2010-07-04 10:54:10
Was lange währt, wird endlich gut. Elf Jahre nach dem Vorgängerfilm beeindruckt der dritte Teil von Toy Story in den Kinos und lässt die animierte Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen.
Es scheint fast so, als habe sich überhaupt nichts verändert.
Gleich zu Beginn des Films werden die Spielzeuge um Woody und Buzz Lightyear in
Form einer wilden Verfolgungsjagd wieder ins Gedächtnis der Zuschauer gerufen. Doch
der erste Anschein trügt. In Wirklichkeit fristen die Toys schon seit geraumer
Zeit ein trostloses Dasein in einem Karton und nun droht auch noch der
Supergau. Da ihr Besitzer Andy mittlerweile zu einem jungen Mann herangewachsen
ist, der demnächst aufs College gehen wird, soll sein Zimmer entrümpelt werden.
Eine Odyssee beginnt
Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf. Statt auf dem
Dachboden landet die Spielzeugfamilie versehentlich im Mistkübel und kann sich
nur mit Mühe und Not in eine Kiste retten, die einem Kindergarten gespendet werden
soll. Dort angekommen scheint das Paradies auf Erden zu warten: Eine Unmenge
von Spielsachen und Kinder, die sich tagaus, tagein mit ihnen beschäftigen
möchten. Doch das böse Erwachen lässt nicht lange auf sich warten. Der
Plüschbär Lotso führt hier ein grausames Regiment.
Alles für alle
Toy Story 3 erfüllt so ziemlich alles, was man sich als Zuschauer wünschen kann. Zum einen
bietet der Film eine abwechslungsreiche und spannende Geschichte, die sowohl Groß
als auch Klein zu begeistern weiß. Vom Psychopathen im Plüschpelz bis zur
Liebesgeschichte zwischen Barbie und Ken, wird die gesamte Palette filmischer Genres
durchlaufen. Zum anderen überzeugt die Spielzeuggeschichte durch
Charakterreichtum und -tiefe, wie man sie selbst in realistischen Filmen nur selten
findet.
Randy Newman bringts
Dazu trägt ein Element bei, das bei der Betrachtung von
Filmen oftmals unbeachtet bleibt: die Musik. Randy Newman ist es einmal mehr
gelungen, einen Pixar-Film mit einem
sagenhaften Orchesterscore zu veredeln. Allein schon deshalb lohnt es sich, den
diesmal etwas bieder geratenen Abspann bis zum Ende anzusehen. Aber auch die
Songs – wie zum Beispiel die Gypsy Kings-Version
von "You’ve Got a Friend in Me" – lassen nichts zu wünschen übrig und bereichern
den Film, indem sie selbst zum handlungsimmanenten Bestandteil mutieren.
3D bringts nicht
Einziges Manko bleibt dabei die überflüssige 3D-Technik.
Zwar wirkt sie bei diesem Film nie störend, doch entpuppt sie sich in der
Nachbetrachtung als schlicht und ergreifend überflüssig. Wer den Film also
lediglich im 2D-Format zu Gesicht bekommt, hat letztendlich nichts verpasst. Es
scheint vielmehr, als sei der 3D-Effekt dazu auserkoren, die Umsätze von Kino
und Filmindustrie weiter in die Höhe zu treiben.
Fazit
Toy
Story 3 ist ein überaus lohnenswerter Film, der sich nicht im Schatten seiner
Vorgänger zu verstecken braucht, was bei Filmreihen doch eher selten der Fall ist.
Innovationen und konsequente Weiterentwicklung der Handlung gehen hier Hand in
Hand und lassen einen vierten Teil durchaus wünschenswert erscheinen. Dann vielleicht
mit Andy als Familienvater.
KINOSTART: 29.
Juli 2010
Nobody knows the trouble I've seen.
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