Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

musik

Im Gespräch mit Portugal. The Man

2008-09-20 13:53:48

  • The man Portugal. Censored Colors
  • The man Portugal. Censored Colors
  • The man Portugal. Censored Colors
  • The man Portugal. Censored Colors
  • The man Portugal. Censored Colors

FM5 hat Portugal. The Man kurz vor ihrem umjubelten Gig im Wiener WUK zum Gespräch getroffen. Weshalb Metallica langweilig geworden sind, die Zukunft der Plattenindustrie rosig aussieht und RATM noch immer verehreungsvolle Helden sind, lest ihr hier.

Backstage ist es überraschend ruhig und still. Verwirrung macht sich breit. Die Band ist nicht anzutreffen, stattdessen finde ich ein österreichisches Filmteam, dass selbst noch auf ihren Termin mit der Band wartet. Später wird klar warum: Drummer Jason Sechrist wurde auf dem Weg von München nach Wien von der Polizei festgehalten. Der Grund? Bewusstseinsverändernde Substanzen. Typische Rockstars eben. Während Jason plötzlich Backstage erscheint und dann wieder schnell verschwindet, kommen die anderen Bandmitglieder nach und nach herein. Es folgt ein angenehmes und unterhaltsames Gespräch. Bassist Zachary Carothers, der mir als Erster Rede und Antwort steht, ist  ziemlich erleichtert, dass sein Drummer es doch noch geschafft hat zur Location zu kommen. Diverse Termine mussten deswegen auch verschoben bzw. abgesagt werden. Nach und nach gesellen sich Sänger John Baldwin Gourley und Keyboarder Ryan Neighbours hinzu.

FM5: Welche Bedeutung verbirgt sich hinter dem Titel eures neuen Albums Censored Colors?


Zachary Carothers: Censored Colors steht so ziemlich für den Inhalt des Albums. Ich weiß nicht genau, John beschreibt ihn als eigenartig und sonderbar. (lacht) Es geht um sehr viele Dinge. Textlich vor allem wie er aufgewachsen ist und welchen Einfluss seine Eltern auf ihn hatten. Davon handelt es, wobei es wahrscheinlich die ehrlichsten Texte überhaupt enthält. Entgegensetzend dazu die Situation des restlichen Landes, der restlichen Welt. Es handelt auch davon, wie man versucht herauszustechen, sich von Dingen abzuheben. Besonders wenn es um Kunst geht, gibt es derzeit Unmengen da draußen, so viel ist verfügbar.

(Es klopft an der Tür, Sänger und Gitarrist John Baldwin Gourley kommt herein und nimmt am Gespräch teil.)

John: Ich glaube ich werde hier stehen bleiben, damit sich jeder im Raum peinlich berührt fühlt. (alle lachen)

Ich habe gerade deinen Bandkollegen gefragt, welche Bedeutung der Titel eures neuen Albums hat. Wieso heißt es Censored Colors?


John (erstaunt): Weißt du das nicht?
Zach: Ich weiß, was du dir damit gedacht hast.
John: Ich möchte hören, was er darüber denkt.
Zach: Es ist alles da drauf. (zeigt auf das Aufnahmegerät)
John: Was hast du denn gesagt?
Zach: Ich habe versucht, deine Texte zu beleuchten. Und ich meinte, dass es heutzutage Unmengen an Kunst gibt, Musik, Filme und so was. War ich auf dem richtigen Weg?
John: Ja, das stimmt.

Also hat er mich nicht angelogen?


John: Nein, nein, das ist schon sehr gut. Er ist sehr gut im Deuten und Interpretieren.

Ist es ein Album über Zensur?


John: Nein, nicht wirklich. Es war mehr der Gedanke, dass die Farben der Vergangenheit, des Rock'n'Rolls, der Musik, der Beatles und dergleichen aufgegriffen werden. Alles fühlt sich trüb und matt an, Musik besteht heute aus einer wirklich großen Anzahl von spezifischen Genres. Da gibt es ein Genre für alles mögliche. Die Farben spiegeln das wieder. (lacht)

(Es klopft erneut an der Tür. Neuzugang Ryan stößt hinzu.)

Euer letztes Album Church Mouth war lose um Religion geknüpft, es behandelte die guten und schlechten Seiten davon. Gibt es dementsprechend eine politische Seite der Band?


