2008-12-16 10:25:41
Blut ist dicker als Wasser. Diesem Motto folgt Ich bin Legion, in dem sich ein gewisser blutsaugender Fürst, die SS, britische und amerikanische Geheimorganisationen und ein Mädchen mit manipulativen Kräften ein Stelldichein geben.
Ein SS-Offizier brütet zur Zeit des Zweiten Weltkriegs an einem geheimen Projekt, welches einen furchtbaren Plan in die Wege leiten soll: In einem rumänischen Dorf gibt es ein kleines Mädchen, die andere Lebewesen mit ihrem Geist willenlos machen und kontrollieren kann. Durch ihr Blut. Experimente sollen helfen, durch das Mädchen eine Armee von Soldaten heranzuzüchten, die nur auf Befehl eines Einzelnen handeln und so, viel effizienter in den Krieg ziehen können. Es vergeht nich viel Zeit, bis die Geheimdienste Notiz davon nehmen und entsprechend reagieren. Briten und Amerikaner versammeln sich, um dagegen vorzugehen. Ob ihre Versuche Früchte tragen werden?
Blut, Mythen und Legenden
Die symbolreichste Flüssigkeit unserer Zeit findet in der amerikanisch-französischen Co-Produktion (Autor Fabien Nury ist Franzose, Zeichner John Cassaday stammt aus Amerika) Ich bin Legion Verwendung.
Blut steht für das Leben, für einen pulsierenden Herzschlag. Nur das es hier ein virusartiges Eigenleben entwickelt, welches Graf Dracula zu verdanken ist, der sich Körper um Körper bemächtigt, um nicht doch einzugehen und das Zeitliche zu segnen.
Doch dieser Blutfürst ist kein romantisch aufgezogener Verführer, der seine Opfer umgarnt und schließlich in den Nacken beißt. Dieser hier benutzt die Menschen als Marionette für seine Pläne, und um am Leben zu bleiben.
Währenddessen treibt auch sein Bruder Radu ein intrigantes Spiel, ist er es doch, der dem Mädchen manipulative Fähigkeiten verleiht, indem er sich als eine Art schwarzer Symbiont in ihrem Körper einnistet.
Eine Familienbande der etwas anderen Art.
Im Rausch der Sinne
Ich bin Legion ist ein psychologisches und strategisches Katz-und-Maus-Spiel, mit viel Spannungspotenzial, das Autor Fabien Nury nicht ungenutzt lässt. Ein vielschichtiger Stilmix aus Fantasy, Horror, Krimi, düsteren Legenden, bitterer Realität und Propaganda.
Manch einer wird vom Ballast des Bandes überfordert werden, die Handlungsebene verläuft nicht eindimensional und ist alles andere als flach.
Es ist John Cassaday zu verdanken, dass man dennoch am Ball bleibt.
Der amerikanische Superstar unter den Comiczeichnern verwandelt den Band in einen Augenschmaus. Seine klaren, meist horizontal verlaufenden Zeichnungen wirken realistisch und lebendig. Cassaday setzt langsam und ruhig verlaufende Einstellungen ebenso gekonnt in Szene, wie schnelle Schusswechsel und plötzliche Wendungen, auf ein harmonisches Ganzes vergisst er dabei nicht. Eine beinah filmische Qualität entwickelt die Panelaufteilung, die durch die Farbgebung von Laura Depuy das cineastische Gefühl noch verstärkt.
Legion ist eine transatlantische Zusammenarbeit von besonderer Note.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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