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Frauen an der Macht – Maybrit Illner

2007-04-02 00:10:47

In Teilen des deutschsprachigen Raums (Deutschland und Österreich) wurden in den letzten Jahren mit Angela Merkel und Benita Ferrero-Waldner zwei bedeutende Frauen auf die Probe gestellt. Die eine – Angela Merkel – konnte sich wenigstens ein bisschen durchsetzen und residiert jetzt in Berlin als Bundeskanzlerin der Republik Deutschland. Die andere – Benita Ferrero-Waldner – musste in der Bundespräsidentschaftswahl mit Heinz Fischer den Kürzeren ziehen. In dem vor kurzem von Maybrit Illner herausgegebenen Buch „Frauen an der Macht“ reüssieren beide, neben anderen renommierten Frauen aus Politik, Wirtschaft und Medien, das Thema Frauen und (ihre?) Macht.

Da in letzter Zeit zwei Frauen, Benita Ferrero-Waldner und Angela Merkel (übrigens auch im Buch mit lesenswerten Beiträgen vertreten) in der (Welt-) Politik aufgezeigt und sich profiliert haben, ist der Zeitpunkt für das Erscheinen des Buches „Frauen an der Macht“, das von der renommierten und allseits bekannten Journalistin Maybrit Illner herausgegeben wurde, gerade richtig.

Lippenstift statt Mauerblümchen
Karin Göring-Eckhardt, seit Oktober 2003 Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“, meint in ihrem Beitrag „Selbstverständlich“, dass es „nicht verständlich ist und war, dass Frauen in der Politik in der ersten Reihe stehen und mitgestalten.“ Für sie steht fest, dass „Macht von machen“ komme und das können „Frauen genauso individuell gut oder schlecht wie Männer“. Fragen wie „Wie weiblich sind Frauen „an der Macht“ überhaupt und wann zeigen sie ihre feminine Seite?“ werden von ihr folgend beantwortet: „lippenstift und Stöckelschuhe oder auch mal ein Dekolletee sind erlaubt.“ Da es wenig sinnvoll ist, nur zu kritisieren und den Teufel an die Wand zu malen, stellt sie Lösungen bzw. Lösungsansätze, wenn auch sehr vage, parat: „Mehr Flexibilität der Arbeitsverhältnisse, zum Beispiel mehr Freizeitmöglichkeiten auch für hochwertige Jobs. Und ein besseres Angebot von Betreuungseinrichtungen.“


Verkehrte (68er)-Welt?
Die 1955 geborene „Bündnis 90/Die Grünen“-Vorsitzende Claudia Roth, die durch ihre schwulenfreundlichen Aussagen stets aus der Reihe tanzte (besuchte die erste Trauung eines schwulen Paares in Hamburg), spielt in ihrem Textbeitrag „Wir wollen die halbe Macht – mindestens!“ kurz auf einen wunden Punkt der „68er“ an: Viele der „Antikapitalisten“ resp. „Marxisten“ interessierten sich nämlich gar nicht für Frauen- oder Minderheitenrechte. „Es ging um Revolution und Bücherstände. Streckenweise herrschte ein ziemlicher Machiismo – Leninismo, in dem Frauen die Fenster putzen sollten, damit die Männer die Sonne und die Freiheit sehen konnten.“ Auch die legendäre Band „Ton Steine Scherben“, dessen Sänger Rio Reiser (sehr zum Leidwesen vieler) schwul war, deutet Roth als Band, der es „sehr um konkrete Kritik an Machtmissbrauch“ ging. In dem Punkt „Politisch etwas bewegen können“ schildert Claudia Roth von den politischen Erfolgen – meistens von denen der „Grünen“ – und meint, vieles habe sich schon verändert. Leider aber noch zu wenig. Zum Beispiel das Gewaltschutzgesetz erhielt einen neuen Grundsatz, der heißt: „Wer schlägt, muss gehen.“ Jedoch komme man „ohne die Bereitschaft der Männer, auch einmal etwas abzugeben, nicht weiter.“

Dies waren nur zwei der vielen Textbeiträgen aus dem im August bei dem Hugendubel Verlag erschienen Buch Frauen an der Macht. Unter anderem finden sich auf dem Buch auch noch Texte von Angela Merkel, Benita Ferreo-Waldner, Renate Künast. Die Herausgeberin Maybrit Illner, geboren im Jahre 1965 in der DDR, begann ihre journalistische Laufbahn nach dem Studium in der Sportredaktion des Fernsehen der DDR. Nach dem Fall der mauer wechselte sie in die Auslandsredaktion und moderierte für den DFF das Reisejournal azur und das Abendjournal. Seit 1992 arbeitet sie für das ZDF, zunächst als Moderatorin und dann als Leiterin des ZDF-Morgenmagazins und seit 1999 als Moderatorin der politischen Talkshow Berlin Mitte.

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AutorInnen

Johannes Rausch

Johannes Rausch

"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)

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