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Hommage an den Mr. Tod

2007-04-02 00:10:48

Der Tod holt uns alle; früher oder später.

Tod. Tot. Tod. Tot. Tod. Tot. Tod. Tot. Tod. Tot. Tod. Tot. Tod. Tot. "Tod, der; vollständiger Stillstand der Lebensprozesse eines Organismus, der Zustand nach dem Sterben" (aus: „Das neue deutsche Wörterbuch für Schule und Beruf"; Wilhelm Heyne Verlag). Sudeln wir Menschen uns jetzt schon im Sterben? Ohne, dass wir uns dessen bewusst sind? Setzt hier der auf der politischen Seite oft angewandte Verdrängungseffekt ein? Dauert der Tod und die Zeit danach länger als das Leben? Dauert er gar unendlich lang? Fragezeichen über Fragezeichen, die uns den Tod nur näher bringen. Oder dem Freitod, ohne an dieser Stelle suizidgefährdeten Menschen das gewisse Etwas, auch Leben genannt, rauben zu wollen. Uns allen muss jedoch eines, wider der ewigen Todesängste, klar sein: Wir müssen den Tod ehrenvoller behandeln. Schließlich trennt er die Spreu vom Weizen – anders gesagt: Böses von Gutem – und holt sich alltäglich das, was er zu brauchen vermag: Terroristen, Umweltverschmutzer, Antidemokraten, Imperialisten, Warlords, Faschisten und andere üble Menschen. Dem muss in seiner würdigsten Form auch gehuldigt werden! Er ist ein Substrat für den Menschen. Er schützt uns vor Überheblichkeit und Machtrausch. Vor unendlicher Leere. Vor dem Leben im Allgemeinen – was aber auch als Kritik an Selbstmördern gedeutet werden kann: Denn es bleibt die Frage offen, warum sich, meisten frustrierte, Menschen das Leben nehmen, wenn es, zwar erst später, aber doch, der Tod auch tut? Dass sich hier ja keine sanftmütigen Anhänger des Tränenverlustes über diesen angeblich „schwarzen Humor" auslassen – es ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Die letzte Frage wäre schon wieder eine, die uns den Tod ein Stückchen näher bringt. „Der Tod ist ein Dandy" sangen die ehrwürdigen Berliner Soundfreaks „Einstürzende Neubauten". Wie wahr. Er kann uns als Dandy kommen. Im schicken Anzug und mit herabhängender Zigarette im Mundwinkel, sozusagen. Muss er aber nicht. Denn in welcher Form er den lebenden in einen toten Körper transferiert, ist und bleibt seine Angelegenheit. „The death `s the chief" könnte man ebenfalls sagen. Doch auch in musikalischer Hinsicht muss der Mensch nicht mit Pessimismus in Richtung Tod blicken. Am Ort des Todes können wir vielleicht stunden- bis tagelange Feste feiern. Inklusive dem oft zitierten Totentanz, der bestimmt nicht einzigen Folklore jenseits des Lebens. Natürlich bleibt kein Auge trocken und schon gar kein Stein auf dem anderen. Alkoholkonsum in Hülle und Fülle, bis zum Umfallen. Die bombastische Soundrevolution, in der kein Soundfile leer ausgehen muss. Optisch betrachtet würden wir uns just als aus Knochen bestehende Wesen mit T-Shirts, auf denen Titel wie „Knochenbrecher" gedruckt sind, wähnen. Allerdings sollten oder/und müssten wir uns wahrscheinlich an den Zustand gewöhnen; von einem Tod nach dem Tod sollte also nicht gesprochen werden. Eine Komponente, die getrost als Schattenseite bezeichnet werden kann, darf nicht unter den Tisch gekehrt werden: Ein lebender Mensche dürfte nicht im Stande sein, ein anderes menschliches Lebewesen zu lieben. Weil, stellen wir uns doch folgendes Szenario vor: Kein Mensche liebt einen anderen – das Wort „Trauer" würde in keinem Wörterbuch der Welt Eingang finden. Die Welt wäre also vielleicht eine schönere, würden wir uns abgrundtief hassen, um so keinem Menschen mehr nachzutrauern müssen. Von wegen „Liebe deinen Nächsten so wie du dich liebst"…

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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