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Hut ab, Stephen Jones!

2011-01-27 10:33:12

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Stephen Jones Millinery gilt als Genie der Hut Haute Couture. Anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums zeigt Millinery in Kooperation mit dem Fashion Museum Antwerpen eine ganz besondere Auswahl seiner exquisiten Stücke.

 

Der Hut in unserer Gesellschaft

Wird dem Hut in unserer Gesellschaft genug Beachtung geschenkt? Im Alltag wohl kaum; Und definitiv weniger als im frühen 19. Jahrhundert, als exquisiter Kopfputz das „must have“- Accessoire war. Heutzutage finden Hüte zumeist bei royalen Festivitäten oder beim Pferderennen Beachtung. Aber wie oft bietet sich diese Gelegenheit? Für Stephen Jones stellt sich diese Frage gar nicht, es geht viel mehr darum, den Richtigen zu finden. In seiner Laufbahn hat Millinery mit allen Größen der Modewelt zusammengearbeitet und "sorgt mit der passenden Kopfzierde fürs perfekte Outfit," wie es John Galliano zu Beginn der Ausstellung ausdrückt.

Opulente Riesenhüte leiten jedes neue Thema ein 


In seiner drei Jahrzehnte langen Karriere kann Stephen Jones auf Kopfbedeckungen zu jedem Anlass zurückblicken. Davon zeigt das Modemuseum Antwerpen derzeit 120 Exponate und besitzt somit die größte Sammlung außerhalb Englands. Die meisten stammen aus dem Bruloot-Michiel Fundus und aus Kooperationen mit Modehäusern und Designern wie Christian Dior, John Galliano oder auch Lanvin. An Hand der vier großen Themen Adventure, Rococo, Science und Glamour wandelt man ein bisschen wie Alice im Wunderland vorbei an schönen bis skurrilen Werken. Die vier Motive beinhalten ihre eigenen Geschichten, in viele kleine Kapitel aufgedröselt und von enormer inhaltlicher Fülle. Sie alle versuchen den starken narrativen Charakter Milinerys Werke widerzuspiegeln. 

Kopfzierde von Stephen Jones kennt keine Grenzen. 


Auf deftige Kompositionen wie Eggs&Bacon folgen fragile Varianten aus kaum sichtbaren Schnürchen, die sich um das Haupt des Trägers schlingen. Der Besucher trifft auf Kreationen mit Namen wie The Blitz,  eine überdimensionierte Baskenmütze aus Samt im neuromantischen Stil oder auch Heel,  ein Tribut an den Dr. Martens Hype der 1980er Jahre, der hauptsächlich aus der Sohle eines Solchen besteht. Den finalen Akzent eines echten Stephen Jones setzt am Ende der 45 Grad Winkel, in dem der Hut am Kopf platziert wird. Die facettenreichen Exponate lassen viel Raum zum Interpretieren. Vielleicht tut man aber besser daran, bei Barbie-Füßen als Kopfschmuck nicht mehr nach der Bedeutung zu fragen,  sondern sich einfach über den skurrilen Anblick zu freuen. 

Stephen Jones & The Accent of Fashion 


Fasziniert von der enormen Wucht an Kreativität, die die Ausstellung präsentiert, ist man am Ende fast schon froh, den Ausgang zu entdecken. Dennoch gleichermaßen erquickt von den erfrischenden Eindrücken und davon, was der Magier alles aus seinen Hüten zaubert. Stephen Jones & The Accent of Fashion ist noch bis Mitte Feber im Fashion Museum Antwerpen zu bestaunen.

 

 

 

 

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AutorInnen

Anni Feiler

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