2007-05-23 18:19:18
Das heurige Festival der Regionen beschäftigt sich mit dem Thema Fluchtwege und Sackgassen.
Schlierbach. Kirchdorf an der Krems. Micheldorf. Nicht gerade Orte, deren Namen man mit schweren Begriffen wie Fluchtwege oder Sackgassen assoziieren würde. Doch genau hier beginnt der scheinbar paradoxe Umstand kapitalistischer Prägung: Ist doch Österreich nach wie vor eine Insel der Seligen, was das heikle Thema Flüchtlinge betrifft. Grund genug also für die Programmverantwortlichen des alle zwei Jahre in diversen ruralen Gegenden Oberösterreichs stattfindenden Festival der Regionen, sich solche heftigen Wörter an die Fahnen zu heften. So wurde heuer die Region um die im Süden des Bundeslandes verlaufende Pyhrnautobahn gewählt.
Die Region
Das 23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf an der Krems beinhaltende Gebiet ist nicht nur aufgrund ihrer durchaus interessanten geografischen Lage (Rückzugs- und Übergangsraum zu zentralen Orten) eine gute Wahl. Um was sich dieses Festival thematisch drehen wird, erklärte Festivalleiter Martin Fritz letztes Jahr in der Pressemitteilung: „Uns geht es um die Gegenwart und die Zukunft. Wir wollen wissen, was die Kultur in widersprüchlichen Zeiten bewegt. Gegenwärtiges Leben und Entwürfe für die Zukunft sind meist in Polaritäten gefangen. Öffnung und Abschottung, Internationalisierung und nationale Autonomie, Ökologie und technische Entwicklung, Nachhaltigkeit und Flexibilisierung, etc. Diesem Zustand wollen wir mit Fluchtwege und Sackgassen nachspüren und hoffen auf interessante Projekte.“
Zweckentfremdete Orte
Christian Loikits und Gerhard Stiftinger von Klärwerk Kirchdorf dringen, zumindest theoretisch, in diskursive Löcher ein: Mit ihrem Projekt Ausfluchtspunkte hinterfragen sie ganz bewusst die zwei Gegenpole Stadt und Land. Als Mittler zwischen den Orten radikalisieren sie mit ihrem Motto Aufladen! und Bezug auf Soundinstallationen markante Orte in Kirchdorf und Umgebung: „Selbst gewählte und zweckentfremdete Orte spielen für die Entwicklung und Identität von Subkulturen eine entscheidende Rolle. Außerhalb der städtischen Zentren sind dafür meist keine eigens gewidmeten Orte (Clubs, Bars, Konzerthallen, Kulturzentren) vorhanden, weswegen sich Jugendliche traditionell bestimmte Orte im Landschaftsraum temporär aneignen: Raucherbänke, markante Hügel, abseits gelegene Stadel und Schottergruben bestimmen neben Schule und Café den Teenageralltag.“
Termin
23. Juni - 8. Juli 2007
Informationen zum Programm sind auf der Homepage zu finden.
"Von Beginn an ist Johannes ein hedonistischer Charakter und Ästhet – im Sinne Kierkegaards – der nur darauf aus ist, Cordelia zu verführen." (Wikipedia)
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