John: Es steckt sehr viel in den Lyrics.
Zach: Wir mögen es nicht, unsere Ansichten und Standpunkte anderen aufzudrängen. Und auch wenn wir es machen würden, wären wir nicht gut darin.
John: Eine große Anzahl von Leuten, eigentlich jeder auf der Welt, ist starköpfig wenn es um solche Dinge geht. Ich meine selbst Musik kämpft mit Themen wie Religion und Politik, mit solchen Sachen. Es ist ein Thema bei dem es wirklich schwer ist die Meinung der Leute zu ändern. Ich denke wo wir als Band mit unserer Musik stehen ist ziemlich offensichtlich. Es ist nicht wirklich notwendig sich außerhalb von dem zu bewegen. Wir lassen Rage Against The Machine sich dafür einsetzen.

Was denkt ihr über die Reunion von Rage Against The Machine?


Zach: Ich finde es fantastisch. Ich musste zur ersten Reunion-Show, zum ersten Auftritt, wo sie wieder zusamenkamen, das war am Coachella-Festival. Ich traf mich mit meiner Mum, die extra aus Alaska hinkam um sich die Show anzusehen, mein Bruder fuhr runter von Oregon. Oh mein Gott, es war fantastisch. Der Sound war zwar nicht optimal und sie waren sehr ruhig und still, was nicht sehr cool war, aber an sich war es fantastisch.
John: Sie sind so eine gute Band, sie mussten einfach zurückkommen.

Also würdet ihr RATM als einen eurer Einflüsse bezeichnen?


John: Das ist der Grund warum diese Band überhaupt angefangen hat Musik zu machen. Zach spielte damals in einer wirklich guten RATM-Coverband.
(Zach lacht herzlich)
John: Sie coverten RATM, Sepultura, Cannibal Corpse...

Metalbands?


Zach: Metalbands und Punksongs! Wir haben viel gecovert und was immer wir wollten, wir waren sehr talentiert.
John: Eine wirklich fabelhafte Band. Damals zeigte er mir Bassgriffe von RATM-Songs bei ihm zu hause. So begann auch unsere Freundschaft.

Um zurück zu eurem neuen Album zu kommen: Gibt es ein großes Hauptthema, eine Art Konzept?


John: Ja, ich glaube all unsere Alben hatten ihre Themen. Bei Waiter: 'You Vultures!' schrieben wir die Lyrics genau nachdem Hurrikan Katrina passiert ist. Church Mouth handelte von Religion und bei dieser Platte geht es vor allem um Respekt füreinander, für das, was mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Ich glaube bei Ryan und Zach ist es auch so, dass, wenn sie an ihre Familien denken, es ihnen um Respekt und Liebe geht.

Welche Idee steckt dahinter, das Album in zwei Teile zu unterteilen? „The Colors“ und „Twenty Five“ habt ihr es genannt.


John: Es war ein nachträglicher Gedanke. Als wir ins Studio gingen, hatten wir nicht wirklich eine Idee wohin es gehen sollte. Wir haben nie wirklich Ideen, wie die Dinge laufen werden, weil alles sehr spontan ist. Der erste Teil des Albums ist darüber, dass unsere Familien uns wirklich großartige Musik gezeigt haben, als wir aufgewachsen sind. Sie zeigten uns Dinge mit denen sie selbst aufgewachsen sind. Es hat sich sehr gut angefühlt, sich auf seine Referenzen zu beziehen. Darum geht es in der ersten Hälfte, um unsere Familien. Von dort aus geht es zu all den Dingen, die wir gelernt haben, nachdem wir die passende Musik für uns gefunden haben, zu allen möglichen Stilen von Musik, ob A-Capella, Dub, ...
Zach: Jazz.
John: Metal. Die verschiedensten Musikstile eben.

Die erste Hälfte ist also so etwas wie ein Fundament, die Wurzeln eurer Band, wenn man so will, mit Einflüssen aus der Zeit als ihr aufgewachsen seid. Und die andere Hälfte spiegelt sozusagen die Zukunft für euch als Band wieder,  wo ihr musikalisch hin möchtet.


John: Das ist das Gute am Aufnehmen an Ort und Stelle, da sind immer ein oder zwei Tracks, wenn man zurückblickt, die wirklich diesen nächsten Schritt zu einem neuen Album hin markieren. So fühlt es sich für mich an. Waiter: 'You Vultures!' und The Devil entstanden zur gleichen Zeit, und dieser Vibe hielt in Church Mouth weiter an, in Songs wie Shade und My Mind. Diese Sorte von Tracks fußte dann in Censored Colors. Es ist so eine Art...
Zach: Überlauf.
John: Überlauf. (lacht)

Würdet ihr euer neues Album also als spontanes Album bezeichnen?


