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Eddie Vedder - Into The Wild (OST)

2008-02-16 20:36:24

  • The Into Wild Eddie Vedder
  • The Into Wild Eddie Vedder
  • The Into Wild Eddie Vedder

The Ballad of Chris McCandless. Emanzipation, Soloversuch, Album und Soundtrack: 'Into The Wild', Eddie Vedders musikalischer Alleingang, zollt Chris McCandless Tribut und enthält herrliche Folksongs, die mitten ins Herz treffen.

Eine Hand wäscht bekanntermaßen die andere.
Sean Penn und Eddie Vedder trafen in der Vergangenheit schon öfter aufeinander. Penn drehte Filme, Vedder steuerte Songs für den Soundtrack hinzu. Nun gipfelt die Zusammenarbeit in Into The Wild, dem ersten Album des Pearl Jam-Sängers. Neun eigene Songs und zwei Coverversionen dienen dem Film als musikalisches Fundament und intensivieren das filmische Erlebnis. Aber auch ohne ihn funktioniert das Album, dass Vedder im letzten Jahr mit 42 Jahren unter seinem Namen im Alleingang veröffentlicht hat.

Once I built an ivory tower, so I could worship from above


Die Themen überraschen nicht: Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung, Autarkie, Ungebundenheit, Einsamkeit.
Out here, realigned, a planet out of sight, nature drunk and high, ahh oohhh
- In weniger als zwei Minuten gibt Setting Forth schon einen guten Eindruck, was uns in der knappen halben Stunde erwartet.
Melodiöse Folksongs im akustischen Gewand, die vorgetragen werden von einer unverwechselbaren Stimme. Mal ruppig wie in Far Behind, mit verträumten Banjo schwelgend wie in No Ceiling und dem weise klingenden Rise, trüb wie in der Eremiten-Ballade Long Nights oder rein instrumental schwebend wie in Tuolumne.
Dem ganz großen Gefühl rückt Hard Sun von Gordon Peterson nahe.
Der Song schmiegt sich ans Herz und ist das vielleicht beste Stück von Into The Wild. Mit ca. fünfeinhalb Minuten ist es auch eines der längsten. Zusammen mit Sleater-Kinney-Sängerin Corin Tucker gibt es ein einnehmendes Duett zu hören. Pathos ja, aber von beklemmender Schönheit. Reduziert auf das Wesentliche und frei von Lärm stellt das von Jerry Hannan geschriebene Stück Society die Frage, was passiert, wenn man selbst nicht mehr da ist: Society, you're a crazy breed, I hope you're not lonely without me. Wolf braucht keine Worte mehr, um den Kummer, das Leid und den Schmerz fühlbar zu machen. Vedder schreit und jault in die Welt hinaus, begleitet von beunruhigenden Orgelklängen.
Der traurige Schlusspunkt Guaranteed ist dann ein guter Grund, Taschentücher bereitzuhalten: Wind in my hair, I feel part of everywhere,  underneath my being is a road that disappeared, late at night I hear the trees, they're singing with the dead, overhead. Ein klar gezupfter Song, mit einem fernen Hauch von Weisheit und Schwermut.

The journey ends when the heart stops beating


Auf die kleinen Dinge im Leben kommt es an.
Obwohl Into The Wild kein spektakuläres Album darstellt, so sind es die leisen Töne, die mitfühlen lassen.
Große Weiten, klarer Himmel, frischer Wind, trockener Boden, das Rascheln der Bäume, die ersten Sonnenstrahlen, und die Dämmerung am Horizont drängen sich von ganz allein ins Gedächtnis.
Der rebellische Geist, der Punkrock und die Grunge-Bewegung, die Pearl Jam in ihrer langen Laufbahn schon immer ausmachten, sind auch hier im Nährboden zu finden, wirft man einen genauen Blick auf die Texte.
Mit diesem Album trotzt Eddie Vedder der kalten Natur und wirkt gleichzeitig wie ein Anchorman, der das ausspricht wozu McCandless nicht mehr in der Lage ist.

My witness is the empty sky
(Jack Kerouac, US-Schriftsteller)


Ein Blick auf das von Anton Corbijn geschossene Backphoto von Vedders Verrenkungen am Strand genügt, um es zu verdeutlichen: Das hier passt. Könnte Christopher McCandless diese Sammlung von Songs in seinem 'Magic Bus' hören, er wäre zufrieden. 

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AutorInnen

Daniel Gilic

Daniel Gilic

"Fill the air with poems, so thick
even bombs can't fall through."
(Peter Levitt)

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