2012-01-19 20:53:10
Am 25. Jänner präsentieren Diver ihr Debütalbum Kites im Wiener TAG. FM5 traf die Band vorab und erfuhr mehr über den Entstehungsprozess ihrer Songs, Vorbilder und potentielle Duettpartner.
Diver, das sind Wolfgang Bruckner,
Olaf Schuberth und Stephan „Ebs“ Ebert. Nach dem erfolgreichen Release ihrer selbstbetitelten
EP zu Beginn des vergangenen Jahres,
erfolgt nun die Veröffentlichung ihres ersten Longplayers namens Kites. Die
perfekte Gelegenheit für FM5, die
drei Musiker zum Gespräch zu bitten.
FM5: Ihr seid ein deutsch-österreichisches Trio. Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Olaf: Wir studieren alle drei in Wien. Ebs und ich haben uns
zufällig beim Tischtennis spielen im Park kennen gelernt. Er war zu dieser Zeit
Tontechniker bei Deckchair Orange und
so lernte ich dann auch Wolfgang kennen [Anmerkung: Wolfgang ist Schlagzeuger
bei Deckchair Orange].
Wie kam es dann in
weiterer Folge zur Gründung der Band?
Olaf: Die Idee kam eigentlich von Wolfgang.
Wolfgang: Stimmt. Ich hatte viele Lieder geschrieben, die in
eine andere Richtung gingen, als die Sachen, die ich mit Deckchair Orange mache. Deswegen kam die Idee etwas Neues zu
machen, etwas Ruhigeres. Nachdem ich dann den Ebs gefragt hatte, merkten wir,
dass es schön wäre, noch jemand dritten dabei zu haben und so stieß Olaf noch
zu uns.
Wie würdet ihr
eure Musik beschreiben?
Olaf: Wir waren immer bei „Indie-Folk“, aber inzwischen
stimmt das auch nicht mehr so wirklich.
Wolfgang: Die Musik ist eigentlich die gleiche geblieben, lediglich
die Umsetzung hat sich beim Album etwas geändert. Die Idee dahinter war, diese „kleinen
Lieder“ zu machen, die ehrlich sein sollten.
Ebs: Genau - ohne großes Tamtam und klein arrangiert. Es war
so angedacht, dass wir alles zu dritt spielen. Beim Aufnehmen des Albums haben
wir mehr gemacht, als man dann zu dritt wirklich live umsetzten kann, aber prinzipiell
soll es klein und reduziert bleiben. Es geht um das Erzählen von Geschichten
und da braucht man auch nicht viel mehr, das würde nur ablenken.
Eure Songs
erzählen oft von Begebenheiten, die direkt aus dem Alltag gegriffen scheinen. Wie viel
davon ist Realität und wie viel Fiktion?
Wolfgang: Dieser Ansatz „kleine Lieder“ zu machen, trifft
auch thematisch zu. Es geht nicht um Weltpolitik, sondern oft um persönliche
Erlebnisse. Wenn man ein Lied schreibt, dann kommt immer ein bisschen Fiktion
dazu, aber der Anlass einen Song zu schreiben, ist meistens biografisch.
Wie sieht euer
Songwriting Prozess aus? Wer schreibt die Songs?
Olaf: Meistens sind das Wolfgang oder ich. Es schreibt immer
einer allein. Man hat eine Idee, fängt an zu schreiben, nimmt es daheim auf und
dann schicken wir uns das gegenseitig. So hat man Zeit sich den Song immer wieder
anzuhören, den Song zu überarbeiten und Kritik einzubringen. Dann, wenn wir das
Gefühl haben, der Song sei fertig, treffen wir uns und proben.
Welche Bands
beeinflussen eure Arbeit? Wer sind eure Vorbilder?
Wolfgang: Jeder hat natürlich seine Lieblingsbands, aber es
ist schwierig Einflüsse zu benennen, da wir nicht bewusst Lieder schreiben, die
an eine bestimmte Band angelehnt sind. Aber es passiert natürlich, dass die
Bands, die man gerade besonders gerne hört, in den Songwritingprozess
hineinspielen.