Zach: Ja!
John: Auf jeden Fall. Wir haben 17 Tage gehabt, für die 15 Songs, die auf dem Album sind. Es war sehr stressig aber gleichzeitig hat es wirklich Spaß gemacht. Wir schrieben buchstäblich einen Song pro Nacht. Während Zach Bass, Ryan Keyboard und Phil Cello spielten, saß ich im Hinterzimmer des Studios mit allen möglichen Geräuschen um mich herum, um einen neuen Song für den kommenden Tag zu schreiben. (lacht) Es war sehr cool. Der Song Created entstand z.B. als Kirk in den Raum kam. Wir spielten unsere Songs auf den Albem immer mit Fingerpicks ein, aus einigen Gründen passte es diesmal einfach nicht. Aber er schlug vor einen Song nur mit Fingerpicks zu spielen. Dieser Song kam in 40 Minuten zustande. Es war wirklich sehr cool.

Mit Kirk meinst du sicher Kirk Huffmann?


John: Ja, genau.

Wie war die Aufnahmesession mit ihm und Phil Petersen?


John: Phil ist wahnsinnig.
Zach: Er ist smart.
John: Er ist verrückt. Er gehört zu diesem Typus, sobald du einmal mit ihm redest... Einer unserer besten Freunde hing mit uns ab, als wir alle in San Diego waren. Ich erinnere mich, als wir auf ihn zukamen, kurz nachdem er mit Phil geredet hatte, und das Erste, was er zu mir sagte war: "Heilige Scheiße, du hast mir nicht gesagt das Phil verrückt ist!" (lacht) Das war ziemlich witzig. Er ist sonderbar. All die Cellos wären ohne seine Arrangements nicht auf der Platte, genauso wie die Blasinstrumente. Er improvisiert viel, was nicht viele machen.

Hat er euch dadurch in andere Richtungen gepusht?


Zach: Er hat uns vor allem bei den Vocals unterstützt, was toll war.
John: Er hat sein Augenmerk besonders auf die Stimmen gelegt. Er sagte einfach: "Los, traut euch!" (lacht)
Zach: Wir hatten die ganze Zeit ziemlich irrsinnige Übereinstimmungen, es herrschte ein fantastischer Vibe im Studio.

Verspürt ihr mittlerweile den Druck, euch zu steigern, mit jedem Album besser und besser zu werden?


Zach: Wir wollen und versuchen das immer. Ich möchte besser im Leben sein, ich möchte eigentlich nirgends schlechter werden. Ich begreife heute, dass wenn du eine neue Platte machst, sie nie so gut wie die alte wird. Wir werden es aber immer versuchen. Ich weiß nicht, vielleicht werden Musiker eines Tages verrückt dabei. Sieh dir nur Metallica an.
John: Mir geht es zumindest so. Bei jedem neuen Album denke ich: "Klingt das noch gut oder klingt das scheiße?" (lacht) Wichtig ist, dass man bei den Aufnahmen Spaß hat.

Ihr habt Metallica erwähnt. Ich muss euch jetzt natürlich fragen, wie ihr sie findet.


Zach: Ich habe Metallica geliebt. Als ich jünger war. And Justice For All, Ride The Lightning, Master Of Puppets, Kill'Em All, alles bis zu dem Zeitpunkt, wo ihr Drummer angefangen hat ein Schwachkopf zu werden. Mittlerweile mag ich sie nicht mehr. Sie haben sich die Haare abgeschnitte, wurden nüchtern. Lars Ulrich hat angefangen sich über Downloads aufzuregen. Ich höre mir noch immer ihre alten Alben an, aber mittlerweile interessieren sie mich nicht mehr, sie sind mir egal.

Mittlerweile glaube ich, dass sie eine differenzierte Meinung zum Thema Downloads haben. Ich habe gelesen, dass sie verschiedene Arten zur Veröffentlichung ihres neuen Albums angestrebt haben. Am Ende blieb es bei einer normalen Veröffentlichung.


Zach: Gut für sie. (lacht hämisch)

Habt ihr Pläne, ein Video für die Musiksender zu drehen?


Zach: Das liegt eigentlich nicht an uns. Wir haben eines gemacht, für den ersten Song der Platte, Lay Me Back Down, es hat Spaß gemacht, es war sehr heiß, wir waren in der Wüste.
John: Es war wirklich sehr heiß!
Zach: Es wäre sensationell, wenn wir auf Musikkanälen gespielt werden würden.
John: Ich habe keine Ahnung, wie man das anstellt, vielleicht sind wir auch zu blöd dafür.
Zach: Wir haben Freunde, die Clips für uns erledigen.

