Es war einer dieser Tage, an dem der Briefträger die zweifelhafte Aufgabe hatte, mir meine Handyrechnung zuzustellen. Oh Gott, wieder 75 Euro! Zugegeben, ich telefoniere viel, aber dagegen muss man doch was unternehmen können. Weniger telefonieren? Nein. Doch wie sonst? Das erfährst du in diesem Artikel.
Es war einer dieser Tage, an dem der Briefträger die zweifelhafte Aufgabe hatte, mir meine Handyrechnung zuzustellen. Oh Gott, wieder 75 Euro! Zugegeben, ich telefoniere viel, aber dagegen muss man doch was unternehmen können. Weniger telefonieren? Wäre vermutlich die einfachste Lösung, doch ich kenne mich ja, das funktioniert bei mir nie lange.
Die Schwachstellen von ICQ oder Skype
Über ICQ oder Skype kann man ja bekanntlich von PC zu PC gratis telefonieren. Das hört sich zunächst mal toll an und wird sodann euphorisch von mir getestet. Das entsprechende Headset gibt es ja überall zu kaufen. Vom Media Markt, Saturn bis zum Niedermeyer; ein entsprechendes Equipment bekommt man überall. Die Investition in der Größenordnung von 7 bis 12 Euro sollte sich schnell wieder amortisieren.
Das alles klingt toll, doch es zeigt sich bald, dass diese Lösung meine Telefonrechnung nicht wirklich senken wird. Denn entweder ist die Person gerade nicht online oder die Person hat kein Mikro eingesteckt bzw. besitzt keines, was noch schlechter für meine Telefonrechnung ist. Doch in den seltenen Fällen, wo mal alles passt und man zusätzlich auch Lust zum Telefonieren hat, funktioniert es. Juhu, doch der reale Nutzen im täglichen Leben ist eher als gering einzustufen.
Kostenfalle Internettelefonie?
Natürlich kann man auch aufs Festnetz oder Handy anrufen, allerdings kostet das bei Skype zum Beispiel 26 Cent zu Telering. Nicht gerade günstig. Außerdem müsste man vorher mal über Kreditkarte oder ein anderes Bezahlsystem Guthaben rauf laden. Schon mal ein Minuspunkt. Soll ich wirklich ins Ausland Geld überweisen? Gut, es wäre zwar in vielen Fällen natürlich etwas billiger, doch es ist unpraktisch. Zunächst mal Kreditkarte, dann außerdem jedes Mal den PC einschalten, Headset suchen und anschließen, all das ist nötig um überhaupt telefonieren zu können. Das ist ja fast eine Prozedur - da braucht man ja mehr Zeit für die diversen Vorbereitungen als letztlich für das Gespräch selbst.
Gratis-Internet-Festnetztelefonie
Gott sei dank gibt es ja google! Nach kurzer Recherche gelangte ich zu diversen Seiten, wo man ohne große Registrierungshürden gratis telefonieren kann. Nach etlichen Tests habe ich mich für den Anbieter
www.voipstunt.com entschieden. Unbegrenzt solange zum Festnetz telefonieren wie man will, in fast ganz Europa, mit einer eigenen Festnetznummer. Dazu noch zu Mobilfunknetzen in Österreich zu maximal 9 Cent. Das klang schon mal gut. Außerdem hatte ich in der Zwischenzeit eine Entdeckung gemacht, die mir die Entscheidung erleichtern sollte: VOIP Telefonie ohne den PC einschalten zu müssen. Schließlich ist ja meine oberste Devise: Ich will telefonieren, wenn’s mir passt und vor allem soll es bequem und einfach sein.
Ohne PC gratis übers Internet telefonieren
Wie ich das zum ersten Mal gehört habe, wollte ich dem nicht so recht trauen. Schließlich war doch die Neugierde größer. Man muss ja nur beim Media Markt suchen. Ich sollte mir eine Fritz Box Fon ata Box zulegen. Übrigens, es gibt auch andere Boxen die das können. Allerdings wollte ich das Gerät auch als Router für meinen Laptop benutzen.
Jetzt kommts: Man verbindet diese Box mittels eines Netzwerkabels mit dem Anbieter, in meinem Fall Chello, und dem PC, sprich man schaltet die Box dazwischen. Dann nehme man einfach ein Festnetztelefon und hänge es an diese Box. Wenn man mich unter meiner Festnetznummer anruft, dann läutet das Telefon ganz normal, wie bei einem normalen Festnetztelefon, auch wenn der PC nicht eingeschalten ist, da das Chello Modem für sich ja immer online ist. Ein weiterer Vorteil ist das Telefonieren im Ausland. Ich muss zum Beispiel in Italien bloß ins Internet einsteigen und kann telefonieren oder kann zum österreichischen Festnetztarif angerufen werden. Wenn ich wen anrufen will, dann nehme ich mein Schnurlostelefon und telefonier einfach. Vielleicht bin ich ein atypischer Nutzer, aber ich telefoniere doch relativ viel ins Festnetz. Mittlerweile sind aber auch ein paar Freunde von mir darauf umgestiegen. Wenn ich mal nicht erreichbar sein will, dann gibt es noch immer den Anrufbeantworter. So, jetzt muss nur noch mein Handyvertrag ablaufen, dann bin ich endlich wieder handylos, weil bei dem System muss man keinen Vertrag eingehen und ist trotzdem erreichbar.
Der Haken
Besonders einfach war es nicht den VoiceOverIP Router einzurichten. Wenn man zum Beispiel Chello als Provider verwendet, arbeitet dieser in einer gewissen IP Range. Der VoiceOverIP Router arbeitet aber standardmäßig in einer anderen IP Range. Dadurch ist es anfangs nicht möglich, dass der VoiceOverIP Router und der Rechner miteinander kommunizieren können.
Ein Blick in das Handbuch des VoiceOverIP Routers bringt Wissen, und schließlich ändert man die IP Adresse der Netzwerkkarte des Rechners in den gleichen IP Range. Man kann nun den VoiceOverIP Router konfigurieren. Aber Achtung: Chello arbeitet unter anderem mit MAC Access. Das bedeutet man muss die MAC Adresse des VoiceOverIP Routers bei Chello bekannt geben und eine halbe Stunde warten, bis die Internetverbindung aufgebaut werden kann. Eine Alternative wäre die MAC Adresse des Routers softwareseitig zu ändern, um die Kommunikation zu gewährleisten. An dieser Stelle sei Christian Stipkovits für sein technisches Wissen gedankt.
Meine Telefonrechnung hat sich jedenfalls erfreulicherweise um 25 Euro gesenkt.
Open Source Alternative
Abschließend möchte ich noch auf www.gizmoproject.org und www.wengo.com, zwei Open-Source Projekte hinweisen, die beide auf den SIP-Standard aufsetzen und ebenfalls ins Festnetz verbinden können.