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Hitradio Gaga

2008-01-26 20:56:50

  • live austrofred rkh
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Austrofred hat im Radiokulturhaus gespielt. Eine Rekapitulation der Performance, gesehen durch ein vergripptes Auge.

Bindehautentzündung, kaputte Kehle und ein dumpfes Gefühl der Unwirklichkeit. Sitzkonzerte, eines Fotografen Alptraum, da man sich als die einzige sich vom Fleck bewegende Person im Zuschauerraum recht fremdkörperhaft vorkommt.

Lichtspiele

Zuerst DVD-Präsentation – Die "Hello Austrofred, Hello Vienna-Sendungen", die wie alle Sendungen auf Okto unablässig auf- und ab rennen, gibt es nämlich jetzt auf DVD zu erstehen.
Es liegt nicht an mir, dafür Werbung zu machen, das wurde im RKH von einem sehr enthusiastischen Austrofred zur Genüge getan. Wem das Format taugt, wird sie ohnehin alle gekannt haben. Einige der vorgestellten Folgen (Ihre ergebenste Berichterstatterin schaut wenig fern und kannte nur ein- zwei) waren sauwitzig, bei ein paar anderen ist ein bisschen das Gesicht eingeschlafen.

Am Rande, die Sitze im RKH sind für den Hugo. Sitzfläche zu hoch, Lehne zu niedrig. Lehnst du dich zurück, siehst du nichts mehr. Willst du gerade sitzen und hast nicht gerade ewig lange Spinnenbeine, so ist der Beinwinkel kein angenehmer.

Geduldspiele

Die Technik wehrt sich tapfer und schafft es zwischendurch zu streiken, was aber durch einen nahtlos die Lücke füllenden Redeschwall von A.F. sehr schön und gekonnt überbrückt wird. Man erfährt, dass die Pressung eine spezielle Doppelpressung ist, von der keiner weiß, wie sie genau funktioniert. Dunkel taucht die Erinnerung an Hinweise auf Spielfilm-DVDs auf, dass es an den „Nähten“ zu einem Ruckeln kommen kann.

Dann ist Pause, man darf den verflixten Sitz kurzfristig zwecks Getränkeaufnahme und -ausscheidung, Ausgleich des Nikotinspiegels, Konsum von Gütern und verbalen Informationsaustausch verlassen.

Aufgespiele

Der Pause folgt ein gekürztes Konzert – „Greatest Hits“, wie es heißt, denn das RHK hat strikte Regeln, wie lang so eine Aufführung dauern darf. „Der Fred“, wie ihn seine VerehrerInnen nennen, lässt keine Gelegenheit aus, um auf das ORF-Territorium hinzuweisen. Abschätzig? Aber Himmel, wo denken Sie hin. Würde ihm doch nie einfallen!

Der eigentliche Gegensatz der Austrofred-Erscheinung findet sich für yours truly weniger zwischen Austro- und vergangenem Megalo-Glitter-Rock-Pop, als zwischen der Witzigkeit der sonnig-zynischen Ansagen und den sogenannten „Nummern“. Karaoke-Sound ist halt Geschmackssache. Dagegen hilft noch so viel Nichternstnehmen nichts.
Das Publikum allerdings ist begeistert.

Gedankenspiele

Man kann das jetzt von zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachten:
Auf der einen Seite haben wir auf der Bühne einen originellen Typen, der sich nichts sch…ert, der sich toll bewegen kann, der, wenn er will, auch singen kann.
Auf der anderen Seite haben wir einen Kasperl in einer abscheulichen Trainingshose, der in einer relativ kahlen Halle zu einem sehr laut aufgedrehten Ghettoblaster schwer verständliche Texte kräht (die muss man als ZuhörerIN dann halt auswendig können, was bei den meisten eh der Fall ist).

Stichwort Halle. Vielleicht lassen sich ja die negativen Aspekte rein der Anti-Atmosphäre des Radiokulturhauses zuschreiben. Obwohl, geile alte Beleuchtungsdronen gibt’s dort, die zu fotografieren hab ich natürlich vergessen.

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AutorInnen

Agnes Wieninger

Agnes Wieninger

Sprachterroristin, Musikjunkie.
Musikterroristin, Sprachjunkie.

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