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musik

FM4 Frequency-Festival 2004

2007-04-02 00:11:04

Vom Frequency-Festival und dem vorherrschenden Salzburger Schnürlregen, der an diesem Wochenende monsunartige Ausmaße annahm.

Die Vorfreude ist laut Volksmund (neben der Schadenfreude) die schönste Freude und deshalb trat ich – völlig unbeeindruckt von dem mahnenden Wetterbericht – bereits am Donnerstag die Reise zum Frequency-Festival an. Und ich war nicht der Einzige, der die glorreiche Idee hatte, schon am Vortag anzureisen.

Als ich den letzten Haring in den Boden gerammt hatte, brach auch schon ein Unwetter über die zahlreich Erschienen herein. Die Zelte flogen über den Campingplatz und sogar ein Baum verlor seinen Halt (siehe Foto). Gott sei Dank gab es dabei keine Verletzten, da zum Glück die beschützende Festival-Fee in unmittelbarer Nähe zeltete...

Einmal noch Schlafen…!

Nun war Freitag und das „Konzertfließband“ kam ins Rollen. Bereits bei „Olli Schulz“ waren viele Menschen vor der 2nd Stage, die dieses Jahr zum Glück außerhalb des Salzburg-Rings platziert war.
„Nimm mein Mixtape, babe“ wurde im Einklang gesungen. Vermischt mit der wärmenden Sonne und den komödiantischen Einlagen war es ein Festival-Auftakt nach Maß.
Am anderen Ende des Festivalgeländes versuchte die „Hörspielcrew“ die Besucher vor der dort stationierten Hauptbühne aus ihrem Mittagsschlaf zu holen – und das mit Erfolg!

Die Organisation und Aufteilung schien dieses Mal – natürlich gibt es immer wieder Verbesserungsvorschläge – durchdachter als voriges Jahr zu sein. Einzig und allein musste im Vorfeld von den Musikliebhabern die Entscheidung getroffen werden, welche Band er oder sie ihr Gehör schenken wolle. Die Entscheidungsfindung basierte auf dem Faktum, dass der Weg zwischen den beiden Bühnen – bei meinem Schritttempo – 15 Minuten in Anspruch nahm.

Am Freitag entschied ich mich für den bereits erwähnten „Olli Schulz“, die mitreißende „Mediengruppe Telekommander“, den frauenverzaubernden „Patrice“, der sensationell aufspielenden „2Raumwohnung“, der toll musizierenden Band „Ash“ und dem Auftritt von „Faithless“. Maxi Jazz, der großartige Frontman von dieser aus London stammenden Formation, bestach durch sein Charisma und seine einzigartige – vom anscheinend übermäßigen Rauchkonsum geprägte – Stimme. Unterstützt wurde das Ganze durch den schweren Bass, leichten Gitarren und melodiösen Synthieflächen. Für mich war es der Höhepunkt dieses Abends.
Danach ließ ich den Freitag Freitag sein und verließ mit schweren Beinen und berauscht von den Tönen zu“ God is a DJ“ das Gelände.

Auf zum samstägigen Schlammringen!

Laut einem Freund – einem selbsternannten Bauernregeln-Kenner – regnet es den ganzen Tag, wenn es in der Früh, wie er zu sagen pflegt: „zach zan regna aufaungt“ (zu Deutsch: leicht zu nieseln beginnt). Und er behielt leider recht. Es schüttete wie aus Kübeln, so dass sich bald riesige Pfützen bildeten, die beinahe die Größe eines Teiches annahmen. Die Campingwiese wurde zum Sumpfgebiet erklärt und es schien, als würde der Weltuntergang vor der Tür stehen.

Nichtsdestotrotz stampfte und rutschte ich, die Regenjacke tief ins Gesicht gezogen, auf das Gelände, wo zu meiner Überraschung viele Menschen dem Wetter in unterschiedlichster Manier trotzten: Müllsäcke mutierten zum „hippsten“ Stylingelement der Festival-Creation 2004.

Gerade rechtzeitig vor dem „Adam Green“-Konzert konnte ich mich aus dem Schlamassel befreien. Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, vermischten sich die vorherrschende Weltuntergangsstimmung und die schwermütige Stimme von Wuschelkopf „Adam Green“ zu einem melancholischen Erguss der Extraklasse. „I Wanna Die“. Ein faszinierender Auftritt von dem traumwandlerischen Rebell aus New York!

Bei der Darbietung von „Sarah Bettens“, die früher bei  „K´s Choice“ das Mikro beglückte,  vergaß ich für kurze Zeit meine kalten Füße, und die bereits vorhandene Gänsehaut wurde durch ihre unglaublich schöne Stimme ins Unermessliche getrieben – ein haarsträubend schönes Gefühl!

An diesem Tag wurde mir die Konzert-Entscheidung vom Wetter abgenommen, denn bei dieser Witterung war man  bereits froh, wenn man einen halbwegs geschützten Platz ergattert hatte. Bei mir war es der Bierstand vor der 2nd Stage.

Dadurch sah ich ein enthusiastisches – ich kann mich im Moment an kein besseres erinnern – „Sterne“-Konzert. Danach wartete ich vergebens auf den Auftritt von „Snow Patrol“, die zu meiner Überraschung niemals die Bühne des Frequency-Festivals betraten. Vielleicht war es ihnen doch ein wenig zu feucht?! Bei „Max Herre“ verließ ich schlagartig meinen hart umkämpften Platz unter dem schützenden Bierstand und bewegt meinen völlig durchnässten Körper in Richtung Hauptbühne, um mir das darauf folgende „Dandy Warhols“-Konzert zu Gemüte zu führen. Was ich zu hören bekam, war keineswegs eine musikalische Galavorstellung.

Die letzte Show dieses Abends lieferten die Jungs von „Fanta 4“, die an diesem Abend keine  Hitwünsche offen ließen. Sie versorgten die trotz dieses Sauwetters ausharrende Menschenmasse mit gutem alten, wie „Tag am Meer“, „Was geht“, „Populär“ und neuem Material von dem im September erscheinenden Album, das den  Namen „Viel“ tragen wird.

Traktor sei Dank!

Die Heimreise schien vorerst nicht zu klappen, denn die Wiese auf der die Autos parkten, war bereits sehr in Mitleidenschaft gezogen. Bereits nach wenigen Metern mit dem Auto steckten wir fest. Zum Glück gibt es freundliche Bauern in der Umgebung, die an diesem Tag mit Sicherheit das Geschäft ihres Lebens machten: Denn gegen ein kleines Trinkgeld zogen sie bereitwillig die Autos aus dem Matsch und auf die Straße.

Fazit: Ein gelungenes Festival, das nur unter dem Regen und der teils unfreundlichen Security-Mannschaft gelitten hat. Gegen das Wetter kann man ja bekanntlich nichts ausrichten, aber gegen Unfreundlichkeit schon: Zeigt einfach weniger Muskeln und mehr Verständnis!

Anmerkung: Um zur Bildergalerie zu gelangen einfach auf eines der Bilder klicken - oder den Link "Mehr Bilder" verwenden.

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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