Singledom ist auch nicht viel schlechter als Boredom.

N. sagt, allein stehend durchs Leben zu gehen wäre nicht das Schlechteste. Natürlich gebe es da diese minder bequemen Momente in unserer oftmals dualistisch ausgerichteten Weltordnung. Jene typischen Paaraktivitäten würde sie mittlerweile aber recht gut zu überbrücken wissen, sagt N. So habe sie zum Beispiel am diesjährigen Tag des Kusses zwar niemanden herzen können, es nichtdestotrotz sehr wohl verstanden, sich Freude zu bereiten. Vorausschauend müsse man sich an solchen Anlässen nämlich auszutricksen wissen, sagt N. Wenn man also beispielsweise zu seinem Single-Kaffee einen Keks gereicht bekomme, dürfe man diesen unter keinen Umständen sofort verzehren. Vielmehr empfehle es sich diesen vorausschauend für später aufzubewahren, vorzugsweise in einem relativ häufig frequentierten Seitenschlitz der Lieblingstasche. Das Natural High, welches man sich beim Wiederfinden dieser kleinen Aufmerksamkeit in solch schweren Zeiten so einfach schaffen könne, wäre einem offiziellen Schmatzer am Tag des Kusses mehr als ebenbürtig, sagt N. Einfacher wäre es freilich schon, ihren künftig dafür zuständigen N.-Knacker zu finden. Als langjährige, harte Single-Nuss, sagt N., wäre sie jedoch ein egozentrisches Dasein gewohnt und für Abweichungen davon nur bedingt zu begeistern.
Das Singleleben wäre außerdem prinzipiell gut auszuhalten, sagt N. Dabei bliebe sie auch, ohne Wenn und Aber, wäre da nicht dieser zwanghafte und urmenschliche Bindungsdrang, der wiederum folgende höchst anstrengende Prozedur nach sich ziehe. Unter dieser versteht N., jeden ihr über den Weg laufenden Kandidaten – sei er auch noch so offensichtlich nicht nach Geschmack – auf etwaiges Zweisamkeits-Potential abchecken zu müssen. Sicherlich würde mit zunehmendem Andauern des Singlezustandes ein schnelleres Abhandeln des Anforderungskriterien-Katalogs einhergehen, wobei allerdings die Anzahl der „Must-Haves for relationship consideration“ selten sinke. Ganz im Gegenteil, sagt N., sehr bald schon habe sie mit den ihrigen das vollständige Alphabet abgedeckt und Umfänge ähnlich des OPACs erreicht. Dinner for One und andere typische Einzelaktivitäten im Leben eines Singles wären ihr im Vergleich dazu sogar willkommen und keiner allgemeinen Verdrießlichkeit wert, sagt N.
Nur willkommen könne einem Singlemenschen übrigens auch der Besitz eines relativ harmlosen gesundheitlichen Missstandes sein, welcher einem die Langeweile ab und an zu vertreiben mag, sagt N. Sie denke dabei vielleicht an einen niedlichen, gelegentlichen Wadenkrampf, der einen - bestimmt, aber maßvoll - daran erinnern solle, an eine erhöhte Magnesiumzufuhr zu denken. Der menschliche Körper - auch: Das Kapital bzw. Aushängeschild eines jeden Singles - könne generell öfter spontane Entschlackungskuren sonntagnachmittags vertragen!
Persönlich habe sie sich für eine Laktoseintoleranz entschieden (für Fortgeschrittene). Das Achten auf den Nichtverzehr von kuhfreien Produkten gleiche dem immerwährenden Kampf gegen das Böse und schaffe ihr so regelmäßig Zerstreuung, sagt N.
Ihr Tag des Kusses wäre übrigens - nicht zuletzt deswegen - großartig gewesen, sagt N.
P.S.: Das einzige Zeichentalent der Familie ist in Urlaub. Bonnes Vacances!
kein gott, kein staat, keine arbeit, kein geld. mein zuhause ist die welt.
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wunder, wunder, wunderbar.
hahaha. der tag des kusses.
sehr super.
xx
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wie kann man dich knacken?
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