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musik

FIB 02

2007-04-02 00:11:28

Babyshambles, Futureheads, Echo & The Bunnymen und die Strokes

Down in Benicàssim

Pete „Drogenbaron“ Doherty stand mit seinen Babyshambles wieder einmal auf dem Programm: „Spielt er oder spielt er nicht, der Pete?!“ lautete abermals die obligatorische Frage. Aber da er bei seinen letzten Konzerten zumindest körperlich anwesend war, konnte man auch am FIB mit seiner Präsenz rechnen. Gespielt haben sie dann auch, die Babyshambles. Mit von der Partie war ein neuer Gitarrist, der die Halbzeit des Konzertes mit einer Kotzeinlage einläutete. Gschmackig! Der Arme hatte wohl einen Sonnenstich oder so etwas ähnliches... . Pete – ähm – wankte mit gläsernem Blick und dreckigen Fingernägeln auf der Bühne hin und her. Dabei sang er mit weit aufgerissenem Mund über die Probleme dieser gottverdammten Welt. Der Sound war schlimm. Das lag vor allem am völlig versauten Zusammenspiel der Jungspunde. Kaum ein Akkord wurde nur annähernd getroffen – schrecklich. Dass es Pete Doherty doch noch halbwegs drauf hat, bewies er bei den Libertines-Nummern und dem wunderbaren „Fuck Forever“. Dabei wirkte er sichtlich befreit und sein noch nicht ganz erschöpftes und nahezu grenzgeniales Potenzial blitzte hinter der abgefuckten Fassade hervor. Schade eigentlich, dass er sein Leben nicht so ganz auf die Reihe bekommen will... .


Herrlich anzusehen, wenn auf der Bühne so ein Einklang herrscht wie bei den Futureheads. Zum mehrstimmig gehauchten „Oh-Oh-Oh“-Gesang wurde scharf die Gitarre angerissen. Der treibende und für die Melodie verantwortliche Bass rumpelte recht ordentlich zu der im 4/4-Takt angeschlagenen Bassdrum. Verdammt tanzbar diese stets nach vorne preschende Mischung. Rüttel! Schüttel! Yeah!


Nein! Dreht verdammt noch einmal diese Scheinwerfer ab!“ Ian McCulloch versteckte sein aufgequollenes Gesicht hinter einer dunklen Sonnenbrille und den andauernd künstlich produzierten Nebelschwaden. Egal, sehen braucht man den Typ eh nicht, was zählt ist die Musik, die er fabriziert – und in diesem Bereich kennt er sich aus: Songs für verkorkste Nächte und große Lieben (wenn sie doch da wäre!). Intensiv! Verführerisch!


Viele Worte wurden schon über die Live-Performances der Strokes verloren. Dabei bekam man die ganze Bandbreite von „abgrundtief schlecht“ über ganz okay bis hin zu „absolut sehenswert“ zu hören. Was jetzt?! Ich mache es kurz: Der völlig aufgeblähte Sänger Julian Casablancas stand mit einer viel zu knappen und somit Eier einschnürenden Jeans und einer Leder(zwangs)jacke auf der Escenario Verde. Nachdem der treibende Basslauf des Eröffnungssongs etwas an Fahrt verloren hatte, erhob er sein geöltes Reibeisen. Wunderbar! Daneben fuhrwerkte der mit einem Pudelkopf gesegnete Gitarrist mit breitem Grinser und machte einen auf Zappelphillip. Beeindruckend wurden die Songs aus den drei Alben umgesetzt. Das gefiel dem stark frauenlastigen Publikum sehr – mir aber auch. Die New Yorker waren an diesem Abend einfach in bestechender Form. Gut so! Ende. Punkt.

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AutorInnen

Marco Weise

Marco Weise

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