2008-07-03 19:58:17
Der Modeschöpfer Alexander Georgiev im Gespräch über Reichtum, Schneiderkunst und warum er eigentlich kein richtiger Designer ist.
FM5: Über reiche Leute gibt es viele Klischees und Vorurteile. Glaubst du, dass diese zutreffend sind?
Georgiev: Ich glaube, es gibt zwei unterschiedliche Arten von reichen Leuten. Es gibt diejenigen, die versnobt und arrogant sind. Das sind die, die ihr Geld geerbt oder auf ähnliche Weise bekommen haben. Diese Leute haben keine Wertschätzung, weil sie ihren Reichtum nicht selbst erarbeitet haben. Es gibt aber auch die, die durch viel Arbeit ihr Geld gemacht haben und diese Leute sind weder arrogant, noch versnobt, noch unzufrieden. Es gibt nämlich Reiche, die immer unzufrieden sind. Vielleicht weil sie einsehen müssen, nicht alles mit Geld kaufen zu können.
Als du beschlossen hast Modedesigner zu werden, hast du dir damals schon überlegt, dass du wahrscheinlich oft mit reichen Menschen zu tun haben wirst?
Ja, das war mir damals schon klar.
Du hast deine Anfänge in Bulgarien gemacht. Wieso hast du beschlossen Designer zu werden?
Ich habe das nicht richtig beschlossen, ich habe mich einfach beim Nähen wohl gefühlt. Ich bin auch kein Modedesigner in diesem Sinne. Das war eine Entwicklung. Ich habe bei Null angefangen mit dem Nähen, das hat mir Spaß gemacht und ich nähe bis heute. Es ist nicht so, dass ich die Sachen entwerfe und mein zehnköpfiges Team setzt sie dann um. Ich kenne diesen Beruf vom Handwerk angefangen, bis zum Entwurf, Design und dem Kontakt zu den Kunden, ich mache alles selbst.
Du hast dann beschlossen nach Österreich zu kommen. War das eine berufliche Entscheidung? Glaubst du, hättest du in Bulgarien weniger Erfolg gehabt, weil die Menschen dort weniger Geld haben?
Auf diese Frage kann man keine genaue Antwort geben. Ich kenne jetzt den österreichischen Markt und weiß, dass er einerseits sehr frei ist, also man kann fast alles verkaufen, aber andererseits gibt es eine riesengroße Konkurrenz. In Bulgarien ist der Markt nicht so frei, weil die Leute nur bestimmte Sachen wollen, aber dafür gibt es dort keine so große Konkurrenz. Es kann sein, dass ich in Bulgarien eine größere Karriere gemacht hätte, aber ich bin mit dem zufrieden, was ich hier habe.
Du glaubst also nicht, dass der Erfolg in der Modebranche mit dem Reichtum des Landes zusammenhängt?
Nein, das würde ich nicht sagen.
Unfähig sich selbst zu beschreiben...
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