Freies Magazin FM5

Plattform für Kunst und Jugendkultur

ohne Nav

 

lifestyle

Gnomeo und Julia und Shakespeare (in 3D)

2011-03-26 10:43:56

  • shake speare
  • Gnomeo8 Julia8
  • Gnomeo3 Julia3
  • Gnomeo4 Julia4
  • Gnomeo5 Julia5
  • Gnomeo6 Julia6
  • Gnomeo7 Julia7

Im FM5-Interview verrät William Shakespeare, was er von der jüngsten Filmadaption seiner Tragödie Romeo und Julia hält, weshalb er selbst darin auftritt und warum er nie auf einem Rasenmäher fahren würde.

FM5: Herr Shakespeare, vor wenigen Tagen kam der Animationsfilm Gnomeo und Julia – Liebe versetzt Zwerge in die österreichischen Kinos. Die wievielte Filmadaption Ihrer berühmten Tragödie Romeo und Julia ist das mittlerweile eigentlich?

William Shakespeare: Ich muss gestehen, dass ich da bereits den Überblick verloren habe. Mit Sicherheit kann ich nur sagen, dass die Zahlen in die Hunderte gehen.

Das Besondere an dieser Adaption ist nun aber, dass Sie darin selbst als Schauspieler auftreten. Streben Sie eine zweite Karriere an?


Nein, keinesfalls. Das war ein einmaliger Cameo-Auftritt, der sich ganz zufällig ergeben hat. Kelly Asbury, der Regisseur von Gnomeo und Julia, bat mich, einen kurz vor Drehbeginn abgesprungenen Schauspieler zu ersetzen. Ich habe spontan zugesagt und mich einfach selbst gespielt.

Bisher haben Sie hauptsächlich im Theaterbereich gearbeitet. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Medium Film?


Für mich war das natürlich weitgehend neu. Alles wird beliebig oft wiederholt, die Szenen können im Nachhinein umgearbeitet werden und die Beteiligten müssen nicht einmal zur selben Zeit am selben Ort sein. Es ist schon erstaunlich, was allein schon durch die Technik möglich ist.

Apropos Technik: Gnomeo und Julia zeichnet sich auch durch die Verwendung von 3D aus, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Was halten Sie persönlich davon?


3D ist doch ein alter Hut. Das gab es bereits zu meiner Zeit im Globe Theatre. Ich finde diesen Hype reichlich überbewertet.

Wenn man es so betrachtet, ist aber auch Gnomeo und Julia nicht mehr als ein alter Hut, stammt Ihre Vorlage doch bereits aus dem Jahr 1597.


Da haben Sie nur teilweise Recht. Die Rahmenhandlung ist durch die Verlegung ins Gartenzwergmilieu eine ganz andere. Außerdem werden im Film neue Figuren wie die des Flamingos Featherstone oder des Rasenmähers Terrafirminator eingeführt. Und auch das Ende der Geschichte ist schließlich vollkommen anders angelegt.

Statt dem bekannten tragischen Ausgang mit dem Tod der Protagonisten gibt es ein Happy End.


Ein grandioser Einfall des Produktionsteams, wie ich finde. Schriebe ich das Stück heute noch einmal, würde ich ebenfalls ein glückliches Ende der Geschichte bevorzugen. Das ist viel zeitgemäßer. Schreckliche Dinge geschehen in der Welt doch bereits zur Genüge. Da muss man vorsätzlich keine weiteren erfinden.

Aber auch Gnomeo und Julia kommt nicht ganz ohne tragische Elemente aus. So zerspringt Tybalt bei einer Rasenmäherfahrt durch eine Unachtsamkeit in tausend Teile.


Das ist die Macht des Schicksals. Weder Gartenzwerge noch Menschen sind dafür gemacht, sich motorisiert fortzubewegen. Die Hybris holt jeden ein und es kommt, wie es nun mal kommen muss. Ich jedenfalls würde mein Leben nie einem Rasenmäher oder ähnlichen Vehikeln anvertrauen und gehe lieber zu Fuß.

Herr Shakespeare, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen noch einen guten Nachhauseweg.


Zur Person:

Seit 1592 mischt der 1564 in Stratford-upon-Avon geborene William Shakespeare vor allem als Bühnenautor, aber auch als Schauspieler die Londoner Theaterszene auf. Er ist dabei so erfolgreich, dass er sich nicht nur ein Wappen leisten kann (1596), sondern zeitweilig auch Anteilseigner des berühmten Globe Theatre wird (1599). Bis heute gehören seine Werke zu den bekanntesten der Weltliteratur. Neben Romeo und Julia stammen unter anderem Hamlet, Macbeth und Ein Sommernachtstraum aus seiner Feder.

Zum Film:

Im beschaulichen Stratford-upon-Avon spielt sich in den aneinandergrenzenden Gärten von Herrn Capulet und Frau Montague ein Kleinkrieg der besonderen Art ab. Regisseur Kelly Asbury (Shrek 2) lässt rot- und blaubemützte Gartenzwerge in einem an die Shakespeare-Tragödie Romeo und Julia angelehnten Plot gegeneinander antreten. Allzu wörtlich wird die literarische Vorlage dabei nicht genommen, was allerhand komische Verwicklungen zur Folge hat.

Links


Printer Icon Creative Commons by-nc-nd - Some rights reserved



AutorInnen



Kein Bock auf Nazis Festival 13.4. Arena


Archiv  | Impressum | AGB | Gewinnspiel | Friends Shop