2007-04-02 00:11:13
Hot Hot Heat veröffentlichen ihr neues Album „Elevator“ genau zum richtigen Zeitpunkt.
Ende der Neuziger wurde die Band von Steve Bays ins Leben gerufen. Gespielt wurden zu dieser Zeit noch schwer verdauliche Lärmattacken inklusive Punk-Gerotze. Es folgte mit „Knock Knock Knock“ die erste EP und kurz darauf das fulminante Debütalbum „ Make Up The Breakdown“, welches ihnen Tür und Tor in die weite Welt des Musikbusiness öffnete.
Es folgte eine monatelange Tour, die nicht spurlos an der Band vorüberging.
Nichtsdestotrotz begannen Hot Hot Heat im Jahr 2004 mit der Arbeit für das neue Album. „Wir konnten nicht so an die Aufnahmen herangehen wie beim ersten Album. Wir waren einfach auf einem ganz anderen Level. Gleichzeitig war die Essenz unserer Vorstellung aber immer noch intakt: Unsere Musik sollte catchy, spaßig und tanzbar sein. Freitagnachtmusik mit ein paar düsteren Untertönen, die sie interessant macht.“
Nach der Beendigung der Aufnahmen verließ der langjährige Gitarrist Dante DeCapro die Band und wurde durch Luke Paquin ersetzt.
Hot Hot Heat benötigen für die 15 Songs auf „Elevator“ nur sage und schreibe 37 Minuten.
Das schreit nach Dringlichkeit! Auf dem Cover sind Steve Bays, Paul Hawley, Dustin Hawthorne und Luke Paquin als tanzende Marionetten abgebildet – bewegt von einer Hand, die als höhere Macht verstanden werden kann.
Hand-Clapping und Discokugel
Die Modrocker legten bei „Elevator“ die elastischen „Bandages“ der alten, ungestümen und fiebrigen Songs ab. Dem Mitwipp- und Tanzeffekt tat dies dennoch keinen Abbruch. Ihre Musik jedoch klingt nun ein wenig runder und poppiger – aber deswegen keineswegs schlecht.
Zu hören sind zappelige, auf Moll gestimmte Gitarren, ein auflockerndes Hand-Clapping und die rastlose, schnippische Stimme von Steve Bays. Das ist aber noch lange nicht alles: Während der singende Lockenkopf das Mikro mit kaltschnäuzigen Texten wie
Goodnight, goodnight
You're embarrassing me
You're embarrassing you
So goodnight, goodnight
Walk away from the door
Walk away from my life
So goodnight
(Goodnight Goodnight)
versorgt, bedient er auch noch ein Keyboard, auf dessen Display der Sound „Hammondorgel“ abzulesen ist. Die Musik von Hot Hot Heat orientiert sich an den Garage-Sounds der 60er (die Mods lassen grüßen) und späht gleichzeitig in Richtung glitzerndem Glam-Rock (Image ist alles) und Post-Punk.
Mit „Elevator“ veröffentlichen Hot Hot Heat ein frisches, elektrisierendes Frühlingswerk mit „gute Laune“-Garantie und schaffen damit das, an dem einige Bands schon jämmerlich gescheitert sind: Ein zweites Album zu veröffentlichen, das zumindest annähernd an das Debüt herankommt.
Hot Hot Heat spielen am 16. Mai im Wiener Flex
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