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Schwerpunkt: FM4 Frequency Festival 2010

FM4 Frequency Festival 2010 | Tag 1

2010-08-23 16:34:46

  • and frequency mumford sons
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Der erste Festivaltag gestaltete sich äußerst kontrastreich: schräge Vögel trafen auf melancholische Weltverbesserer, die alle wiederum von absoluten Performancegrößen wie Skunk Anansie und Muse in den Schatten gespielt wurden.

Das FM4 Frequency Festival 2010 wird definitiv in die Geschichte eingehen. Abgesehen vom zehnjährigen Jubiläum trat ein Umstand ein, den man fast nicht zu träumen wagte: es hat nicht geregnet. Das ist nicht nur für das alljährliche Frequency Festival eine absolute Seltenheit, sondern gilt generell für österreichische Großevents. Während das Nova Rock heuer noch glimpflich mit einem trockenen Sturm davon kam, prasselte es unter anderem am Forestglade feucht fröhlich daher.
Und so schlugen sich die drei prachtvollen Festivaltage auch auf die Stimmung der Besucher nieder. Ausgelassenheit so weit das Auge blicken konnte, sowohl am Gelände selbst als auch auf den Campingplätzen und vor allem in und an der Traisen. Man darf es ruhig puren Luxus nennen.

Schräge Vögel vs. Smoothy Tunes

Von den Peaches ist man ja bereits einiges gewöhnt, doch diese Show am ersten Festivaltag schoss doch tatsächlich den Vogel ab. Frontfrau Merrill Nisker konnte leider den Großteil ihres Auftrittes aufgrund eines gebrochenen Beins nur im Rollstuhl verbringen. Mitleid musste man mit ihr dennoch nicht haben, war sie doch bei ihrem Krankenpfleger – oder doch Krankenschwester? – der/die sie bereitwillig über die Bühne chauffierte (und noch einiges mehr machte um die Gunst von Peaches zu erlangen), gut aufgehoben. Obwohl man geneigt war seine Konzentration eher auf was bzw. wen anderes/n als auf die Musik zu richten, schaffte es Peaches doch immer wieder das Publikum zu begeistern - nicht nur mit schrägen Outfits, sondern auch mit interessanten Klängen, erzeugt mit einer Art Leuchtstoffröhre.

Nach dieser gehörigen Portion Sex konnten sich die Gemüter im Anschluss mit den Shout Out Louds und den White Lies besänftigen lassen. Mal ruhig und melancholisch, mal etwas energischer gestaltete sich der Auftritt der fünf Schweden inklusive einiger Mitsing-Hits der vergangenen Alben wie "Impossible" oder "Fall Hard". Noch eine Spur schwermütiger, aber keinesfalls weniger schön präsentierten sich die White Lies. Augen zu, Ohren auf und die Gedanken mit der Musik schwelgen lassen stand den meisten Leuten dabei ins Gesicht geschrieben.

Wem das aber doch einen Hauch zu ruhig war, wechselte einfach auf die Green Stage, wo das Kontrastprogramm zur Hauptbühne von Hot Chip und Bad Religion dargeboten wurde. Generell muss zur kleinen Stage vermerkt werden, dass diese der Hauptbühne in Nichts nachstand – ganz im Gegenteil. Die gemütliche Atmosphäre auf der Wiese mit Blick auf die Bands und der ausreichende Platz zum Tanzen vor der Bühne war eine willkommene Abwechslung. Vor allem bei Bad Religion machte sich dies bezahlt. Während Frontmann Greg Graffin nach 30-jähriger Bühnenerfahrung seine Power mehr in die Stimme als in die Performance legte, machte dies das Publikum vor der Bühne mit jede Menge Gerangel wieder wett.

In den Abend mit Skunk Anansie und The Specials

Kaum brach die Abenddämmerung ein, war es an der Zeit für das erste richtig große Highlight auf der Race Stage: Skunk Anansie. Von der ersten Minute an wurde man in den Bann dieser großartigen Performerin gezogen, die seit gut zehn Jahren kein bisschen älter geworden ist (was man von so manch anderen Musikern an diesem Wochenende nicht behaupten kann). Wahrscheinlich war es der Neidteufel, der Eric Melvin von NOFX dazu trieb im Anschluss an Skunk Anansie sämtliche Beleidigungen zu Kosten von Deborah Dyer los zu werden. Das Publikum kommentierte diese und weitere unangebrachte Aussagen von NOFX mit Buh-Rufen und demonstrativem Stillstehen.

Gott sei Dank gab es zeitgleich Besseres zu sehen und zu hören. Auf der Green Stage unterhielten The Specials mit Ska-Klängen im Lebensfreudemantel das Publikum. Anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums tourt die Band seit geraumer Zeit wieder durch Europa ganz nach dem Motto: „If you were twelve in 1979, The Specials were easy peasy lemon squeezy the greatest band on the planet. If you're 42 in 2009, nothing's changed.“

From outta Space

Die Euphorie der Masse vor der Hauptbühne ist kaum mit Worten zu beschreiben. Man muss in der Menge gestanden haben, um mitfühlen zu können was sich an diesem besagten Abend auf und vor der Race Stage abspielte. Muse wurden ihrem Ruf als eine der energetischsten Live-Rockbands der heutigen Zeit absolut gerecht. Geradezu elektrifizierend wirkte die Lichtshow auf das Publikum, das sich in seiner Begeisterung nicht mehr zu halten wusste und immer weiter Richtung Bühne drängte bis man den Boden unter den Füßen verlor und in der Schwebe der Masse baumelte. Das Wort „abgespaced“ trifft als Beschreibung für diesen Auftritt wohl den Nerv der Zeit.



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AutorInnen

Linda Schürer-Waldheim

Linda Schürer-Waldheim

VerhaltensUNgestörtes Einzelkind, Belegerin diverser Massenstudien mit großem Faible für Alltagseskapismus mittels Ton und Schrift.

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Christoph Liebentritt

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