Im zweiten und letzten Teil der Serie: Wie man sich vor der Datengeilheit der momentan wichtigsten Suchmaschine schützen kann.
Die zahlreichen Kommentare auf den ersten Teil dieses Artikels haben es bereits verdeutlicht: das Thema Privatssphäre ist riesig. Zugegeben, die Speicherung unserer Suchanfragen ist in Zeiten von Bundestrojanern nicht das größte Problem. Sie war eigentlich auch nur – Achtung Journalistensprech! – der „Aufhänger“ des Themas. Trotzdem wie versprochen ein paar Gegenstrategien dazu.
Don't eat the cookie
Aber versprochen ist versprochen. Darum erstmal eine kurze Anleitung wie ihr unliebsame Cookies loswerdet. Ich beziehe mich dabei nur auf den Open Source Browser Firefox. Nicht nur aus ideologischer Kleinlichkeit sondern auch aus ganz praktischen Gründen. Nur wenn der Programmcode der Software die ich verwende offen zugänglich ist (= Open Source), kann ich sicher sein, dass sich darin keine Hintertüren verstecken.
Am einfachsten wäre es, ganz gezielt die Google Cookies zu blockieren. Dazu geht man unter Bearbeiten – Einstellungen – Datenschutz (ein Punkt den ihr euch überhaupt näher anschauen könnt). Im Punkt Cookies ist der Haken bei „Cookies aktzeptieren“ gesetzt, wir klicken auf „Ausnahmen“ und tragen google.com und google.at ein.

Der Haken
Eine elegante Lösung, allerdings mit einem Nachteil. Damit lassen sich sämtliche Google-Dienste wie Gmail und Google Docs nicht mehr nutzen.
Besser ist es, unter Bearbeiten – Einstellungen – Datenschutz unter „Behalten bis:“ „Firefox geschlossen wird“ auszuwählen.
Nun werden alle Cookies nach dem Beenden des Browsers gelöscht; das Google-Cookie wird jedes Mal neu gesetzt und damit unbrauchbar. Allerdings verliert ihr dadurch einige Annehmlichkeiten von Cookies wie automatisches eingeloggt sein beim nächsten Aufruf der Seite oder Speicherung persönlicher Einstellungen.
Zahlreiche Möglichkeiten
Daneben gibt es noch andere Ansätze. Die Suche nach „Google Cookie“ (bei – erraten – Google) liefert genug Möglichkeiten. Zwei besonders interessante will ich noch kurz vorstellen, bevor wir Google den Rücken zuwenden. Das Firefox-Plugin TrackMeNot (auf das mich FM5-Mitarbeiter Jürgen Hirschmann hingewiesen hat) geht einen anderen Weg. Einmal installiert sendet es zufällige Anfragen an die populärsten Suchmaschinen und versteckt so die „richtigen“ Anfragen in einem Meer an Datenmüll. Im Test führte es zu keiner Verlangsamung von Firefox und auch der Speicherverbrauch stieg kaum an.
Scroogle
Ein Klassiker ist Scroogle. Die Seite anonymisiert alle Suchanfragen an Google und wird von der gleichen Firma wie GoogleWatch betrieben.
Datenschutz in der Informationsgesellschaft?
Ein Thema wie Datenschutz ist eigentlich nie zu Ende zu bringen. Das zeigt auch das Beispiel der Google-Cookies: es gibt keine optimale, endgültige Lösung. Genausowenig wie sich das Thema im Alltagsleben für immer erledigt. Wer die Google-Cookies löscht und im Supermarkt stolz die Kundenkarte zückt, hat vermutlich nur die Hälfte verstanden. Eigentlich müsste man immer auf der Hut sein und sein komplettes Leben ständig auf potentielle Überwachung überprüfen. Und bei McDonald's sollte man eigentlich auch nichts essen, wegen Umwelt und überhaupt.
Ich mag mein Studium (Politikwissenschaft), Tiere, die Wiener Außenbezirke und gutes Essen (Tiere). Mitglied des FM5-Kletterteams.
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