2008-06-23 09:54:20
Der rote Geisterjäger mit der großen Klappe hat es in seinem achten Band mit Trollen, Hexen, Mumien und Vampiren zu tun = eine besonders makabere Mischung. Unterhaltsame Mystery-Kurzgeschichten von Mike Mignola, denen bald ein weiter Film folgen wird.
Der unangepasste Held mit den abgestutzen Hörnern auf dem Kopf, ist eine Kultfigur und erfreut sich seit Jahren dauerhafter Beliebtheit.
Es sind Kurzgeschichten, die Horror und Crime-Elemente beinhalten, und mit Mythologien, Sagen und Legenden vermischt werden.
Wie auch im achten Band der Serie, der mit einigen Neuheiten aufwartet.
Einerseits spielen die Geschichten eher außerhalb der eigentlichen Reihe, andererseits sind die Seiten in Farbe zu bewundern.
Der Geisterjäger büßt durch das grelle Rot nichts von seiner Aura ein, sondern wirkt dadruch noch eindrucksvoller in seiner Gestalt.
Something wicked
Hellboys unheimliche Odyssee fängt diesmal in Malaysia an, im Jahr 1958.
Im Dschungel lastet der Fluch der Penanggalan auf den Bewohnern, die sich vor dem Geist der alten Frau fürchten, die nur ihren Kopf samt Gedärmen auf die Reise schickt, um regelmäßig Leute zu verspeisen.
Doch wie so oft, trügt auch hier der Schein gewaltig.
Das kleine eingeborene Mädchen, dass Hellboy in ihr Versteck führt, zeigt schon bald ihr wahres Antlitz.
Die zweite Geschichte Die Hydra und die Löwin ist eine moderne Abwandlung der griechischen Götter um Hercules und seinen Mythos. 1961 findet sich Hellboy in Alaska ein, um die Hydra zu bezwingen, die dort ihr Unwesen treibt.
Es ist eine melancholische Story, die mit ihren grauen Farbtönen und der vortrefflichen Stimmung zu den besten des Bandes gehört.
Die Troll-Hexe spielt in Norwegen im Jahr 1963. Es geht um die Legende einer Frau, die keine Kinder gebären kann und daraufhin eine Hexe besucht, die ihr zwei Blumen gibt.
Die eine, schön und duftend, soll sie verzehren, um ein hübsches Kind zu bekommen. Das Wunder geschieht und sie bekommt ein Mädchen, doch sie will noch ein Kind und isst auch die verdorbene Blume. Ein weiteres Kind erblickt das Licht der Welt, doch ist dieses entstellt und sieht einem Troll sehr ähnlich.
Des weiteren muss Hellboy nach Prag, um einen Vampir zu bekämpfen, sich mit gefährlichen Illusionen herumschlagen (Das Experiment des Doktor Carp), einem Ghul bezwingen, der Hamlet zitiert, und nach Südafrika, wo die zweiteilige Story Makoma auf ihn wartet.
Supernatural
Mignola arbeitet in seinen Panels immer mit viel Schatten, die Dunkelheit andeuten und der Finsternis Raum geben für übergreifende Beklemmung.
Es scheint so, als würde das Geschehen immer in einem trüben Licht stehen.
Auch die zeitliche Ebene wechselt er mühelos.
Die Gastzeichner P. Craig Russel und Richard Corben halten sich im Grunde an die Vorgaben von Mignola, die Farben wirken aber weicher als bei den kantigen Linien des Hellboy-Erfinders.
Bis zum Film kann man sich mit diesem abwechslungsreichen Band die Zeit wunderbar vertreiben, aber auch in die anderen Bände sollten Horrorfans, Gruselliebhaber und Mystery-Sympathisanten einen gewagten Blick riskieren.
"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)
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