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Im Westen was Neues

2010-02-10 17:14:07

  • Westbahnhof ÖBB westbahn Liberalisierung

Auf ihrer wichtigsten Strecke bekommen die ÖBB ab Ende 2011 Konkurrenz. Zwischen Wien und Salzburg fahren dann auch die Personenzüge von westbahn.

Ende 2011 wird auch in Österreich die Liberalisierung im Schienenverkehr offensichtlich werden. Dann startet das Projekt westbahn, initiiert von Ex-ÖBB-Personenverkehrsvorstand Stefan Wehinger und STRABAG-Vorstandsvorsitzenden Hans Peter Haselsteiner.

Zusätzlich zu den Verbindungen der ÖBB werden dann stündlich Züge von Wien nach Salzburg bzw. in die Gegenrichtung abfahren. Tickets gibt es im Internet oder direkt im Waggon, wobei man den ÖBB durch einen kundenorientierten Service Passagiere abspenstig machen will. Dass Wehinger und Haselsteiner ihr Projekt auf Schiene bringen konnten, verdanken sie der EU.

Die EU will Wettbewerb – auch auf der Schiene

Schon in den Römischen Verträgen 1957 schrieben die EU-Gründungsstaaten erste Richtlinien zu einer gemeinsamen Verkehrspolitik nieder. Allerdings kam erst Jahre später erneut Bewegung in die Sache. In Maastricht wurde 1993 die Verkehrspolitik aufgewertet und in weiterer Folge setzte sich die EU-Kommission massiv dafür ein, eine umfassende Liberalisierung innerhalb der Mitgliedstaaten zu erreichen.

Von dem Wettbewerb auf den europäischen Schienennetzen erwartet sich die EU "mehr Innovation, mehr Modernisierung und Nutzen für die Passagiere". Nachdem die Liberalisierung im Güterverkehr schon länger umgesetzt ist, wird es nun auch im Personenverkehr ernst: Die Monopole der Staatsbahnen sind Geschichte.

Die ÖBB fürchten sich nicht

Ab dem nächsten Jahr bekommen es die ÖBB also mit westbahn zu tun. Gegenüber FM5 gibt man sich allerdings betont gelassen. Man betrachtet die Liberalisierung nicht als Gefahr, sondern als Chance - so die Antwort der ÖBB Pressestelle. So machen die Bundesbahnen im Güterverkehr bereits jetzt in Italien der dortigen Staatsbahn Trenitalia Konkurrenz.

Dass viele Fahrgäste in gut einem Jahr lieber in den Doppelstockwaggons von westbahn fahren, befürchtet man nicht. Wahrscheinlicher sei, dass mehr Personen auf den Zug als Verkehrsmittel umsteigen, wenn alle 15 Minuten ein Zug Richtung Salzburg abfährt. Außerdem verweist man auf den Railjet, der im Gegensatz zu den westbahn-Zügen auch die Höchstgeschwindigkeit des Schienennetzes mit 230km/h ausreizen wird. An Kooperationen mit westbahn – etwa beim Ticketverkauf – denkt man derzeit nicht.

Profit für Staat und Fahrgäste

westbahn zahlt also ab 2011 neben den ÖBB an den Staat Miete - allerdings nur für das Schienennetz. Die Benützung der Bahnhöfe ist nicht inkludiert. Der Staat hat Dank Liberalisierung also eine neue Einnahmequelle.

Auch für die Fahrgäste könnte es zu Verbesserungen kommen. Stefan Wehinger schließt zwar einen Preiskampf mit den ÖBB aus - denn dafür hält er das derzeitige Preisniveau im Personenverkehr zu niedrig. Doch die ÖBB müssten pünktlicher und kundenorientierter arbeiten, um nicht doch Passagiere an die Konkurrenz zu verlieren, meint der westbahn-Chef.

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AutorInnen

Jakob Eder

Jakob Eder

Gern auf Reisen, am liebsten mit dem Zug. Gern im Internet, am liebsten mit meinem MacBook. Gern beim Sterneschauen, am liebsten im Lungau. Gern DIE ZEIT unterm Arm, am liebsten überall.

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