2008-04-30 11:47:35
Es braucht eine Revolution. Podiumsdiskussion über die Zukunft der Freien Medien Österreichs. Content der Gegenwart in Medien der Zukunft darf nicht an Systemen der Vergangenheit scheitern.
"Content der
Gegenwart in Medien der Zukunft darf nicht an Systemen der
Vergangenheit scheitern.", so eröffnete Martin Aschauer am 18. September
die Podiumsdiskussion über die Zukunft der Freien Medien. "Freie Medien
– ungewisse Zukunft" titelte der Standard in seinem Artikel
zusammenfassend über die Podiumsdiskussion, an der über 60 zumeist
interessierte Medienvertreter teilnahmen. Die ungerechte Verteilung mit
"veralteten Strukturen" kritisiert die Wiener SPÖ-Gemeinderätin Barbara
Nowak. "Die Fördergelder werden vom Bund vergeben, daher braucht es in
der Verteilungsstruktur auf Bundes- und Länderebene eine 'Revolution'.
Die freien Medien sollen konkrete Förderungswünsche einbringen. Sie mit
der Frage der Altstadtsanierung aufzuwiegen, halte ich nicht für
sinnvoll", wird Nowak im Standard-Bericht über die Podiumsdiskussion
zitiert. Eben diese Altstadtsanierung wurde von Martin Aschauer seitens
des Medienverbands in die Diskussion eingebracht, als seitens des
Podiums das Argument auftauchte, dass Förderungen der Freien
Medienszene sich nur durch zusätzliche Steuergelder realisieren ließen.
„Allein durch die GIS werden jährlich mehr als vier Millionen Euro
eingenommen. Statt junge, freie Medien damit zu fördern, fließt dieses
Geld in Altstadtsanierungen. Mediengelder sollen aber für Medien
verwendet werden“, so Martin Aschauer. „Es muss sich dabei nicht
zwangsweise um neue Steuern handeln. Das wäre zu einfach.“
Zumindest in Wien liege ein Plan zur Medienvielfalt auf dem
Tisch, sagte Marie Ringler von den Grünen und warb bei der SPÖ Wien dafür
bereits um Unterstützung, was allerdings recht schnell in darauf
einsetzenden Wahlkampfsfloskeln unterging, weshalb dieses Thema vom Podiums auf die Zeit nach den Wahlen vertagt wurde.
Doppelmoral warf Stimeder den politischen Parteien vor: "Es
heißt zwar, freie Medien gehören unterstützt, aber wenn Politiker etwas
Wichtiges zu erzählen haben, gehen sie nicht zum Datum oder zu FM5 -
sie gehen zur Kronen Zeitung oder zu News“. Für ihn ist aber der
Mangel an Bekanntheit das tatsächliche Hauptproblem der freien Medien.
"Wenn man zum Beispiel die Wiener City Lights ein Mal pro Monat für
FM5-Werbung nützen könnte, würde auch die 70-jährige Mitzi-Tant'
darüber Bescheid wissen. Eine solche Investition wäre wirklich
hilfreich", so Stimeder. Doch vom großen Jammern hält Datum nichts.
"Schluss mit dem Jammern nach Förderungen - in Wien hat es noch nie
eine so lebendige Medienlandschaft wie heute gegeben!"
Die österreichische Jugendpresse sah das allerdings anders. "Gerade die
jungen Leute müssen unterstützt werden, damit sie den Start in die
Branche schaffen“, so Susanne Hanger. Ritchie Pettauer vom Datenschmutz sah das anders. Freie Medien sind wichtig. Doch es stimmt nicht, "dass
unabhängige Medien stark zum öffentlichen Diskurs beitragen. Dazu sind
sie zu klein, kaum jemand konsumiert sie. Ihre Berechtigung,
Fördermittel zu bekommen, sollte daher in ihrer medienpädagogischen
Lehrtätigkeit ermessen werden."
Außer Diskussion standen die Leistungen der Freien Medien im
Bereich der Journalistenausbildung. Freie Medien sind die
Ausbildungsstätten der Journalisten der Zukunft. Dass ihnen eine Förderung zustehe, stand deswegen ausser Frage. Doch mit 8.000 Euro aus der Publizistikförderung würde
sich zumindest Datum verarscht fühlen. "Wir hatten gerade genug zum
Leben, zuviel zum Sterben", meinte János Aladár Fehérváry, Herausgeber
von Chilli.cc, das kürzlich seinen Betrieb einstellte. Ob Medien wie
Resident nicht auch eine entscheidende Funktion im Bereich der
Kulturförderung ausüben, fand keine weiterführende Betrachtung.
Alexander Dechant stellte das zur Diskussion, über den Wert konnte oder
wollte man sich nicht einigen.
Als konkretes und doch vages Ergebnis des Abends blieb das Angebot der
SPÖ, vielleicht zukünftig mit den Medien des österreichischen
Medienverbands im Rahmen eines Projektes zusammen zu
arbeiten. Nicht viel, aber immerhin.
Die Diskussion war interessant, schon längst überfällig
und keinesfalls abgeschlossen, darin waren sich alle Beteiligten
einig. Österreich braucht Freie Medien.
Ich gehöre zu den Personen die von Anfang an dabei waren. In FM5 steckt nicht nur viel Zeit sondern auch ganz persönliches von mir. Im Moment habe ich mich ans Doktorat gemacht. Ich gehöre wohl zu den Personen, die nie Zeit haben...
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