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Gregory I - Ich Gregory!

2008-03-18 21:29:47

  • Cross Cult Gregory
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Ein kleiner zurückgebildeter Junge mit dreieckigem Kopf pfeift auf das Leben da draußen und verbringt seine Zeit, eingekleidet in einer Zwangsjacke, lieber in einer Zelle. Marc Hempels Gregory führt die Welt wie wir sie kennen ad absurdum.

Mit liebevollen Gesten, gut gemeinter Kommunikation und hilfreichen Therapien kommt man bei Gregory nicht weit.
Er sieht merkwürdig aus, kann außer komischen Wortfetzen nicht viel von sich geben, bricht Genesungsmaßnahmen in einer psychiatrischen Nervenanstalt ab oder geht erst gar nicht auf diese ein.
Stattdessen unterhält er sich viel lieber mit der entzückenden Ratte Herman Vermin und ihrem Partner Wendell, einer schüchternen kleinen Maus, die ihn in seiner Zelle oft besuchen kommen und für den ein oder anderen Gag verantwortlich sind.
Selbst einen Psychotherapeuten oder einen Psychologen kann das schon mal die Nerven kosten, wenn so wenig Hang zur Mitarbeit besteht wie bei diesem Jungen.

It's The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)

Marc Hempel, der gleichzeitig Autor und Zeichner ist, führt die schöne heile Welt ad absurdum.
Ein kranker Patient, noch dabei ein Kind, kann keinen Spaß haben? Doch kann er, und wie.
Ob Gregory jetzt wild durch seine Zelle rennt und komische Wörter dabei herausbrüllt, Kakerlaken zu Mittag verspeist oder erfüllt durchs Zellenfenster nach draußen schielt, Gregory beschäftigt sich einnehmend und sehr ausführlich mit seiner Umgebung, obwohl diese für die meisten Menschen eher abschreckend wirkt.
Der eigentliche Star ist aber die wortgewandte, charismatische Ratte Herman Vermin, die des öfteren das Zeitliche segnet um kurz darauf wiedergeboren zu werden, eine Unterhaltung mit Gott pflegt, sich Gedanken über die eigenen Memoiren macht, und ansonsten ihren gehemmten, nach Käse süchtigen Freund Wendell geschickt rumzukommandieren weiß.
Auch sonst glänzen die beiden Nager mit humorvollen Einfällen und Ideen, die Gregory aus dem Trott holen und uns beim Lesen sehr viel Spaß bereiten. Sie bilden die sprachliche Brücke, da Gregory selbst diese nicht aufbauen kann.
Problem gelöst.

Ich Gregory!
enthält eine Palette an Stories, die wie Kurzgeschichten aufgebaut sind. Manchmal nehmen die Erzählungen mehrere Seiten in Anspruch, andererseits kann die Handlung auch nur auf einer einzigen Seite stattfinden.
Vor allem die Perspektivenwahl, das vielseitige Lettering und die Enge des erzählerischen Raumes weiß Hempel eindrucksvoll für sich zu nutzen.
Lustig und geistreich, mit Comedy-Elementen und einem ernsten Leitthema, das auch Erwachsene etwas angeht, balanciert Gregory auf einer waghalsig guten und pointierten Linie.
Ob der kleine Junge mit dem naiven Wesen doch noch erfolgreich therapiert und geheilt wird, und ob er ein Leben unter normalen Umständen führen kann, erfahren wir im zweiten Band dieser wundervollen Serie, die sich trotz der kindlichen Optik eher an ein erwachsenes Publikum richtet.
Nur verschmähen sollte man die Einladung zu dieser humorvollen  Therapiesitzung nicht.

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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