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Ein Film über eine Naturgewalt

2007-04-04 10:32:31

  • Copying Beethoven
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Copying Beethoven (Klang der Stille) erzählt aus dem Leben eines der größten musikalischen Genies aller Zeiten: Beethoven.

Es ist das Jahr 1824. Beethoven (Ed Harris) hat einen Auftrag zu erledigen und braucht dafür einen Kopisten. Geschickt wird ihm eine Frau, Anna Holtz (Diane Kruger), die natürlich von niemandem ernst genommen wird. Wie könnte denn auch eine Frau etwas von Musik verstehen? Doch Beethoven erkennt ihr Talent und glaubt, Gott hätte sie ihm geschickt, um sein Werk zu vollenden. Zwischen den beiden entsteht eine komplizierte Beziehung. Er, der unhöfliche, übellaunige, unappetitliche und taube alte Mann, der von seinem Neffen als Naturgewalt bezeichnet wird und sie, ein braves Mädchen mit dem Traum Komponistin zu werden. Sie verehrt Beethovens Werke und trotz seiner Gemeinheiten arbeitet sie mit ihm in der Hoffnung, ihm eines Tages ihre Arbeiten zeigen zu können.

Schlüssel zur Musik

Dazu kommt es letztlich auch und Beethoven führt als Annas Lehrer aus, wie schön Musik ist und woher sie kommt: „Die Stille ist der Schlüssel“, sagt er und spielt damit auch auf seine Taubheit an, trotz der er zu musikalischen Wundern fähig ist.

Schöne Momente bietet Copying Beethoven (Klang der Stille) einige. Das ist seine Stärke und das, worauf sich Regisseurin Agnieszka Holland (Der geheime Garten) konzentrierte. Der Film ist durchzogen von musikalischen Darbietungen und Feinheiten, jede Szene ist untermalt von einem der großen Werke Beethovens.

Die neunte Symphonie

Den musikalischen, aber leider auch filmischen Höhepunkt erreicht die Geschichte schließlich in einer imposanten Darstellung der Uraufführung von Beethovens 9. Symphonie. Danach hätte der Film zu Ende sein können. Doch stattdessen geht die Geschichte noch bis zu Beethovens Tod und erinnert in seinen letzten Szenen stark an Milos Formans Film „Amadeus“. Anna Holtz notiert Beethovens letzte Gedanken, seinen musikalischen Abschied von der Welt, weil er selbst zu schwach und krank dafür ist. Kurz darauf stirbt er.

Unverstandene Momente

Diese Beziehung zwischen Anna und Beethoven ist es aber, die den Film in seiner Erzählung stört. Immer wieder kommen Szenen vor, die nicht mit den restlichen Ereignissen in Zusammenhang zu bringen sind. Es ist schwer auszumachen, wie die beiden zueinander stehen. Lieben sie sich, respektieren sie sich, arbeiten sie miteinander? Sie stehen irgendwo zwischen Freundschaft, Liebe, Profession und Vater-Tochter-Beziehung. Zu kompliziert erscheinen dadurch ihre Charaktere und führen zu unverstandenen Momenten im Film, die letztlich auch langweilen.

Musikalische Höchstleistung

Die Stärken von Copying Beethoven liegen nicht in der Geschichte selbst, sondern in ihrer Ausführung. Ausstattung und Licht sind wunderbar gewählt, der Film ist atmosphärisch und ruhig, bietet aber durch Beethovens Musik erregende Augenblicke voller musikalischer Spannung. Nicht nur für Liebhaber der klassischen Musik, ist dieser Film ein Schmankerl. Letztlich bleibt von diesem Film trotz einiger Schwächen nur Beethovens wunderschöne Musik im Gedächtnis, was wohl auch die Intention der Regisseurin war.

Kinostart ist der 13. April 2007

Bilder: Filmladen Filmverleih

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AutorInnen

Christa Minkin

Christa Minkin

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