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Fürchten will gelernt sein

2008-02-12 23:47:50

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Dunkle Kinderträume vermengen sich mit schauderhaften Tatsachen. Das Waisenhaus von Juan Antonio Bayona regt den einen oder anderen Kinobesucher sicher zum mehrfachen Augenzuhalten an.

Seine Kindheit im Waisenhaus zu verbringen, bereitet keinem Kind Freude. Die Sehnsucht nach einem Elternhaus und individueller Beachtung ist groß. Regisseur Juan Antonio Bayonas sucht sich für sein Erstlingswerk Das Waisenhaus einen guten, aber ungewöhnlichen Platz zum Gruseln aus. Der Titel hält viel mehr, als er zu versprechen wagt. Kaputte Fensterscheiben und gespenstische Intrigen machen den Protagonisten das Leben fast sprichwörtlich zur Hölle.

Zurück zu den Wurzeln

Laura (Belén Rueda) verbringt einige Jahre in einem Waisenhaus. Dreißig Jahre später kehrt sie zum Ort ihrer Kindheit zurück, um das alte Haus zu renovieren und wiederzueröffnen. Ihr zur Seite stehen Ehemann Carlos (Fernando Cayo) und Sohn Simón (Roger Príncep). Doch die Idylle wird gestört. Simón beginnt immer wieder von unsichtbaren Freunden zu reden, die nie erwachsen werden. Als der Junge plötzlich über seine Adoption und seine HIV-Infizierung Bescheid weiß, wird Laura stutzig. Mit dem Verschwinden ihres Sohnes scheint die Existenz der unsichtbaren Kinder für Laura bewiesen.

Eine fast einjährige Suche nach dem Kind beginnt. Simón ist spurlos verschwunden. Weder eine herumgeisternde alte Frau (Montserrat Carulla), die mehrmals auf dem Gelände der Familie auftaucht, noch eine Geisterbeschwörung bringen Licht hinter die Sache. Laura weiß, dass sie mit den unsichtbaren Kindern spielen muss, um ihren Sohn wieder zu finden. Denn diese sind ihre alten Freunde aus dem Waisenhaus, die einst vergiftet wurden.

Horror vom Feinsten


Juan Antonio Bayonas Das Waisenhaus verspricht gruselige Minuten ohne dem horrorfilmüblichen, blutigen Gemetzel. Schöne Landschaftsbilder werden vermischt mit düsteren Innenaufnahmen der Villa. Auch Bayonas Besetzung wirkt überzeugend. Belén Rueda mimt eine starke und gleichzeitig heimverbundene Frau, die alles versucht, um ihr Kind zu retten. Sie scheint auch keine Angst vor dem Spott der Mitmenschen zu haben, die nicht glauben, dass ihr Sohn von Geistern entführt wurde. Der Sohn Simón wird von Roger Príncep gespielt, dessen Darstellung nicht zu verachten ist. Einzig Fernando Cayo wirkt wie ein Außenstehender, der  gegen Ende des Films kaum zum Zug kommt. Erwähnenswert ist auch Geraldine Chaplin. Sie verkörpert in Das Waisenhaus ein blindes Medium und begeistert vor allem mit ihrem gekonnt mimischen Spiel.

Obwohl Das Waisenhaus einige Elemente aus bekannten düsteren Filmen wie The Others und Pans Labyrinth wiedergibt, schafft Regisseur Juan Antonio Bayonas dennoch einen einzigartigen Horrorfilm, ein Muss für jene, die es gerne gruselig haben im Kino.

Filmstart: 15. Feber 2008

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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