2009-03-10 19:40:50
Der Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef wird eine Hommage gesetzt. Heike Makatsch spielt die laut Ella Fitzgarald „beste Sängerin ohne Stimme“ in Kai Wessels Hilde.
Das Leben der Knef hätte tragischer nicht sein können. Als sie sieben Jahre alt war, kam Hitler an die Macht. Die Ausbildung zur Schauspielerin erlebte sie während der Kriegsjahre, mit der ersten Liebe Ewald von Demandowsky robbte sie im Schlamm, um als Mann getarnt vor den Russen zu fliehen. Depression und Konjunktur machten Hildegard Knef zu dem, was sie Zeit ihres Lebens war, der erste deutsche Nachkriegsstar mit Hollywoodallüren.
Die Schauspielerin Knef
Wer Heike Makatsch ins Gesicht schaut, der kann gewisse Ähnlichkeiten zur Knef entdecken. Die großen Augen, die perfekt imitierte Frisur und zu guter letzt auch die Stimme, lassen den ersten deutschen Nachkriegsstar wiederauferstehen. Ein Wechselspiel zwischen Berliner Akzent und dem typischen Hochdeutsch der Knef unterstützen das Biopic Hilde.
Die Bilder, in denen Kai Wessel die Geschichte der Aktrice erzählt, versetzen in frühere Zeiten. Das zerbombte Berlin überzeugt genauso wie das wirtschaftlich gebeutelte Hollywood der Nachkriegsjahre. Man mag meinen, Hildegard Knef hatte das Glück nicht gepachtet, trotz der regnenden roten Rosen.
Die Chansonier Knef
Hilde macht aus "Der Sünderin" Hildegard Knef einen Menschen. Wutanfälle, Momente des Glücks und vor allem eine starke Persönlichkeit demonstriert Heike Makatsch im Alleingang. Der Misserfolg von Der Sünderin, der herbe Umgang der Alliierten mit der ehemaligen Geliebten eines hohen Nazis und der Tod Erich Pommers konnten sie nicht aus der Fassung bringen. Kaum Schwächen gesteht Wessel seiner Hilde zu.
Für Heike Makatsch, die spätestens seit Männerpension auch stimmlich nicht zu verachten ist, war es selbstverständlich alle Lieder selbst zu singen. Zusätzlich zu Nummern wie Von nun an ging’s bergab oder In dieser Stadt und zeilenweise Einblendungen aus Für mich soll’s rote Rosen regnen geben Hilde die nötige musikalische Note.
Filmstart in Österreich am 13. März
We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)
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