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musik

Foo Fighters - Wasting Light

2011-04-07 09:46:16

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Smells Like Grohl's Garage – zurück zu alter Härte und einen Schritt nach vorn.

Schon der Vorbote Rope mit seinen schrägen Anfangsakkorden, dem zweistimmigen Gesang von Dave Grohl und Drummer Taylor Hawkins und einem gewohnt kraftvoll-eingängigen Refrain ließ Großes erahnen. Auch wenn „back to the roots“ ein abgedroschener Begriff ist, auf das neue Foo Fighters Album Wasting Light trifft er durchaus zu. Bereits zahlreichen Vorankündigungen war zu entnehmen, dass sich die Band für die Aufnahmen des neuen Werkes in Grohl's Garage zurückgezogen und dort ausschließlich mit analogem Equipment aufgenommen hatte. Natürlich übertrifft der Carpark eines Dave Grohl wohl die Größe einer Durchschnittsgarage im idyllischen Reihenhaus, und klar hat man dort ein professionelles Studio einrichten lassen, aber eben auf digitalen Schnickschnack verzichtet. Und dieser Aufnahmeprozess ist auch im Ergebnis hörbar, die Songs kommen deutlich kantiger und härter als etwa auf dem letzten Album Echoes, Silence, Patience & Grace, das zum Teil sehr sanfte Töne anschlug und mit "Home" sogar eine Piano-Ballade beinhaltete.

Butch Vig, Pat Smear & Chris Novoselic


Abgesehen von der härteren Gangart der Songs waren auch die personellen Rahmenbedingungen ausschlaggebend für das Ergebnis von Wasting Light. Als Produzent wurde Butch Vig verpflichtet, der seinerzeit das wegweisende Nevermind-Album von Nirvana veredelte, und auch Bassist Krist Novoselic ist auf "I Should Have Known" zu hören. Ein Zufall, dass gerade dieser Song einer der stärksten des Albums geworden ist und angeblich von Kurt Cobain handelt? Ganz langsam bäumt sich die Nummer vom stillen Beginn - getragen von einer schluchzenden Gitarre, wie sie auch von Jack White stammen könnte und Grohl's klagendem Gesang - zu einem tobenden Wirbelsturm im Finale auf, angetrieben durch Novoselic's verzerrten Power-Bass. Einen weiteren Höhepunkt markiert "Dear Rosemary" - eine wahre Freude, wie sich hier die Stimmen von Grohl und Gastmusiker Bob Mould perfekt ergänzen und dabei Erinnerungen an Mould´s ehemalige Kultband Hüsker Dü wecken.

Als weiteres Novum präsentiert sich die Band durch die Rückkehr von Ur-Foo Fighter und früheren Nirvana-Tourgitarristen Pat Smear, neben Grohl und Chris Shiflett nun dritter Saitenmann, aktuell als Quintett. Was für die einen möglicherweise eine Spur zu viel „Gitarrengeschrammel“, ist für die Foo Fighters-Fangemeinde eine Offenbarung in Sachen Rockmusik im Jahre 2011. „Modern“ waren die Foo Fighters schließlich nie, angesagt jedoch während ihres mittlerweile 16-jährigen Bestehens immer. Das vor allem deswegen, weil sie es geschafft haben, die Qualität über all die Jahre auf sehr hohem Level zu halten und eine gute Balance zwischen sich selbst treu zu bleiben und Experimenten wie Doppel-CD-Release, Akustikkonzertreihe oder Kooperationen mit anderen Künstlern (von Motörhead's Lemmy über John Paul Jones bis zu Norah Jones) zu finden.

Back & Forth


Mit
Wasting Light geht die Band zurück zu alter Härte und damit einen Schritt nach vorn. Balladen oder Akustiknummern wie beim durchwachsenen Vorgängeralbum sucht man hier vergeblich, weshalb Wasting Light mehr wie aus einem Guss wirkt. Die rohe Härte wie sie in "White Limo" mit verzerrtem Schrei-Gesang zelebriert wird, eine Nummer zwischen Metal-Hommage und Persiflage, bleibt allerdings auch ein Einzelfall.

Wasting Light
ist ein rundum gelungenes Rock-Album ohne Schnörkel geworden, dem es weder an Power noch ausgefeilten Melodien fehlt und das nicht zuletzt durch Butch Vig's fette in-your-face Produktion lebt. Mit dem Opener "Bridge Burning", der Single "Rope", "Arlandria" und "I Should Have Known" schüttelt Bandleader Grohl wieder einmal Kompositionen aus dem Ärmel, die ihres gleichen suchen und zum Besten zählen, was die Foo Fighters je abgeliefert haben. „These Are My Famous Last Words“, brüllt Dave Grohl zu Beginn des Albums, hoffen wir, dass es noch lange nicht so weit sein wird.

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