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musik

Feeder: Gastspiel in der Arena Wien

2007-04-02 00:11:58

Na, sie lassen´s ja doch noch ordentlich krachen: Feeder gastierten vergangenen Dienstag in der ausverkauften Wiener Arena und präsentierten ihr neues Album „Pushing The Senses“.

Die walisische Band Feeder gastierte am vergangenen Dienstag in der ausverkauften Wiener Arena und präsentierte ihr aktuelles Album „Pushing The Senses“.

Zunächst läutete die österreichische Newcomerband Sirupop den Abend ein. Als Support-Act hat man zwar den Vorteil, einmal vor einem großen Publikum spielen zu können, andererseits den Nachteil, dass eigentlich alle nur auf die Hauptband warten und eher kritisch und zum Teil widerwillig den meist noch unbekannten Songs lauschen. Aufgrund der bei Konzerten üblichen „ewig-ums-Bier-anstellen"-Prozedur bekomme ich leider nur die beiden letzten Sirupop-Nummern zu hören, was eine Beurteilung natürlich schwierig macht. (Von dem, was ich gehört habe, dürften sie ihren Job aber nicht schlecht gemacht haben...)

Feeder betreten um etwa halb zehn die Arena-Bühne, um ihr neues Album darzubieten, das - bis auf einen Track - in voller Länge zu hören war. Dazwischen eingestreut gibt es natürlich auch ältere Feeder-Klassiker, was insgesamt ein breit gefächertes Programm zwischen den ruhigeren Nummern ihrer beiden letzten Alben und den Hau-Drauf-Rockkrachern der ersten Feeder-Alben ergibt. Darunter befindet sich auch der bisher größte Feeder-Hiterfolg „Buck Rogers“. Eine Nummer, die man einfach nicht los wird, so Sänger/Gitarrist/Songwriter Grant Nicholas, „we tried to get rid of it, but it always keeps coming back“.

Bei den ersten Songs wirkt die Band ein wenig ausgelaugt und matt (der vortägige München-Auftritt musste wegen Erkrankung des Großteils der Crew an Magengrippe gecancelt werden), taut aber nach und nach auf. Vor allem die Rhythmus/Bass-Partie erwacht erst bei Liveshows so richtig zum Leben. Mark Richardson (Ex-Skunk Anansie) "drischt" wie ein Berserker in sein Drumkit, während der gebürtige Japaner Taka Hirose energetisch mit seinem kabellosen Glitzer-Bass über die Bühne hüpft und die Stimmung anheizt. Grant Nicholas performt dagegen sehr besonnen und konzentriert und bestätigt live seine Qualitäten als Gitarrist und ausgezeichneter Sänger. Zweitgitarrist Dean ist nur selten herauszuhören, vermutlich ist es aber einfach sein Job, hauptsächlich Klangfarbe zu addieren und Nicholas´ Gitarrenspiel noch ein wenig aufzufetten.

Die schnelleren und härteren Nummern, wie „Pushing The Senses“, „Come Back Around“ oder der spannend aufgebaute, zwischen lauten und leisen Passagen wechselnde Track „Pilgrim Soul“ kommen wuchtig und punktgenau und reißen dementsprechend mit. Aber auch die ganz ruhigen, melancholischen Songs wie „Frequency“, das Nicholas am E-Piano anstimmt, oder die sphärische Akustikgitarren-Nummer „Dove Grey Sands“ betören. Mein persönlicher Höhepunkt war „Just The Way I'm Feeling“, die sehr berührende Eröffnungsnummer des „Comfort In Sound“-Albums, das sich in weiten Teilen mit dem Freitod des Feeder-Drummers Jon Lee auseinandersetzt. (Ein Ereignis, das beinahe das Aus der Band bedeutete, hätte Grant Nicholas nicht begonnen, die Tragik in Form neuer Songs aufzuarbeiten...).

Feeder verzichten weitgehend auf Showeffekte und Rockstarallüren und repräsentieren eher den Typus der sympathischen Jungs von nebenan, die dem Publikum lieber mal ein kumpelhaftes Lächeln anstelle cooler Posen offerieren. Und damit bringen sie auf den Punkt, worum sich im ganzen Rockzirkus eigentlich alles dreht: nämlich um Musik. Und die ist im Falle von Feeder erstklassig.

 

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