2008-03-12 10:35:02
Andrew Butler alias Hercules and Love Affair legt mit seinem selbstbetitelten Debütalbum ein ausgesprochen elegantes Stück "Disco" vor. Mit prominenter Unterstützung und Potential zur Platte des Jahres.
Der Begriff "Disco" scheint in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen zu sein. Weder Tanzlokale noch das Musikgenre wurden noch so bezeichnet. Dank Hercules and Love Affairs aktuellem Debütalbum geistert das schöne, aber vergessene Wort allerdings wieder allerortens durch die Musikpresse. Und das nicht ohne Grund. Schließlich arbeitet Andrew Butler, New Yorker Produzent der hinter dem äußerst charmanten Bandnamen steckt, auf dem selbstbetitelten Album genau diesen Sound wieder auf. Und das ganz ohne dass man dabei an irgendwelche entweder an Disco-Klischees erinnert wird oder alles furchtbar "ironisch" interpretiert wird.
Ganz im Gegenteil. Butler schafft auf "Hercules and Love Affair" genau den Sound, denn man sich von Disco a la 2008 erwartet hat. Ohen es zu wissen selbstverständlich. Die Platte schwimmt irgendwo zwischen Electronic-Klängen, bereits erwähnter Disco und melodiösen Popsongs. Stimmlich untermalt wird Butlers eleganter Sound in erster Linie durch Antony Hegarty (Antony and the Johnsons) unverwechselbarem Gesang. Was auch dazu führt, dass einige der Songs, mögen sie auch noch so diskoid daherkommen, eine zarte Melancholie und mancherorts sogar sanfter Weltschmerz umweht. Wenn das mal nicht perfekt passt! Neben Anthony leihen auch die beiden Sängerinnen Kim Ann Foxman und Nomi einigen Songs ihre Stimmen, nicht weniger charmant als Antony.
Die Plattenfirma von Hercules and Love Affair allein kann getrost als Qualitätsmerkmal bezeichent werden. DFA Records haben in den letzen Jahren mit Veröffentlichungen von Bands wie - Achtung, tief Luft holen - Hot Chip, The Rapture, Black Dice und LCD Soundsystem bewiesen, dass hinter den drei Buchstaben ein paar äußerst kompetenete Musikkenner stecken. Hercules and Love Affair fügt sich nahtlos in die ohnehin schon großartige Repertoire-Liste ein. Nebenbei hat Tim Goldsworthy, neben James Murphy einer der Köpfe von DFA, Hercules Album auch noch mitproduziert.
Hier erhält dieses wunderbare Album, das definitiv jetzt schon Anwärter auf die Platte des Jahres ist, neun von zehn glitzernden Discokugeln. Anspieltipps: "Athene", "Blind", "Iris".
von einem gewissen punkt an gibt es keine rückkehr. dieser punkt ist zu erreichen.
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