2008-03-15 14:58:35
Poppiger als Pop: Die Wiener Formation Team Pete probiert sich auf ihrer Debüt-EP „Sorry, you're not on the list“ als schwerelos-beseeltes Unternehmen.
Über Musik zu schreiben ist in etwa so wie, sagen wir, über Autos, Blumen oder Menschen zu urteilen: Jeder empfindet etwas anderes, Recht haben wir natürlich alle – und trotzdem wieder niemand. Und hey, wer hat schon die Wahrheit gepachtet? Doch abseits der regelmäßig betriebenen grundierten Prophetie in Sachen „guter“ Musik existieren eben Bands, die von diesem neunmalklugen Diskurs ausgenommen werden dürfen, nein: müssen. Bands, die den persönlichen, auf intime Seelenschau bedachten Gefühlskosmos streifen und dabei auch noch gut rüberkommen, nein, also wirklich, darüber muss echt keinerlei Diskussion gestartet werden. Die sind toll – geschissen darauf! Zu den Glücklichen darf sich in diesem Zusammenhang auch die Wiener Formation Team Pete – bestehend aus, Nachnamen bleiben wohl bewusst unerwähnt, Pete (Gitarre, Gesang), Dieter (Keyboard), Niki (Bass) und Frank (Schlagzeug) - zählen, der kürzlich mit ihrer Debüt-EP Sorry, you're not on the list ein tadelloses Beispiel für lockeren melancholischen Pop gelungen ist. Vorbildwirkung!
Frühling, wir kommen!
Achtung, Kitsch: Der sich dieser Tage zwar selten, aber wenn, dann herzhaft präsentierende Frühling scheint die perfekte Jahreszeit für jenes, bei dem Label Freefall erschienene Album zu sein: Die Schrammelgitarren markieren den Weg richtung Sonne, die minimal eingesetzten Synthies ebnen die Startbahn für den Flug „Freiheit“ und die melodieverliebte Stimme hüllt Menschen ein, die jederzeit für beseelt-melancholische Tagträumereien anfällig sind. Schließlich fühlt man sich bei diesen pathetischen Songs frei wie ein Vogel, bereit für den Frühling.
Das Auge hört mit
Nicht nur aus musikalischer Sicht hat die Band Team Pete jede Menge auf der Habenseite: Auch die Optik spielt eine große Rolle, nicht nur beflissene Kunststudenten wissen um die Bedeutung von visuell-ästhetischer Bestechlichkeit. Merke: Das Auge hört mit! So entstand das Video zu dem schönsten Song des Erstlings, Stay at home, in Kooperation mit dem Animationskünstler Niki Jantsch. Der Pressetext zitiert dazu: „Es geht darum, einmal nicht die üblichen Bandszenen zu liefern, sondern um einen eigenen, abstrakteren Zugang.“ Right! Diese Mühe macht sich denn auch – wenngleich nicht im monetären Sinne, aber dieser triste Umstand ist für Musiker ohnehin keine Neuigkeit – bezahlt, schließlich wurde das Video bereits an einigen Wiener Kunstorten (MAK, Künstlerhaus, Kunsthalle) bei Ausstellungen dem Auge zugeführt. Aber nicht nur das: Ebenso das künstlerisch überzeugende und anspruchsvolle Layout des EP-Covers wurde mit Lulu von dem Londoner Kollektiv containerPLUS fabriziert. Alles in allem geht dieses Kunstwerk mit dem Inhalt des Albums eine genussvolle Symbiose ein, die sich in den anderen drei Songs (One two three, Laundry und Untitled) ebenfalls prägnant entlädt. „Sorry, you're not on the list… of my future girlfriends…“ (Stay at home). Gefällt!



"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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