Zwei Personen befinden sich auf dem Cover von Censored Colors. Sie tragen Masken die Affen ähneln. Ist das eine Metapher für die Verbindung von Mensch und Tier?


John: Ja genau. Es ist eine Referenz an 2001: Odyssee im Weltraum. Der Intermission-Track auf dem Album stellt ebenfalls eine Referenz an 2001 dar. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Es geht um die Geburt des Menschen, dieser ganze Zeitraum, um die Ursprünge. Die Idee kam mir durch meine Zeichnungen, durch meine vielen miesen Zeichnungen. (lacht)

Ich habe etwas über die chinesische Mythologie der Affen gelesen. Seid ihr intressiert an Horoskopen und solchen Dingen?


Zach: Ich bin daran interessiert, aber ich weiß nichts darüber.

Ich lese euch mal was vor, was ich darüber herausgefunden habe: Laut der chineseischen Mythologie sind Affen z.B. geistreich, gesellig, Problemlöser und höflich, aber sie können auch eingebildet und egoistisch sein.

John: Ein Freund von mir hat das Photo geschossen, ich habe noch ein wenig was dazugezeichnet, mit den Affen hat es insbesondere nichts zu tun, aber das klingt doch witzig. (lacht)

Du bist ja auch verantwortlich für das Artwork und das Promo-Material.


Zach: Alles was unter Handarbeit fällt, da kümmert sich John drum, um die T-Shirts z.B.
John: Ich bin kein großer Computerfreak.
Zach: Er ist ein großer Computerfreak!

Ist es für euch wichtig, Kontrolle über diesen Bereich zu haben?


John: Ich habe das schon früher gemacht. Wenn ich es selbst mache, dann kostet es nichts. Es hilft einem Verbindungen herzustellen von Album zu Album, mit den T-Shirts z.B. und den Motiven. Die Ideen gehen nicht verloren, wenn wir es selbst machen. Es macht Spaß, viele wollten unsere T-Shirts gestalten, aber das kostet viel Geld, wenn man es von anderen anfertigen lässt.

Kunst und Illustrationen beeinflussen euch demnach stark?

John: Ja, total. Ich denke die beste Person, die das drauf hat, ist Quentin Tarantino. Seine Filme sehen immer derart cool aus, er baut immer Referenzen ein für Filme, die er selbst liebt. Außerdem wären es komplett andere Filme ohne die Soundtracks, die er dazu immer zusammenstellt. Das ist wirklich eine sehr gute Kombination aus Bild, Sound und der Stimmung, die er dabei kreiert.

Ihr würdet als ziemlich gern auf dem nächsten Soundtrack von Quentin Tarantino dabeisein?

John: Ja! (lacht)                                                                           Zach: Das wäre fantastisch.                                                           John: Ich kann mir das nicht einmal vorstellen, ich meine er ist so tief drin in dieser Materie.

Wenn ihr also Songs schreibt, läuft da in euren Köpfen eine Art Film ab?

John: Oh ja, sicherlich. Einige Soundtracks sind so cool, ich kannte z.B. nichts von King Crimson oder Yes, bis ich sie auf einem Soundtrack entdeckt habe. Filme und Musik beeinflussen uns.

Gibt es Intentionen in irgendwelchen Filmen mitzuspielen?


Zach: Ryan würde gerne ein Schauspieler sein. (lacht)
Ryan: Ja, ich würde gerne im Bereich Comedy und Drama was machen.
Zach: Ich sehe ihn auch in Thrillern.
Ryan: Ja, in erotischen Thrillern.

Was denkt ihr über die Zukunft der Plattenindustrie? Wird es nur mehr Downloads geben?


John: Ich denke derzeit sieht es allgemein ganz gut aus. Alles scheint in sich zusammenzustürzen. Jeder kann Platten machen ohne ein Label zu haben. Majorlabels haben nicht mehr diese Bedeutung wie früher, ohnehin haben sie oft miese Bands unterstützt.
Zach: Ich denke in 5 Jahren wird die Situation noch besser sein.

Ich fühle mich veranlasst euch zu Alaska zu befragen, weil jeder Interviewer euch danach fragt.

Zach: Oh ja, natürlich. (lacht)

Ihr habt dort gelebt und die Band dort gegründet, nun lebt ihr in Portland. Wie kann man das Leben dort beschreiben?


