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Ein russisches Märchen

2007-09-17 21:53:31

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Auf „Wächter der Nacht“ folgt nun „Wächter des Tages“. Unter der Regie von Timur Bekmambetov hat nun auch der 2. Teil der Science Fiction Trilogie von Autor Sergej Lukjanenko die düsteren Pfade in unsere Kinos gefunden.

In Moskau herrscht tiefster Winter, die Straßen sind mit Schnee bedeckt, die Fahrbahnen eisglatt. Ein gelber Kastenwagen der Stadtwerke dreht einsam seine Runden. In ihm ein Mann und eine Frau. Sie bittet um ein Rendez-vous. Er willigt ein und schlägt vor, den nächsten Abend in einem chinesischen Restaurant zu verbringen. Mit einem Mal wird die romantische Stimmung unterbrochen.

Der Erfolg wird weitergeführt

Mit dieser Szene beginnt die Fortsetzung des russischen Kassenschlagers Wächter der Nacht. Wächter des Tages - unter der Regie von Timur Bekmambetov - sollte ursprünglich Wächter der Nacht 2: Die Kreide des Schicksals heißen, wurde kurz vor dem Kinostart in Russland am 1. Januar 2006 aber in Wächter des Tages (Dnevnoj Dozor wie der Originaltitel des Roman von Sergej Lukjanenko) umbenannt.

Mit dabei sind die selben bekannten Gesichter, nur diesmal weniger an der Zahl. Im Gegensatz zum ersten Teil ist es nun möglich, sich Namen und Charaktere zu merken und nicht im Verwirrspiel „wer ist denn das jetzt schon wieder?“ zu versinken.

Der Kampf beginnt

Anton Gorodetskij (Konstantin Khabensky) und Svetlana (Mariya Poroshina) müssen einer alten Frau helfen, die von einem Dunklen Anderen attackiert wird und nun zu sterben droht. Svetlana, die im ersten Teil als Andere erkannt wurde und nun in den Kreis der Wächter der Nacht aufgenommen wurde, beweist Mut und Unumsichtigkeit, als sie die Verfolgungsjagd des Feindes aufnimmt. Die Neo-Magierin begibt sich auf die erste und zweite Ebene des Zwielichts und nimmt ungewollt den Kampf mit Antons Sohn Jegor (Dmitry Martynov), einem der Großen Anderen der Dunkelheit, auf. Svetlana selbst wurde bereits im ersten Teil als eine der Großen Anderen des Lichts erkannt. Somit beginnt er erneut, der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Gut und Böse.

Ein Stück Kreide als Rettungsanker

Die Kreide des Schicksals hat auch diesmal wieder ihre Hände im Spiel. Mit einer Rückblende in längst vergangene Zeiten wird die Geschichte und Funktion der Kreide erklärt. Wer einen Fehler gemacht hat, bekommt durch sie die Möglichkeit, diesen wieder gut zu machen. Doch wer sie missbraucht, dem droht Böses.

Anton bekommt die Kreide in die Hände, nachdem er ein Flugzeug nach mehreren Fehlstarts wieder umdrehen lassen musste. Doch der Tod einer Dunklen Anderen macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Das große Finale mit allen guten und bösen Charakteren findet just bei der Geburtstagsparty von Jegor statt. Auch dieser Zusammenstoß von Licht und Dunkelheit führt zu keiner Entscheidung. Die Lichter Moskaus gehen aus und der Kampf scheint kein Ende zu finden.

Timur Bekmambetov lässt die Bilder für sich sprechen

Bekmambetovs Wächter des Tages begeistert mit spektakulären Special Effects. Ihm gelingt es, die komplizierte Story des 550 Seiten langen Romans in einen Film mit durchaus erträglicher Länge zu verpacken. Zahlreiche Matchcuts zeigen verschiedene Handlungen und lassen somit keine Leere im Geschehen entstehen.

Stellen des Romans, die eine tief gehende Phantasie des Lesers erfordern, werden von Bekmambetov gekonnt umgesetzt. So wird der Körpertausch zwischen Anton und Olga (Galina Tyunina) glaubwürdig dargstellt, was natürlich auch mit den schauspielerischen Fähigkeiten Tyuninas zusammenhängt.

Viel zu übertrieben inszeniert ist hingegen die Rolle der Alisa (Zhanna Friske), der Angetrauten Zawulons (Viktor Verzhbitsky). Ihre Aufmachung gleicht einer Mischung aus Edelprostituierte und US-Rapper, die Fahrt mit dem roten Mazda RX-8 über eine Häuserfassade wirkt keinesfalls anmutig.

Fazit


Wen Wächter der Nacht faszinierte, den wird auch Wächter des Tages begeistern und auch Liebhaber des dunklen Fantasiekinos, die den ersten Teil nicht gesehen haben, sollten sich mit Anton, Svetlana und Olga auf die Suche nach der Kreide des Schicksals begeben.

Filmstart in Österreich: 21. September


Gewinnspiel

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AutorInnen

Lena Fürnkranz

Lena Fürnkranz

We are all in the gutter but some of us are looking at the stars. (Lord Darlington, Lady Windermere's Fan)

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