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musik

Echoes, Silence, Patience & Grace

2007-11-28 17:38:39

  • 2 foo fighters

Optische (Stichwort Vollbärte) und akustische (Stichwort Klavier) Neuerungen bei den Foo Fighters.

Natürlich erfindet die Band mit ihrem aktuellen Wurf das Rad nicht neu, jedoch für Foo Fighters Verhältnisse sehr wohl, wie Drummer Taylor Hawkins gegenüber dem US-Magazin Billboard erwähnt und Dave Grohl diese Aussage konkretisiert: „We´ve been a band for 13 years. Album after album, we´ve tried to redesign what we do. Not reinvent, but just make it all a little prettier. We wanted to experiment and go deeper melodically”.  

Und das trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Neben Foo Fighters-typischen Powerrock-Songs wie Cheer Up, Boys oder Erase/Replace finden sich nämlich auf dem von Gil Norton produzierten Album viele überraschende Momente, die Echoes Silence, Patience & Grace zum bisher abwechslungsreichsten Foo Fighters-Werk machen. Was bei In Your Honor streng auf zwei separate Alben getrennt wurde, vereinigt sich hier nun zu einem spannenden Ganzen. Sehr häufig wechseln ruhige, akustische Elemente mit harten, fast brachialen Passagen – oftmals im selben Song. Und das ist sozusagen ein Novum im Foo Fighters-Sound. Selten hörte man Nummern sich so gemächlich aufbäumen, um sich schlussendlich in einer explosiven Klimax zu entladen, wie in Come Alive, Let It Die oder But, Honestly. The Pretender – Opener und erste Singleauskoppelung – fährt schon ein wenig schneller von 0 auf 100, ein Kraftpaket, das besonders live eine wahre Freude ist. Soweit so gut, nun zu den überraschenden Momenten von E, S, P & G. Ungewohnt poppig geht´s in Long Road To Ruin zur Sache, dessen Chöre im Refrain wahrlich die Sonne aufgehen lassen, während Stranger Things Have Happenend alleine mit klickendem Metronom, Stimme und Akustikgitarren auskommt. Auch Statues wirkt mit seiner Klavier(!)dominanz zunächst ein wenig ungewohnt und erinnert mehr an Paul McCartney denn an die Foo Fighters. Einzig Summer´s End zeigt „gefährliche Mitschunkel Tendenzen“.

Das außergewöhnlichste Stück ist sicherlich das Fingerpicking Akustikinstrumental Ballad Of The Beaconsfield Miners unter Mitwirkung von Gitarrenvirtuosin Kaki King. Auch mit Home betritt Dave Grohl Neuland in Form einer – man mag´s ja kaum für möglich halten – Pianoballade. Und das Beste dran ist: es funktioniert, denn mit Home gelingt den Foo Fighters ihr bislang berührendstes Stück und zeigt Grohl hinter seinem frisch gewachsenen Vollbart verletzlich wie nie zuvor.

Die neue Platte wird Kritiker (und Fans?) spalten, die einen mögen es – aufgrund der Eingänglichkeit der Songs – als weiteren, berechnenden Schritt der Foo Fighters in Richtung Kommerz bezeichnen, die anderen als gelungene und logische Weiterentwicklung. Ich zähl´ mich zu Zweiterem.  

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