2008-05-01 14:06:39
Die Wiener Band Gasmac Gilmore ist bekannt durch Konzerte in der Wiener U-Bahn und auf einem Donau-Schiff. Anlässlich ihres neuen Albums 'About Boys and Dogs' traf FM5 die Musiker zum Interview.
Da denkt man als musikinteressierter Mensch, man habe schon alles gehört. Man kenne jedes Genre und man könne die Instrumente, die von Bands genutzt werden, auf Gitarre, Schlagzeug und Bass beschränken.
Und dann das: eine Wiener Band, die Rockmusik mit balkanlastigen Rhythmen und metalartigen Bass- und Gitarreneinlagen vermischt.
Gasmac Gilmore heißt die Band, die sich Album für Album neuen Instrumenten bedient und Album für Album eine neue musikalische Richtung findet.
Mit dem neuen Album About Boys and Dogs ist man einem Stil auseinander gesetzt, den man schwer in Worte fassen kann.
Die verwendeten Instrumente lassen sich als Gitarre, Bass, Schlagzeug, Akkordeon, Posaune, Mandoline und Cello identifizieren. Diese einzigartige Instrumenmischung ist erfrischend und gibt den Liedern einen unverwechselbaren Sound. Die Songs sind durchwegs schnell, rhythmisch und tanzbar. Manche Stücke erinnern aufgrund des Rhythmus und des musikalischen Engagements an System of a Down.
About Boys and Dogs ist ein abwechslungsreiches Album, das man unbedingt hören muss. Die Band Gasmac Gilmore sichert dich mit dem neuen Album einmal mehr den Status der Avantgarde, da sie sich traut die Grenzen der musikalischen Genres zu übertreten.
Im Interview mit Gasmac Gilmore
FM5: Die Band Gasmac Gilmore besteht schon seit einigen Jahren. Ihr habt euch von Album zu Album zu einem anderen Stil entschieden.
Könnt ihr euren bisherigen Werde- und Stilgang beschreiben?
Matthias: Angefangen haben wir 2003. Unser erstes Album Sicknum war sehr elektronisch angehaucht. Die meisten Stücke waren von einer DJ- Line unterstützt.
Max: Beim darauf folgendem Album Little Lucy war es uns wichtig, von der elektronischen Schiene weg zukommen und unsere Stücke bühnentauglich zu machen. Wir wollten mehr Gitarrensound in unsere Lieder bringen. Das neue Album About Boys and dogs ist sehr experimentell. Wir haben mit Cello, Akkordeon und Posaune aufgenommen. Eigentlich ist es ein Gemisch aus dem ersten und dem zweiten Album.
Ihr nehmt viele verschiedene Strömungen in euer musikalisches Repertoire auf. Wie seid ihr darauf gekommen, Musik zu produzieren, die sich an spanischer Gitarre, balkanlastigem Rhythmus und metalartigem Bassengagement orientiert?
Max: Die meisten von uns haben früher in einer Metalband gespielt. Als sich die Band auflöste, habe ich viel am Computer experimentiert und bin dann auf diesen balkanlastigen Sound gestoßen. Es hat uns allen gefallen und wir haben beschlossen, in dieser Richtung musikalisch tätig zu werden.
Matthias: Wir entwickeln uns natürlich ständig weiter. Ich kann mir vorstellen, dass das nächste Album ganz neue Seiten haben wird.
Für uns ist es wichtig, dass jeder von uns an der Entstehung der Lieder beteiligt ist. Und da jeder von uns seinen eigenen Musikstil hat, ist unsere Musik vielseitig.
Viele Bands in Österreich finden keine Plattform, um ihre Musik zu verbreiten. Ihr habt euren eigenen Weg gefunden zur Promotion gefunden. Zum Beispiel habt ihr in der Wiener U-Bahn ein Konzert gegeben, ein anderes Mal auf einem Schiff, das den Donaukanal abgefahren ist. Woher stammt die Idee zu diesen außergewöhnlichen Konzerten?
Elias: Die Infrastruktur für Livekonzerte in Österreich ist nicht besonders gut. Meistens muss man irgendwelche Leute kennen, um irgendwo spielen zu können. Wenn wir ein Konzert in einem Lokal spielen, so besuchen uns Leute, die unsere Musik oder zumindest die Art und Richtung unserer Musik mögen. Wenn wir in der Öffentlichkeit ein Konzert spielen, so werden viele mit unserer Musik konfrontiert. Wir wollten wissen, inwieweit Gasmac Gilmore in der Öffentlichkeit Zuspruch findet.
In der U-Bahn ist das Publikum bekanntlich bunt gemischt. Wir packten unser Equipment zusammen, bestiegen in Hütteldorf den letzten Wagon und gaben bis zur Endstation Heiligenstadt ein Konzert.
Mit dem Schiff sind wir am Tag des EM-Halbfinales an verschiedenen Lokalen entlang des Donaukanals vorbeigefahren und haben die Fußballfans und Passanten mit unserer Musik beschallt.
Unsere Ideen kamen sehr gut an. In der U-Bahn freuten sich die Mitreisenden über das spontane Konzert und am Donaukanal wurden wir vom Ufer aus bejubelt.
Inwieweit haben euch diese Aktionen Promotion gebracht?
Matthias: Allein das Video von dem U-Bahn Konzert hat auf youtube.com in der ersten Tagen 30.000 Zuseher gehabt. In weiterer Folge wurden mehr CDs bestellt. Wir haben gar nicht damit gerechnet, dass das auf so viel Zustimmung stößt!
Glaubt ihr, dass ihr mit eurem Sound eine Lücke im österreichischen Musikmarkt gefunden habt?
Max: Ja. Wir haben in der U-Bahn gesehen, dass unsere Musik sehr gut ankommt. Das Problem ist, dass sich Labels vorwiegend für Zielgruppen interessieren. Wir denken, Gasmac Gilmore hat keine bestimmte Zielgruppe - wir wollen alle begeistern. Wir möchten beweisen, dass es möglich ist, ein breites und vielfältiges Publikum anzusprechen.
Viele österreichische Bands bemühen sich jahrzehntelang um Berühmtheit - oft vergeblich.
Matthias: In Österreich muss man einen steinigen Weg gehen, um Anerkennung zu finden. Wir wollen natürlich im Ausland Fuß fassen.
Wir haben sehr viel Mühe und Zeit in unsere Band gesteckt und hoffen, dass sich das irgendwann bezahlt macht. Aber egal, was kommt: Fest steht, wir lassen uns nicht unterkriegen. Ihr werdet noch von uns hören!
Danke für das Interview!
Achja?? Komm du mal her!
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