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musik

Foo Fighters naked

2007-04-02 00:12:23

Dave Grohl und seine Jungs lassen die Hosen runter, packen die Stromgitarren ein und die Akustikinstrumente aus. Dass dabei mehr übrig bleibt als nur Haut & Knochen, beweist das erste Livealbum in der Geschichte der Foo Fighters, „Skin & Bones“.

Dave Grohl und seine Jungs lassen die Hosen runter, packen die Stromgitarren ein und die Akustikinstrumente aus. Dass dabei mehr übrig bleibt als nur Haut & Knochen, beweist das erste Livealbum in der Geschichte der Foo Fighters, „Skin & Bones“. 
 
 
 
Wir erinnern uns kurz zurück, mit ihrem fulminanten Doppelschlag „In Your Honor“ (Sommer 2005) bannten die Foo Fighters ihre lauthals schreiende, rohe Seite und ihre stille, zerbrechliche Seite auf zwei separate Silberlinge. Seitdem befindet sich die Band beinahe pausenlos auf Welttournee und spielt dabei sowohl Megastadion-Rockshows als auch intime Akustikkonzerte. Eines der letzteren wurde im heurigen Sommer im Pantages Theatre in Los Angeles mitgeschnitten und liegt nun als Ton- und Filmdokument vor.
 
 
Dave Grohl 
 
Der Tonträger bietet 15 Songs, die sich quer über alle Schaffensperioden der Band ziehen, in teils völlig neuer Beschaffenheit. Abgesehen von den Nummern der akustischen „In Your Honor“-Hälfte (wie „Razor“, „Over & Out“ oder „Another Round“) sind es vor allem jene, die man sonst nur in elektrischer Powerrock-Instrumentierung kennt, die aufhorchen lassen, wie „My Hero“, „Times Like These“ oder „Best Of You“. Wenn es auch anfangs irritierend und fast ein wenig kitschig erscheint, dass anstelle der röhrenden Gitarren in „My Hero“ plötzlich sanfte Klaviertupfer, Vibraphon und Violine erklingen oder „Best Of You“ auf Akustikgitarre und Stimme minimiert von Dave Grohl alleine vorgetragen wird – was ihn trotzdem nicht daran hindert, sich bei dieser Nummer die Seele aus dem Leib zu brüllen.
 
 
Taylor Hawkins
 
Passend daher auch der CD-Titel „Skin & Bones“, was soviel bedeutet, dass die Songs auf ihr „Haut & Knochen“-Grundgerüst reduziert wurden und in neuem Klang erstrahlen. Mit dem Titeltrack enthält das Livedokument auch einen bisher unveröffentlichten Track, der wie eine Mischung aus typischem Foo Fighters-Song und französischem Chanson klingt. Ein weiteres Zuckerl ist mit „Marigold“ vertreten, einer von Dave Grohl geschriebenen Nirvana B-Seiten-Nummer, der hier durch volle Bandbesetzung neues Leben eingehaucht wird. 
 
 
Chris Shiflett
 
Einmal mehr outen sich die Foo Fighters als großartige Liveband. Neben der Grundbesetzung Dave Grohl (Gesang, Gitarre), Chris Shiflett (Gitarre), Nate Mendel (Bass) und Taylor Hawkins (Drums) wächst die Band in der Akustikbesetzung durch Unterstützung von Petra Haden (Violine, Gesang), Keyboarder/Akkordeonist Rami Jaffee, Percussionist/Vibraphonist Drew Hester und dem Ex-Foo Fighters- und einstigem Nirvana-Tour-Gitarristen Pat Smear zu einem kleinen Orchester an. Besonders eindrucksvoll: die Einstiegs- und Schlussnummern des Albums, „Razor“ und „Everlong“, die beide als verhaltene Soloperformances von Dave Grohl beginnen und sich gegen Schluss durch gleichzeitigen Einsatz des gesamten Ensembles zu einer wuchtigen Soundwelle aufbäumen - ja, auch mit Akustikinstrumenten kann mächtig Druck und Power erzeugt werden.
 
 
Nate Mendel
 
Leider machten die Foo Fighters mit ihrer Akustiktour einen großen Bogen um Europa (Ausnahme Großbritannien). Wer also auch optisch Zeuge einer der eindrucksvollen Performances werden möchte, muss sich entweder augenblicklich nach Japan begeben, wo die Band im Dezember konzertiert, oder auf die „Skin & Bones“-DVD zurückgreifen. Diese bietet nebst glasklaren Bildern der Band im gediegenen Ambiente des stimmungsvoll dekorierten Pantages-Theater in L.A. außerdem fünf Tracks, die auf der CD nicht enthalten sind.
 
Tipp: Foo Fighters Hardcorefans sei als Alternative die – allerdings nur über Großbritannien zu beziehende – Special Doppel-DVD-Edition („Skin & Bones“ und „Hyde Park“) empfohlen, die neben dem Akustikkonzert außerdem den Mitschnitt des im heurigen Sommer stattgefunden, bisher größten Foo Fighters-Gigs vor 85.000 Zusehern im Londoner Hyde Park beinhaltet – im Powerrock-Gewand versteht sich! Und wem dafür das nötige Kleingeld fehlt, ein kleiner Hinweis: in wenigen Wochen ist Weihnachten, also nichts wie rauf damit auf die Wunschliste!
 
alle Fotos: (c) http://www.foofighters.com/

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