Angenommen, ihr könntet
mit einer Band eurer Wahl einen Song aufnehmen – mit wem würdet ihr
zusammenarbeiten?
Olaf: Heute habe ich bei TV Noir zum Beispiel Dear Reader gesehen. Mit ihr würd‘ ich
gerne einmal etwas machen.
Wolfgang: Man könnte jetzt natürlich Bands nennen, die
ähnliche Musik machen wie wir, aber eigentlich fände ich es cooler, mit
jemandem wie Jay-Z zu arbeiten.
Ebs: Wenn man mit anderen Bands zusammen arbeitet, dann geht’s
da auch oft hauptsächlich um Namedropping. Von unserer musikalischen
Vorgeschichte fühlen wir uns nicht unbedingt einer Szene zugehörig und derzeit
habe ich auch nicht das Gefühl, dass wir uns jemanden dazu holen müssten.
Was sind eure
Lieblingsvenues in Wien?
Olaf: Ich möchte gerne da spielen, wo ich noch nicht
gespielt habe und immer wieder neues entdecken. Klar ist es toll, wenn du wo
gespielt hast und es war super und du kommst wieder hin, aber es ist auch gut,
wenn man immer wieder mal was anderes sieht. Tendenziell mag ich kleinere
Venues mehr, weil die einfach besser zu unserer Art von Musik passen.
Wolfgang: Wir haben im Gasometer [Anmerkung: als Support von Owen
Pallett] gespielt. Das fand ich toll, da ich diesen Kontrast von der
kleinen Musik und der großen Bühne sehr interessant finde. Das war eines meiner
absoluten „favourite Konzerte“.
Ebs: Bei großen Konzerten, besonders wenn du als Vorband
spielst, ist es dann schon oft so, dass die Leute viel reden. Dieses
Stimmengewirr kann einen schon aus dem Konzept bringen. Andererseits haben wir
bei einem Konzert in der Grazer Scherbe erlebt, dass die Zuschauer absolut still waren. Da bist du dann genauso nervös.
Wo soll‘s dieses
Jahr hingehen? Habt ihr euch konkrete Ziele gesetzt?
Wolfgang: Es wäre toll, wenn wir wieder Konzerte im Ausland spielen
könnten. Ein weiterer Wunsch wäre natürlich, im Radio gespielt zu werden.
Bitte vervollständigt
die folgenden Sätze:
Meine erste
selbstgekaufte CD war:
Wolfgang:
Nirvana - Nevermind.
Ebs: Ace Of Base - Happy Nation.
Olaf: Die Ärzte - Le
Frisur.
Mein erstes
Konzert:
Wolfgang: Oasis.
Ebs: Body Count.
Olaf: Entweder Die Prinzen oder Subway to Sally.
Meine
österreichische Lieblingsband:
Wolfgang: Falco und Francis International Airport.
Ebs: Kreisky.
Olaf: Persönlich, sowie musikalisch finde ich Effi ganz toll.
Eine noch unbekannte
Band, die man sich unbedingt anhören sollte:
Ebs: boy android.
Olaf: Playfellow.
Danke für das
Interview und eure Zeit!
Diver live
erleben:
Albumpräsentation
Wann: Mi, 25. Jänner 2012
Wo: TAG - Theater an der Gumpendorfer Straße
Tickets: 6 € VVK / 8 € AK unter karten@dasTAG.at oder 01/586 52 22 sowie in der Jugendinfo Wien
Der Gute Club : Spot on Vienna mit Diver, Saedi,
Monsterheart
Wann: Do, 02. Februar 2012
Wo: B72
Tickets: 8 € (VVK Jugendinfo) / 10 € (AK)
'Sie gehörte zu den Mädchen, die niemals etwas nur mögen oder gut finden, sondern schwärmen.'
K. Hagena, "Der Geschmack von Apfelkernen"
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Finger weg von meiner Paranoia. Die war mir immer lieb und teuer.
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