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Idealism | Purism | Hedonism - Digitalism

2011-11-15 23:18:53

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Während es am Abend des 14.11. draußen langsam zu frosten begann und die Temperatur sich der Nullgradmarke annäherte, hielten zwei Herren in der Wiener Arena dagegen. Digitalism waren in da house und verbreiteten Wärme, Liebe und knarzende Beats.

Das Bühnenbild erinnert an eine Skyline. Lichter blinken, schwirren auf und ab und werfen Lichtblitze auf die große Halle der Arena. Das Publikum steht bereit, um das digitale Duo in Empfang zu nehmen. Digitalism haben sich angesagt und beinahe überpünktlich treten die beiden Herren Jens Moelle und İsmail Tüfekçi auf die Bühne, um ihren Soundteppich auszurollen.

Fühl dich geherzt

Die Band erscheint von Beginn an gut aufgelegt und setzt auf Power Play. Auf ihren beiden Alben Idealism und I love you, dude haben sie eine Menge im Ohr hängenbleibender Hits geschaffen, die live fast noch besser als auf Platte funktionieren. Alle Songs, die das Herz begehrt, von "Idealistic" bis zu "2 Hearts", werden zum Besten gegeben. Längere Pausen zwischen den Tracks bleiben die Ausnahme, Durchtanzen heißt die Parole. Dass es sich beim österreichischen Publikum nicht um das mitsing- und mitmachfreudigste handelt, lässt sich nicht verbergen, ist aber auch nicht so schlimm, getanzt wurde schließlich durchaus enthusiastisch. Und Digitalism haben trotzdem viel Liebe für ihr Auditorium über, was wiederum auf Gegenseitigkeit beruht. Die in die Luft gehaltenen, zu einer Herzform gebogenen Finger sieht man an diesem Abend das eine um das andere Mal.

Der Beat pulsiert, das Ohr vibriert

Inmitten der LED-Leuchten und vor den drei Leinwänden im Hintergrund, auf denen vorzugsweise Herzen pulsieren, agieren die beiden schwarz gekleideten Akteure von Digitalism unterstützt von einem Drummer. Es kracht, scheppert und wummert aus den Boxen. Der Bass vibriert im Körper während ein Klangschwall in den Ohren hallt. Wer nicht nur hören will, kann also auch fühlen. Der Energiepegel bleibt konstant hochgehalten während der 90 Minuten der Show und verlangt volle Konzentration auf das Hier und Jetzt. Alles was außerhalb geschieht, kann zumindest für die Dauer des Konzerts ausgeblendet werden.

Umso größer fällt dann das Gefühl der Erschöpfung am Heimweg aus. Die Füße tun weh und im Ohr lässt sich noch ein leichtes Sausen wahrnehmen, weil man wieder einmal – trotz besseren Wissens – direkt vor den Boxen gestanden ist. Aber auch Zufriedenheit breitet sich aus, weil man das Gefühl verspürt, schon lange nicht mehr so abgetanzt zu haben.

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AutorInnen

Claudia Merz

Claudia Merz

pop perlen und perlen pop
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