2010-07-25 15:05:11
In die Reihe hochkarätiger Festivals in Graz reiht sich dieses Jahr ein Debütant: Das Soundslike Open Air sorgt dafür, dass Graz auch im Sommer nach etwas klingt.
Nickelsdorf, Wiesen, Sittersdorf. Es sind fast ausschließlich kleine
Orte in der Pampa, die alljährlich das sommerliche Festivalleben und
seine Freunde beherbergen. In der schönen Stadt Graz probiert man es jetzt
auf umgekehrtem Wege. Auf dem Gelände der Helmut List-Halle - und somit
in absoluter Zentrumslage - hat sich mit dem Soundslike Open Air ein
Festival positioniert, das bewusst auf die Urbanität eingeht.
Ein bisschen Glitzer, Glitzer
Mit
dem Elevate und dem Spring hat man in Graz bereits zwei aufs
hochkarätigste besetzte Festivals, die beide ein ähnliches Feld
beackern. Eine Nische für den Neuling Soundslike Open Air konnte dennoch gefunden werden.
Und so dürfen am ersten Festivaltag die
Leningrad Cowboys aus Finnland und Russkaja ihre Livequalitäten und
ihren hohen Unterhaltungsfaktor unter Beweis stellen. Beide sind alles
andere als Unbekannte in der heimischen Musikszene, erfreuen sich hoher
Popularität und gelten als sichere Bank in Sachen Publikumszuspruch,
stellen somit auch den Head bzw. Co-Headliner.
Während diese vor
allem auf verschiedene Ethno-Einflüsse verweisen können, stehen die
Incredible Staggers zwar ebenfalls für gute Laune, aber auch für
Rock'n'Roll der klassischen Spielart
Auch der zweite Tag geizt nicht mit Zugpferden. Nur steht dieser
Samstag eher im Zeichen elektronischer Klänge. Chris Corner hat
Österreich bekanntlich dermaßen gern, dass unter zehn Auftritten seiner Band IAMX im
Jahr nichts mehr geht. Und es wäre ja auch nicht so, dass diese
Zuneigung nicht auf Gegenseitigkeit beruhen würde.
Mit den
Senkrechtstartern des Jahres, zumindest wenn es nach Airplay auf
österreichischen Radiostationen geht, nämlich Bunny Lake, hofft man
sicher auch ein wenig vom derzeitigen Hype um den aktuellen Amadeus
Awards-Preisträger zu profitieren.
Auf ein Heimspiel darf sich der Grazer Songwriter Effi freuen, der zuletzt auch Paolo Nutini in Wien supporten durfte.
Dass die Nächte in Graz lang sind, weiß man. Wer sich davon ein Bild
machen will, kann das in den späten Stunden des 6. bzw. 7. Augusts tun.
Dann nämlich folgen DJ-Lines in der List-Halle, unter anderem mit Karl
Moestl und Etepetete.
Klar, die erste Auflage des Soundslike ist mit gewisser Vorsicht
kuratiert worden, aber das ist auch zulässig. Zu hohe Risiken darf man
wirklich nicht eingehen, eine Goldgrube ist das Geschäft mit der
Musik nun mal nicht. Nach erfolgter Etablierung am Markt ist dann ja auch ein Programm möglich, dass mehr wagt.
Und so darf man sich auf ein hoffentlich von angenehmen
Rahmenbedingungen (Wetter etc.) begleitetes Soundslike Open Air in
Graz freuen. Soundslike - das kann sich hören lassen!
In aller Kürze:
Soundslike Open Air
Graz
6. – 7. August
VVK: 45€ bzw. 25€/Tagesticket
Wer ein Optimist ist, soll verzweifeln. Ich bin ein Melancholiker, mir kann nicht viel passieren.
- Erich Kästner -
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