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Es war einmal die Melodie

2011-12-13 14:17:21

  • Renato, Unterberg,
  • The Renato Unterberg cinnamon nights,
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Für die österreichische Musikszene war 2011 ein mehr als erfolgreiches Jahr. Unter den zahlreichen Newcomern des scheidenden Jahres gibt es ein junges Projekt, das besonders herausragt und daher nicht unerwähnt bleiben sollte: Renato Unterberg.

Stille Newcomer

Es ist ein Projekt, mit dem wohl niemand gerechnet hat und dessen Popularität trotz zahlreicher Auftritte und Touren noch immer den Status „Geheimtipp“ innehat. Ihren ersten Auftritt hatte die Mildenburgformation rund um und mit Renato Unterberg Ende vergangen Jahres in ihrer Heimatstadt Salzburg. Knapp ein halbes Jahr später, im Juni 2011, gaben sie ihr Album-Releasekonzert im Wiener Werk und überraschten ein überschaubares aber begeistertes Publikum mit einem ungeahnt hohen Level an musikalischem Können und Feingefühl.



Die Band tritt, je nach Anforderung, in verschiedenen Besetzungen von drei bis zwölf Musikern auf. Von Piano bis Trompete, von Oboe bis Bass, ist da alles dabei. Die Klänge, die die Musiker dabei anschlagen, vereinen ganze Musikstilgeschichten in sich und schaffen es grade durch die eigenwillige Mischung aus Jazz und Pop mit ihren langsamen Rhythmen und den meist multiinstrumentalen, orchestralen Arrangements, diesen klassischen oft schon angestaubten Genres, neuen Glanz zu verleihen.



Georgien

Nur wenige Wochen nach dem Auftritt im Wiener Werk machte sich die Band auf, diesen Glanz auf einer Georgientour zu verbreiten. Eine ungewöhnliche erste Tour, die durch die Kontakte ihres Bookers nach Georgien - er verbrachte dort ein Auslandssemester - zustande kam. „Die wohl herausragendste Erfahrung war das Benefiz-Konzert für die Temi-Community in Gremi, wo an die 50 Menschen die Bühne stürmten und mit uns tanzten und feierten. Es war wunderbar in der Konzertroutine, die sich auf Tour bei knapp zwanzig Konzerten ergibt, wieder daran erinnert zu werden, was Musik für Menschen bedeutet, wie sie alles andere vergessen und sich diesem Fluss hingeben können. Das war sehr wichtig für mich, es hatte was Magisches.“, erzählt Renato, der dort auch mit The Pond Pirates auftrat.

Konzept - Märchen - Melodie


Die Stücke die Rento Unterberg live performen, sind aus dem Erstlingswerk der Band – The Cinnamon Nights. Ein Konzeptalbum bestehend aus zwölf Stücken, in denen die volle Bandbreite an musikalischer Vielfalt der Band ausgenutzt wird, um eine märchenhafte Geschichte eines Mannes auf der Reise zu erzählen. Im Booklet des Albums finden sich Texte abseits der Songtexte, die dazu gedacht sind, vom Hörer mitgelesen zu werden. Durch zahlreiche, rein instrumentale Einschübe am Album selbst und den ergänzenden Texten, entsteht ein atmosphärisch dichtes, dramaturgisches Netz, das sich über Themen wie die Suche nach sich selbst, oder das Ich im Wandel der Zeit, spannt. „A FAIRY TALE“ untertitelt den Namen des Albums und märchenhaft geht es in der Tat zu. Die Texte sind stark geprägt von romantischen Naturbeschreibungen, durch welche sich der Protagonist auf seiner Reise bewegt. Immer wieder relativiert sich die rein märchenhafte Szenerie, wenn in der Geschichte Bezüge zum eigenen Ich und dem Kampf mit sich selbst hergestellt werden. Die Verbindlichkeit der einzelnen Stücke wird auf textlicher Ebene durch den Inhalt hergestellt, auf instrumentaler Ebene durchzieht fast alle Stücke ein musikalisches Thema, eine Melodie, immer leicht verändert und mit anderen Instrumenten gespielt. Das inhaltliche Thema der Veränderung findet so im Instrumentalen Ausdruck. „Es war mir wichtig etwas in sich Geschlossenes zu schaffen, eine Reise, einen Traum, der genauso real ist wie alles andere, das wir zu sehen und zu hören glauben. Das Album soll ein Zufluchtsort sein, den man aufsuchen kann, um sich selbst zu sehen.“(Renato)



Doch kein Mainstream

Nach der Georgientour war die Band beim fm5-eigenen Festival, dem fm5-Klangbad auf der Bühne. Nach dem Konzert wurde der Backstageraum von mehreren Gästen aufgesucht, alle wollten sie das Album kaufen. Interessant zu sehen war, dass die Band keine bestimmte Zielgruppe zu haben schien. Sowohl junge als auch ältere Festivalbesucher waren von der Band angetan. Mancher möge an dieser Stelle das Wort „Mainstream“ in den Mund nehmen, jedoch ist die Breitenwirksamkeit von Renato Unterberg kein Indiz für Mainstream, sondern Beweis für die herausragende Qualität einer Genrevariation, die derzeit alles andere als populär ist.

Die Band steht derzeit vor einer weiteren Tour durch Mitteleuropa. Die Stationen, die sie dabei in Österreich durchlaufen sind: Salzburg (5.01. – Denkmal), Wien (8.01.- Chelsea) und Schladming (13.01 – Marias Mexican).

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AutorInnen

Daniel Grabner

Daniel Grabner

mag Musik; legt auch mal gerne selbst auf; charakterlich angesiedelt irgendwo zwischen der Melancholie eines Shakespearestückes und der nüchternen Rationalität eines Mathematikprofessors; weiters interessiert er sich für Politik und mediale Arbeit;

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