Zach: Es hat definitiv ein Cut-Off-Feeling. Mittlerweile ist die Kommunikation besser geworden, mit TV und Internet, aber es fühlt sich trotzdem isoliert an. Aber es ist ein wirklich schöner Ort. Viele Leute kommen da hin, um ihrem Alltag zu entfliehen, wenn sie die Leute nicht mehr sehen können. Sie wollen mitten im Nirgendwo sein, mit Keinem reden, ich meine dort kannst du das machen.

Es ist also immer noch in eurem Blut, mit der Schönheit, der Abgeschiedenheit, der Natur, den Leuten?

Zach: Ja, ich liebe es dort, ich möchte auch so schnell wie möglich wieder zurück.

Was war der erste Eindruck, als ihr nach Europa gekommen seid?

Zach:. Der erste Eindruck? Ich weiß nicht.
John: Ich war verängstigt.
(Zach lacht)
John: Als wir ankamen, haben wir gedacht, dass wir nicht in der Lage wären uns mit jemandem zu unterhalten. Aber nahezu jeder versteht hier englisch. Uns reizt es eure Sprache zu lernen und diese zu gebrauchen, aber wir haben es wohl nicht geschafft, obwohl wir inzwischen mehr verstehen. Ich denke wir werden es weiterhin versuchen.
Zach: Unser Tour-Manager hier spricht sehr gutes Englisch. (lacht) Wir waren als erstes in Konstanz, Deutschland. Diese Stadt gehört noch immer zu unseren Lieblingsorten. Tolles Essen gab es dort: "Jäger Schnitzel". Wir hatten eine wirklich gute Zeit und jeder war sehr freundlich zu uns. Die Leute sind zu unseren Shows gekommen, das war seltsam, denn in Amerika gibt es diese verschiedenen Szenen, wo Leute bewertet und in Schubladen gesteckt werden, mit Rock'n'Rollern, älteren Typen, die Freunde von meinem Vater sein könnten, aber hier gibt es sowas nicht, es war wirklich fantastisch.
John: Es war furchteinflößend. Wir hatten gerade mal 25 Minuten für unseren Auftritt und ein Album, das sowieso nur 40 Minuten lang war. Wir gingen also zu unserer ersten Show und der Promoter sagte zu uns, wir sollten doch eineinhalb Stunden spielen, mindestens.
Zach: Und wir waren die einzige Band, wir hatten keinen Support.
John: Ich dachte nur: "Fuck!"

Es war also eine schlimme Situation für euch?


Zach: Ja, wir mussten all unsere Songs ausdehnen.
John: Wir mussten improvisieren, aber gerade das hat uns näher als Band zusammengebracht. Das bringt uns den meisten Spaß, wenn wir auf der Bühne sind.

Mit drei Alben im Rücken habt ihr jetzt sowieso mehr Songs parat.


Zach: Ja, aber wir mögen es weiterhin zu jammen, das bereitet uns Spaß. Wir jammen auch viel.
John: Sehr viel. (lacht)

Ich habe euch das letzte Mal live gesehen, als ihr in Wien wart.

Zach: Im Flex, richtig?

Genau - damals wart ihr schon ziemlich gut.


Zach: Oh, vielen Dank. Es war toll, wir hatten damals den gleichen Promoter, den wir auch jetzt haben. Wir hatten eine gute Zeit.


Am Ende bedanke ich mich bei der Band für das Gespräch, sie bedanken sich ebenfalls und geben noch einige deutsche Sprachkenntnisse ('Danke') von sich..
15 Minuten später stehen Portugal. The Man schon auf der Bühne. Es folgt ein weiterer grandioser Auftritt, der den vom Flex noch übertrifft. Die Band ist offener, agiert lebhafter, weniger schüchtern. Sänger John Gourley steht nicht mehr seitlich, mit Blick auf die Wand, sondern guckt ins Publikum, macht mehrere Ansagen. Außerdem hat die Band live noch mehr Verstärkung bekommen, vor allem was Percussion angeht. 7 Mitglieder und am Ende tummeln sich noch mehr Personen auf der Bühne, denn die Vorband Steaming Satellites unterstützt sie tatkräftig bei der Zugabe.
Der Abend wird zu einem musikalischen Feuerwerk mit rockenden Passagen, melodieverliebten Zwischenspielen und einer selbstsicheren Band, wo es kaum Pausen gibt und die Songs ineinander übergehen. Und selbst später, als die Show beendet ist, tummeln sich die Mitglieder noch mit einem Filmteam draußen herum und geben Akustik-Songs zum Besten. Die Kälte macht ihnen natürlich nichts aus.

Links


Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

Newsfeed Icon Newsfeed von Daniel Gilic abonnieren



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop