2007-04-02 00:11:30
Das aus Schweden stammende Trio Eskobar kehrt der pompösen Popwelt den Rücken und besinnt sich wieder auf reduziertere Arrangements, die trotz aller Schmucklosigkeit fesseln und schlichtweg umwerfen. Zu sehen gibt es diesen musikalischen Leckerbissen auch in Österreich – und zwar in Graz und Wien.
Das aus Schweden stammende Trio Eskobar kehrt der pompösen Popwelt den Rücken und besinnt sich wieder auf reduziertere Arrangements, die trotz aller Schmucklosigkeit fesseln und schlichtweg umwerfen. Zu sehen gibt es diesen musikalischen Leckerbissen auch in Österreich – und zwar in Graz und Wien.
Sechs Jahre und zwei weitere Veröffentlichungen gehören seit dem Debüt „Til’ You’re Dead“ der schwedischen Formation Eskobar nunmehr der Vergangenheit an. In dieser Zeit hat sich bei diesem Trio so einiges gedreht und gewandelt. Nach einem Ausflug in den glitzernden Pop-Olymp, kehren sie mit ihrem Ende September veröffentlichten und selbstbetitelten Werk musikalisch wieder dorthin zurück, wo im Jahre 2000 alles angefangen hat. Nach dem düster-schönen und kommerziell wenig erfolgreichen Erstling folgten die glamourös und pompös wirkenden Alben Nummer zwei und drei. Die darauf zu findenden Pop-Perlen brachten der Band internationales Ansehen ein. Diese Entwicklung wurde vor allem durch das auf „There Is Only Now“ zu findende, bezaubernde Duett mit Heather Nova in „Someone New“ eingeläutet. Ein Song der für Daniel Bellqvist, Frederik Zäll und Robert Birming Türen öffnete, hinter denen der Champagner nicht nur in Piccolo-Flaschen ausgeschenkt wurde: „I’ve had too many glasses of champagne / In London, Paris and Berlin / I’ve lost my mind my heart and my dignity / All over the world“, bekennt Bellqvist nun mit reuiger Stimme in der Abschlussnummer („Champagne“) des aktuellen Silberlings. Damit rechnet er nicht nur mit der Partygesellschaft ab, sondern auch mit seinem Alkoholproblem, welches er laut Pressetext bereits unter Kontrolle hat.

Eskobar huldigen auf ihrem aktuellen Werk die Melancholie in all ihren Facetten.
Veröffentlicht wurde die neue Produktion auf dem von den Nordländern vor kurzem ins Leben gerufenen Label Gibulchi. Auf die Frage, warum dieser Schritt gemacht wurde, erwidert Bellqvist: „Wir wollten völlige Kontrolle über unser Musik und das Business, welches damit verbunden ist. Ab jetzt können wir unsere Musik auf unserem eigenen Label veröffentlichen, aber wir hoffen, dass wir in Zukunft auch Alben von anderen Bands publizieren können.“ Warum das nun vorliegende Werk mit Eskobar betitelt wurde, erklärt Bellqvist folgendermaßen: “Dieser Titel wurde deshalb gewählt, weil er einfach passt: Es ist eine kleine, persönliche Produktion geworden, bei der wir die Arbeiten ganz klar wahrgenommen haben. Deswegen beinhaltet dieses Album ziemlich viel Eskobar.“
Zu hören sind auf das Minimum reduzierte Songs, die fast ausschließlich von der traurig-melodischen Stimme Bellqvists angetrieben und von einer harmonisch-mild angeschlagenen Gitarre getragen werden. Die Eröffnungsnummer „The Art Of Letting Go“ kommt sogar beinahe gänzlich ohne eine den Takt angebende Rhythmusabteilung aus. Einzig und alleine Bellqvists Gesang erfüllt zu Beginn den Raum mit den Worten: “Well it’s the art of letting go / I don’t really think i know / But I have to find a place to rest / Right now”. Heul! Diese im Album klar im Vordergrund stehende und völlig ohne kitschigen Beigeschmack auskommende Melancholie wird mittels weinenden Streichern, heulender Pedal-Steel Gitarre und einem feinfühlig angeschlagenen Schlagzeug umgesetzt.
Inhaltlich beschränken sich Eskobar wieder auf altbewährte Themen wie Verlust, Veränderung, Traurigkeit und den daraus resultierenden, schmerzhaften Situationen. Dabei erlischt jedoch niemals das im Herzen flackernde Feuer der Hoffnung auf ein „besseres“ Leben. „Die Songs beschreiben Dinge, die ich erlebt habe oder Begegnungen, die mich berührten oder mich zum Schreiben veranlassten.“ Weiters fügt Bellqvist hinzu: „Liebe, Leben, Tod und Politik sind zum Beispiel ein paar Angelegenheiten, die eine wesentliche Rolle für mich spielen.“ Mehr gibt es dazu nicht mehr zu sagen, denn die Songs sprechen für sich. Nein – Blödsinn – da gibt es doch noch einen ganz wichtigen Punkt:
Eskobar kommen nämlich anlässlich ihrer Tournee auch für zwei Konzerte nach Österreich. Am 04. November wird das Schwedentrio im Grazer Orpheum ordentlich viel Herzschmerz-Atmosphäre generieren. Einen Tag darauf, sprich am 05. November, kann man sich diesem Geschehen dann in der Wiener Arena hingeben. Mehr als nur eine Empfehlung!
Mein Leben befindet sich zurzeit in Bearbeitung. Ich bitte deshalb um etwas Geduld. Danke.
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