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Gregory II - Obenei!

2008-03-19 09:58:55

  • Cross Cult Gregory
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Der fröhliche Wahnsinn geht weiter: Gregory wird von einer Familie adoptiert und darf ein normales Leben führen. Oder doch nicht? Die geniale Fortsetzung von Marc Hempel findet in diesem Band leider ihr frühzeitiges Ende.

Es geht in die zweite und letzte Runde.
Im ersten Band wurden wir mit Gregory bekanntgemacht.
Wir sahen, was er den ganzen Tag über so tut, was nicht, wie er mit Therapeuten spricht oder nicht spricht, und wie er seine Umgebung und Behausung in einer Anstalt wahrnimmt.
Auch durften wir die Bekanntheit mit der Ratte Herman Vermin und der Maus Wendell machen, die natürlich auch wieder auftauchen.

Diesmal springen wir in das Jahr 2150 und erleben einen alten, weisen Gregory, wir sind mittendrin in einer Therapiesitzung, und wir können durch seine Augen sehen.
Doch das allergrößte Abenteuer folgt noch: Gregory darf in die große weite Welt. Er wird adoptiert und kann die Anstalt verlassen. Was erstmal gut klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Irrtum.
Die Familie scheint selber nicht ganz dicht zu sein und dringend eine Therapie nötig zu haben.
Der faule Sohn Rustie ist ein bequemes Bürschchen und leidet an Übergewicht, die Mutter ist zwar liebevoll, kann sich aber nicht durchsetzen, die Tochter ein arg ausspielendes Biest und der Vater ein cholerischer Brutalo.
Gregory lässt das alles über sich ergehen, die Konflikte zwischen Vater und Sohn, die neue Situation, an die er sich erstmal gewöhnen muss. Ohne seine geliebte Zwangsjacke.
Dass er letztenendes wieder in seiner friedlichen Zelle landet, dürfte klar sein.
Dort ist die Welt eben noch in Ordnung.

Take Me As I Am


Neben den üblichen schwarz-weißen Zeichnungen, präsentiert uns Marc Hempel in Obenei! zum ersten Mal Farbseiten, die er extra für die deutsche Ausgabe anfertigte, nachdem die Realisation beim amerikanischen Verlag DC Comics nicht möglich war.
Und die haben es in sich.
Von seiner Zelle aus entdeckt Gregory durch das Fenster die Schönheit außerhalb seines Raumes. Das angenehme Blau des Himmels, das saftige Grün der Wiesen, die großen Wolken, die warme Sonne. Er ist erstaunt und neugierig. Gregory flüchtet aus der Anstalt und bekommt die pralle Erhabenheit der Natur zu spüren. Er ist überwältigt, doch nicht ganz furchtlos.
So unbefleckt und schön inszeniert ist das.
Eine Augenweide. Sollte man gesehen haben.

Sehr schade, dass mit diesem Band die Geschichte um den kleinen Burschen abgeschlossen ist.
Eine außergewöhnliche Parabel in Comicform, auf das nicht immer in normalen Bahnen verlaufende Leben.
Erfreulich wäre es, wenn sich Marc Hempel irgendwann nochmal dazu entschließt, die Story um den diffusen Kerl erneut aufzugreifen und weitere Geschehnisse zu präsentieren.
Bis dahin kann man die beiden Ausgaben immer wieder rausholen, mit Gregory die einfachsten alltäglichen Dinge neu entdecken und sich am Esprit von Herman Vermin erfreuen.
Und keine Sorge, was den seltsamen Titel Obenei! angeht: Dieser wird innerhalb der Erzählung natürlich gelüftet.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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