Owen Pallett's neue CD "He Poos Clouds" scheint doch in Richtung Kammermusik abzuschweifen.
Völlig überzeugen konnte mich das Album anfangs nicht. Denn natürlich kannte ich sein Debütalbum "Has A Good Home", welches 2005 erschien – und in die Richtung sollte auch meine Erwartung für das 2. Album gehen.
Eines vorweg: Lieben lernen tut man "He Poos Clouds" dennoch.
Zum einen ging er doch einen musikalischen anderen Weg.
In manchen Songs setzte er ein weit angesetztes Kammermusik-Ensembles an.
Das verleiht den einzelnen Songs mehr "schwere", als man es vom 1. Album gewohnt sein mag. Das Happy-Popige, wie man es aus diversen Songs wie zum Beispiel "This Is The Dream Of Win And Regine" kennt, kommt in "He Poos Clouds" recht kurz.

Ob man das für eine gute oder für eine schlechte Entwicklung halten möchte, sei jedem selbst überlassen.
2 Songs stehen auf jeden Fall zum Probe-Höhren bereit. Nach einer Gewöhnungs-Phase von etwa 5 mal durchhören, beginnt man das Album aber dennoch zu lieben.
Völlig überzeugt wurde man wohl dann, wenn man das Konzert am 19. Mai in der Szene Wien sehen/hören konnte. Die Stimmung war äußerst gut und entspannt. Keine Zwischenrufe und man staune: Es war kaum ein Handy-Läuten zu hören.
Ein Konzertbesucher:
(...)
Die Overhead-Filmfrau Steph hat Erinnerungen an das Kante-Konzert letztes Donaufestival geweckt, und die Stimmung war 1A: absolute Stille während der Lieder, berstender Beifall nach dem letzten Ton. Und auch er hat sich ganz wohl gefühlt. Es hat viel Spaß gemacht.
Der Beifall wollte teilweise wirklich nicht enden und schließlich wusste Owen nicht mehr welchen Song er noch zum Besten geben könnte.
In einer Zugabe war es sogar so weit, dass er nicht mehr den Text weiter wußte und er schließlich mitten im Song für ein paar Sekunden stoppen musste.
Bis jetzt konnte ich es mir sowieso nicht richtig vorstellen, wie eine Person einen Song alleine auf diese Art performen kann, doch wenn man auf der Bühne zugesehen hat, weiß man bescheid. Hin und wieder schlich sich ein Fehler ein, der dann ständig wiederholt wurde. Ich fand das aber auf keinen Fall weiters schlimm... es verlieh dem Ganzen mehr Authentizität.
Bleibt noch eins anzumerken: Owen Pallett macht auf der Bühne durch seine Sympathie und einigen Dosen Bier vieles Wett, allerdings fehlt dann bei einigen Songs doch gerade das Mittelalter-Ensemble.
Zu den Visuals wäre zu sagen, dass ich mir nicht hätte vorstellen können, wie man mit einfachsten Mitteln Schönes und teilweise Spannendes für das Auge vermitteln kann.
Gemacht wurden diese nämlich mit einem Overhead Projektor und Folien mit Zeichnungen die sich teilweise überlagerten.
Zum einen um eine Story zum erzählen, zum anderen um sich auf die Songs auch wirklich einlassen zu können und den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Und genau das ist es auch was die CD vermittelt.
Nach einem harten Tag auf der Uni sich eine Tasse Tee machen, zu sich in die Kuschelecke das Lieblingsstofftier schnappen, die Kopfhörer aufsetzen und die Gedanken zu dieser CD schweifen lassen.