn einem der Film nicht gefällt, ist er auch schnell wieder um, denn besser grauenhafte 10 Minuten als grauenhafte 90 – so die Argumente der Veranstalter des Kurzfilmfestivals Vienna Independent Shorts (VIS), welches zwischen 21. und 28. Mai erfolgreich über die Bühne ging. Die Zahl von 2.600 Besuchern zeigte, dass sich das Genre Kurzfilm nicht nur bei den Insidern der Kurzfilmszene, sondern auch bei den durchschnittlich ambitionierten Kinogehern zunehmender Beliebtheit erfreut. Neben dem VIS widmen sich aber auch zahlreiche andere Vereine dem Kurzfilm – vielfach arbeiten sie auch zusammen, um den Kurzfilm in Österreich zu etablieren.

weniger ist mehr
Weniger Zeit bedeutet nicht automatisch, weniger Qualität oder weniger Inhalt. Vielfach sogar eher das Gegenteil: Kurzfilme sind kreativ, innovativ und erzählen mit hoher Intensität. Was den Kurzfilm so besonders macht, weiß auch der Schauspieler Johannes Silberschneider: „Film ist Leben. Der Kurzfilm ist ein kürzeres Leben, aber oft intensiver, weil in kürzerer Zeit oft mehr passiert“. Und genau das ist wohl auch die Schwierigkeit des kurzen Film, nämlich in sehr kurzer Zeit eine Welt entstehen zu lassen und für den Zuschauer greifbar zu machen. Bei herkömmlichen 90 Minuten-Filmen ist es möglich, die Figuren in ihrer Entwicklung zu zeigen, deren Umfeld und die Geschichte mit allen Details einzuführen. Beim Kurzfilm bleibt keine Zeit für lange Erklärungen, es muss gleich zur Sache kommen. Thematisch ist im Kurzfilm alles erlaubt, was auch die verschiedenen Kurzfilmblöcke beim VIS sehr eindringlich zeigten. Egal ob Liebesangelegenheiten, Animation, Experimental oder einfach Kurzfilme über die Lebenswelten der Midtwenties – der Kurzfilm schafft sie alle. Dass das Kurzfilmgenre auch offener ist für Experimente und innovative Ideen, weiß der Filmemacher Virgil Widrich: „der Kurzfilm […] (ist) wie eine kurze Brücke und da kann man sich statisch mehr erlauben, als bei einer langen Brücke die über drei Kilometer funktionieren muss.“

Engagement ist gefragt
Mittlerweile organisieren sich zahlreiche ambitionierte Vereine und schaffen Plattformen für Kurzfilmbegeisterte und Filmemacher mit interessanten Filmfestivals. Neben dem internationalen VIS gibt es zahlreiche andere Veranstaltungen, die sich dem Kurzfilm widmen. So findet vom 8. bis 11. November das StudentInnenfestival Filmriss in Salzburg statt. Das Filmevent liefert einen Querschnitt durch das studentische Filmschaffen in Österreich und ist für Studierende aller Studienrichtungen und aller österreichischen Hochschulen offen.

Auch das Ohne-Kohle-Video-Filmfestival (im Juli in Wien) hat sich mittlerweile schon einen Namen gemacht und richtet sich vorrangig an Werke, die entweder völlig ohne oder mit nur geringen öffentlichen Geldern entstanden sind. Neben den Genannten gibt es zahlreiche weitere Festivals wie beispielsweise das UnderdogFestival in Wien, die sich dem kurzen Film widmen. Auch im Rahmen von größeren Veranstaltungen wie der Viennale, dem Crossing Europe oder der Diagonale werden Kurzfilme präsentiert. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe an Online Portalen wie www.kurzfilme.at, wo jeder die Möglichkeit hat, sein filmisches Werk zu präsentieren.

die Zukunft heißt Kurzfilm
An der ständig wachsenden Zahl innovativer Kurzfilmfestivals oder Portalen sowie den wachsenden Besucherströmen bei Kurzfilmveranstaltungen wird das nicht zu unterschätzende Interesse am Kurzfilm in Österreich deutlich. Dennoch ist das Genre in der österreichischen Bevölkerung zum Teil noch wenig bekannt, was sich durch kreative, innovative und engagierte Festivals sicherlich ändern lässt. Zudem stellt der Kurzfilm gerade in einer Zeit der Schnelllebigkeit, Zeitknappheit und der sich ständig verändernden Konsumgesellschaft eine geeignete Form der filmischen Umsetzung dar. Jeder weiß außerdem: Nicht die Länge zählt, sondern die Qualität. Und an engagierten, mutigen, spannenden, innovativen, kreativen und pointierten Kurzfilmen mangelt es in Österreich sicherlich nicht.

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AutorInnen

Judith Drexler

Judith Drexler

Sorge dich nicht um das was kommen mag, weine nicht um das was vergeht, aber sorge, dich nicht selbst zu verlieren, und weine, wenn du dahintreibst im Strome der Zeit, ohne den Himmel in dir zu tragen. (Friedrich Schleiermacher)

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